Bundesweite Kritik Peta kritisiert Hubertusmessen – auch in Loga
Die Tierrechtsorganisation Peta spricht von „Töten mit kirchlichem Segen“ und kritisiert Hubertusmessen bundeweit – darunter eine in Loga. Dort geht’s aber eigentlich um etwas anderes.
Leer - Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert immer wieder Hubertusmessen in Kirchen. In den nahezu wortgleichen Pressemitteilungen werden schon seit mehreren Jahren nur die jeweiligen Orte ausgetauscht. Der Namen geht auf den Schutzpatron der Jäger, den heiligen Hubertus von Lüttich, zurück. Häufig wirken Jagdhornbläser mit. Daher wird die Hubertusmesse auch Jägergottesdienst genannt. Jetzt hat die Kritik der Organisation die lutherische Kirchengemeinde in Leer-Loga getroffen. In der Friedenskirche wird am Sonnabend, 1.November 2025, um 19 Uhr eine Hubertusmesse stattfinden.
„Töten mit kirchlichem Segen“, nennt Peta die Hubertusmesse. Die Organisation kritisiert die Veranstaltung und die Verantwortlichen der Kirchengemeinde scharf. „Die vermeintliche Legitimation der Jagd durch die Messe ist Petas Ansicht nach nicht mit der christlichen Ethik vereinbar, das Leben zu achten“, heißt es in der Mitteilung.
„Kirchen sollten für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, nicht für ihre Zerstörung“
Die Tierrechtsorganisation appelliert an die Kirchenverantwortlichen, „sich künftig von diesen gewaltverherrlichenden Messen zu distanzieren“. Peter Höffken, Fachreferent bei Peta, wird in der Mitteilung zitiert: „Einen Gottesdienst zu veranstalten, der Jagdausübenden symbolisch den Segen für das sinnlose Töten wehrloser Mitgeschöpfe gibt, sendet ein völlig falsches Signal. Kirchen sollten für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, nicht für ihre Zerstörung.“
Am Sonnabend wird laut Pastorin Ina Jäckel allerdings rund um den Gedenktag des Heiligen Hubertus genau so ein Gottesdienst zur Bewahrung der Schöpfung gefeiert. „Der Heilige Hubertus gilt ja als Schutzpatron der Natur und Umwelt“, erklärt Jäckel. Der Gottesdienst ist musikalisch geprägt durch die Parforcehornbläser Leer, „die eine sehr besondere, festliche Stimmung schaffen“. Inhaltlich gehe es um Dankbarkeit, Achtsamkeit und Respekt vor allem Lebendigen – nicht um Jagd, sondern um die Verbundenheit von Mensch, Tier und Natur. Die Kollekte sei wie jedes Jahr für das Projekt Bick (Biodiversität in der christlichen Kirche) bestimmt. „In diesem Projekt fördern wir mit verschiedenen Aktionen die Biodiversität auf unseren kirchlichen Grundstücken“, erklärt die Pastorin.
Ein persönlicher Austausch wäre Ina Jäckel lieber gewesen als eine öffentliche Anklage
Die lutherische Kirchengemeinde in Loga wurde von Peta im Vorfeld der Pressemitteilung nicht kontaktiert. „Die Pressemitteilung kam für uns überraschend – ohne vorherige Nachfrage oder Gesprächsangebot“, sagt Pastorin Ina Jäckel der Redaktion. „Ich finde es grundsätzlich gut, wenn über Schöpfung, Tierwohl und Verantwortung gesprochen wird – das sind Themen, die auch uns sehr bewegen.“ Ein persönlicher Austausch wäre ihr trotzdem lieber gewesen als eine öffentliche Anklage.
Grundsätzlich betont sie, dass sie solche Kritik ernst nehme. „Das zeigt ja, dass Menschen sich Gedanken darüber machen, wie wir mit Tieren, Natur und Schöpfung umgehen“, betont Jäckel. „Das tun wir auch – unter anderem in unserem Gottesdienst, der von Peta offenbar völlig missverstanden wird.“ Am Sonnabend gehe es nicht darum, die Jagd oder das Töten von Tieren zu rechtfertigen oder Jägerinnen und Jäger zu segnen. „Wir feiern ihn, weil wir glauben, dass es gut ist, innezuhalten und über unsere Verantwortung für die Schöpfung nachzudenken“, betont die Pastorin. „Uns ist wichtig, dass wir im Gespräch bleiben, auch bei unterschiedlichen Sichtweisen. Denn nur so können wir gemeinsam dafür sorgen, dass Leben geachtet und bewahrt wird.“