Hamburg, Dissen Ein-Tages-Krankheiten: Gibt es sie wirklich? Das sagt eine Ärztin aus Dissen
An einem Tag fühlt man sich so krank, dass man nicht arbeitsfähig ist – und am nächsten Tag geht es einem plötzlich wieder blendend: Immer mal wieder hört man von solch einem überraschenden Krankheitsverlauf. Eine Ärztin erklärt, was dahintersteckt.
Haben Sie auch schon einmal von Freunden oder Arbeitskollegen gehört, dass sie einen Tag lang mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und womöglich sogar Fieber im Bett liegen – und am nächsten Tag wieder fit sind, als wäre nichts gewesen? Diese Schnellgenesung klingt erst einmal sonderbar, schließlich ist die Annahme verbreitet, dass eine Erkältung oder Grippe in der Regel ein bis zwei Wochen andauert.
Was also hat es mit diesen Ein-Tages-Krankheiten auf sich? Gibt es sie wirklich oder ist die Schnellgenesung auf eine falsche Wahrnehmung zurückzuführen? Wir haben bei Karin Bremer, Fachärztin für Innere Medizin in Dissen, nachgefragt.
Bremer erklärt, dass sie in ihrer Praxis Erkältungen – also Infekte der oberen Atemwege – im Winter besonders häufig feststellt. Ob ein solcher Infekt krank macht, sei allerdings individuell von der eigenen Immunabwehr abhängig: „Es kann passieren, dass innerhalb einer Familie der eine stärker erkrankt als der andere. Auch wie lange ein Erkältungsinfekt dauert und ob er zu einer Arbeitsunfähigkeit führt, kann individuell ganz unterschiedlich sein“, so die Ärztin.
In solchen Fällen könne es dann tatsächlich auch dazu kommen, dass es Betroffenen in kürzester Zeit wieder besser geht: „Nach ein bis zwei Tagen sind sehr viele Patienten mit einem leichten Atemwegsinfekt normalerweise wieder arbeitsfähig“, sagt Bremer. Wichtig dafür sei, dass man den Körper ein bis zwei Tage wirklich schont, um dem eigenen Immunsystem die Chance zu geben, den Infekt schnell und vollständig abzuwehren.
Gehören allerdings Husten, Fieber oder Gliederschmerzen mit zu den Symptomen, ist eine Schnellgenesung eher unwahrscheinlich, stellt Bremer klar. In diesen Fällen sollte man seinen Körper lieber etwas länger schonen und die Erkrankung abklären lassen: „Dann sollte der Hausarzt konsultiert werden, damit nichts übersehen wird. Wer mit Fieber oder stärkeren Erkältungssymptomen sofort wieder arbeiten geht, riskiert, dass es zu Folgeerkrankungen wie Bronchitis oder Lungenentzündung kommt.“
Auch wenn immer wiederkehrend Erkältungsinfekte auftreten, mache es Sinn, den Hausarzt zu befragen, ob etwas anders dahinterstecken könnte.