Osnabrück  Stadt und SWO Mobil schicken neue Elektro-Busse ab Montag „auf Linie“

Bernhard Brockhaus
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Von Bernhard Brockhaus
| 31.10.2025 12:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Diese eCitaro-Solobusse von Mercedes-Benz schicken Stadt und SWO Mobil künftig auf die Straße. Foto: Jörn Martens
Diese eCitaro-Solobusse von Mercedes-Benz schicken Stadt und SWO Mobil künftig auf die Straße. Foto: Jörn Martens
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Neu, klimaneutral und mit jeder Menge Technik: Die Stadtwerke Osnabrück schicken 19 neue Elektro-Busse auf die Straßen. Die Flotte fährt damit fast komplett mit Strom.

Zum Fahrplanwechsel am Samstag, 1. November, nimmt die SWO Mobil 19 neue Elektrobusse in Betrieb. Die zwölf Meter langen Solowagen vom Typ Mercedes-Benz eCitaro des Herstellers Daimler Buses ergänzen die bestehende E-Flotte und fahren künftig vor allem auf den Metrobus-Linien. Stadtbaurat Thimo Weitemeier und SWO-Mobil-Geschäftsführerin Tanja Stiegeler stellten die neuen Fahrzeuge am Donnerstag, 30. Oktober, gemeinsam vor.

„Mit jedem neuen E-Bus wächst unser Beitrag zu einer lebenswerten, sauberen und zukunftsfähigen Stadt“, sagte Weitemeier. Die neuen Busse seien ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität. Der Stadtbusverkehr in Osnabrück ist laut Verwaltung fast vollständig elektrifiziert. Bereits jetzt seien 62 E-Gelenkbusse des niederländischen Herstellers VDL auf den fünf MetroBus-Achsen in der Stadt im Einsatz. Sie würden jährlich rund 3,6 Millionen Kilometer zurücklegen und dabei etwa 2.100 Tonnen CO2 einsparen.

Künftig werden von Seiten der Stadtwerke nur noch eine handvoll Busse mit Verbrennermotoren unterwegs sein – für Partnerunternehmen und Dienstleister gilt das noch nicht. Zum Stadtbild werden also weiterhin Diesel-Busse gehören, wenn auch weniger. Mit insgesamt 81 Elektrobussen erreiche Osnabrück nun eine E-Bus-Quote von 94 Prozent auf den Stadtlinien – im Vergleich mit anderen Städten in Deutschland eine enorm gute Quote, wie Weitemeier betont.

Die neuen Fahrzeuge bieten Platz für bis zu 67 Personen. Sie verfügen anders als die üblichen Busse in Osnabrück über drei statt zwei Einstiegstüren. Im Innenraum könnten einige kleine Neuigkeiten für Fahrgäste hilfreich sein. Zum Laden von Handys können Fahrgäste beispielsweise USB-Ladebuchsen nutzen. Die Haltestangen an den Ausgängen sind komplett geriffelt – ein haptisches Signal für Menschen mit Sehbehinderung.

Klassische Rückspiegel haben die modernen Busse nicht mehr, stattdessen gibt es Kameras. Die geben den Fahrern aber nicht nur ein Bild, sondern auch Warnsignale, etwa wenn sich Fahrräder an den Seiten des Busses befinden.

Die fünf Batteriepakete mit insgesamt 491,5 Kilowattstunden ermöglichen eine Reichweite von über 270 Kilometern – unter Laborbedingungen. Auf den Straßen der Innenstadt werde das etwas anders sein, weiß auch SWO Mobil-Geschäftsführerin Stiegeler. Die neuen Busse sollen aber einen ganzen Arbeitstag lang überstehen. Den ebenfalls zur Bus-Flotte gehörenden E-Bussen des Herstellers VDL seien die neuen Fahrzeuge in Sachen Reichweite überlegen. Außerdem könnten die Busse nicht nur in den Betriebshöfen, sondern auch an Schnellladestationen an den Endpunkten der Linien geladen werden.

Vor dem Einsatz seien die Mitarbeiter der Stadtwerke umfassend geschult worden – nicht nur die Fahrer, sondern vor allem auch Techniker, um die nötige Wartung für die Busse im täglichen Stadtverkehr zu sichern. Auf dem Hof der Stadtwerke stehen die Fahrzeuge also schon, ab Montag, 3. November, sollen sie sukzessive in den Betrieb einsteigen.

Die Bestellung bei Lieferant Daimler Buses erfolgte nach europaweiter Ausschreibung bereits im Frühjahr 2024. Nach Angaben von SWO Mobil liegen die Investitionskosten im zweistelligen Millionenbereich. Mehr als die Hälfte der Summe übernehmen Bund (5,17 Millionen Euro) und Land (1,75 Millionen).

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