Osnabrück „Vielfältig aufgestellt“: So sorgen Kai und Dirk Nilsson dafür, dass in Osnabrück gebaut werden kann
Der Name Nilsson steht in Osnabrück für Baustoffe. Seit Beginn des Jahrtausends führen die Cousins Kai und Dirk das Familienunternehmen. Nun feiert es seinen 100. Geburtstag. Wir haben zum Jubiläum mit den beiden Geschäftsführern gesprochen.
Handwerker, Gartenbauer, Architekten, Bauunternehmer und neu- oder umbauende Privatleute aus der Region: Sie alle sind wohl schon einmal im Osnabrücker Südosten gewesen, wo etwas versteckt hinter den Bahngleisen die Firma Nilsson sämtliche für ein Bauprojekt notwendigen Stoffe bereithält – von der Unterkellerung bis hoch zum Dach. Am Samstag, 1. November, feiert das seit jeher im Stadtteil Lüstringen ansässige Familienunternehmen seinen 100. Geburtstag.
„Maßvoll“, wie Kai Nilsson betont, der seit Beginn des Jahrtausends und damit einem Vierteljahrhundert gemeinsam mit seinem Cousin Dirk die Geschicke des Traditionsunternehmens in dritter Familiengeneration leitet. Denn auch an Nilsson geht die aktuelle Baukrise nicht vorüber. Das runde Jubiläum deshalb mit einem „großen Hurra“ zu feiern, wäre unangemessen, sind sich die beiden aktuellen Geschäftsführer einig: „Es gäbe schönere Momente dafür“.
Aber: „Krisen gehören dazu“, blicken sie nichtsdestotrotz hoffnungsvoll in die Zukunft. Zudem handele es sich ja nicht um eine spezielle Baukrise, sondern um eine „ganz allgemeine Konjunkturkrise“, von der eben auch dir Baubranche betroffen sei.
Die Materialkosten hätten sich zwar inzwischen wieder „normalisiert“, aber die Baukosten insgesamt seien durch andere Faktoren wie etwa Energie und Lohn angestiegen. Dennoch sieht sich das Baufachzentrum gut aufgestellt – zumal man in den vergangenen sechs Jahren die Zeit gut genutzt habe, um nachhaltig zu investieren, sagen Kai und Dirk Nilsson.
Zuletzt wurde vor zwei Jahren mit dem Umzug des Standortes in Haste in die Nähe des Hyde Parks die dortige Fläche nahezu vervierfacht. Zuvor konnten im Zuge der Komplettrenovierung und Neugestaltung der Ausstellungsflächen am Stamm- und Hauptsitz in Lüstringen das Fliesenlager erweitert und das Baustofflager neu gebaut und überdacht werden. Durch den Erwerb eines unmittelbaren Nachbargrundstücks wurde zudem mehr Platz für die Gartenausstellung geschaffen, die unabhängig von den Öffnungszeiten jederzeit begehbar ist.
Die räumliche Erweiterung geht dabei Hand in Hand mit einer zunehmenden Diversifizierung. „Im Hoch- und Trockenbau sind wir mittlerweile etabliert, den Gartenbau forcieren wir gerade“, sagt Dirk Nilsson.
Durch die verschiedenen Fachabteilungen habe man den Vorteil, den einen durch einen anderen Bereich auffangen zu können, wenn es hier und da einmal nicht so gut laufe. Zudem verfügt das Osnabrücker Baufachzentrum über zwei eigene Handwerksbetriebe und betreibt im Einzelhandel zwei Hagebaumärkte in Hilter und Georgsmarienhütte.
„Vielfältig aufgestellt“, lautet entsprechend die Lösung, mit der die beiden Cousins das Geheimnis ihres Erfolgs beschreiben. Zudem lege man mit insgesamt rund 200 Mitarbeitern an vier Standorten hohen Wert auf so fachkundige wie umfassende Beratung. Die Unternehmensnachfolge hatten beide schon immer im Blick – Kai Nilsson als gelernter Sparkassen-Kaufmann, Dirk Nilsson als gelernter Bau-Ingenieur. „Ich bin auf dem Lagerplatz großgeworden“, sagt letzterer. Und sein Cousin erinnert sich daran, bereits als 14-jähriger Teenager zum ersten Mal im Baumarkt gejobbt zu haben.
Seit jeher in Lüstringen verwurzelt, befand sich nicht nur die Verwaltung, sondern auch der Wohnsitz der Familie Nilsson stets in unmittelbarer Nähe des Betriebsgeländes. Am 1. November 1925 hat Walter Nilsson senior das Unternehmen gegründet – damals noch mit Pferdekutschen als Transportmittel.
Im Jahr 1973 erfolgte die Übergabe an die zweite Generation, die beiden Väter (Walter junior und Kurt) der heutigen Geschäftsführer. Die Kutschen sind längst anderen Fahrzeugen gewichen. Geblieben ist der intensive und nahezu tägliche persönliche Kontakt zu der vielfältigen Kundschaft.