SPD in Friesoythe Olaf Eilers zieht Kandidatur zurück
Paukenschlag bei der Friesoyther SPD: Der designierte Bürgermeisterkandidat Olaf Eilers zieht überraschend seine Kandidatur zurück und legt auch den Vorsitz des Ortsvereins nieder.
Friesoythe - Die Überraschung dürfte einigermaßen groß gewesen sein in der Friesoyther SPD. In einem Schreiben an die Mitglieder des Ortsvereins hat der örtliche Parteivorsitzende Olaf Eilers erklärt, dass er seine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl 2026 zurückzieht und auch als Vorsitzender des Ortsvereins zurücktritt. Eilers war, wie berichtet, in der ersten Oktoberhälfte vom Friesoyther Parteivorstand und von den SPD-Mitgliedern der Ratsfraktion als Kandidat für die Urwahl durch die Parteimitglieder nominiert worden. In der Parteibasis kam das Ergebnis nicht gut an, schon kurz nach der Wahl begannen die Diskussionen darüber.
Wie hatte die Partei auf die Nominierung von Olaf Eilers reagiert?
In der Friesoyther SPD hatte das Wahlergebnis, so heißt es aus Parteikreisen, ein kleines „Beben“ ausgelöst. Mehrere Parteimitglieder sollen ihren Austritt aus der Partei oder den Verzicht auf eine eigene Ratskandidatur erwogen und eine Wahlkampfunterstützung für Eilers ausgeschlossen haben. Bereits direkt nach der Vorwahl waren Stimmen laut geworden, die Eilers‘ Gegenkandidatin Melanie Buhr bei den Bürgermeisterwahlen ein besseres Ergebnis zugetraut hätten. Sie sei in der Öffentlichkeit bekannter, ausgezeichnet vernetzt, habe bei der Stadtratswahl 2021 ein besseres Ergebnis als Eilers eingefahren und sei direkt in den Rat gewählt worden.
Wie begründet Olaf Eilers seinen Rückzug?
In seinem Rückzugsschreiben spricht Eilers davon, dass ihm „von Seiten des Bürgermeisters und Teilen der Fraktion das Vertrauen entzogen und die Zusammenarbeit aufgekündigt wurde“. Man habe Zusagen nicht eingehalten und „in fragwürdiger Weise agiert“. Davon sei er enttäuscht, „so etwas“ habe er „in 27 Jahren Mitgliedschaft in der SPD bisher noch nicht erlebt“. Eine vertrauensvolle Arbeit sei nicht mehr denkbar, deshalb werde er auch seine Parteimitgliedschaft kündigen.
Gibt es weitere Reaktionen auf den parteiinternen Dissens?
In einem weiteren Schreiben an die Parteimitgliede gaben neben Olaf Eilers als Vorsitzender des Ortsvereins auch der stellvertretende Vorsitzende Ludger Beelmann, der Kassenwart Jonas Schulte und die Mitgliederbeauftragte Mona Liebling den Rücktritt von ihren Ämtern bekannt. Sie begründen den Schritt damit, dass mit der Weitergabe von vertraulichen Informationen an die Presse und durch den fehlenden parteiinternen Rückhalt für den in einem gemeinsam abgesprochenen Verfahren gewählten Kandidaten der Partei „ein Riesenschaden“ zugefügt worden sei. Ihnen sei das Vertrauen entzogen und die Zusammenarbeit aufgekündigt worden. „Um weiteren Schaden vom SPD OV abzuwenden“, heißt es weiter, „treten wir mit sofortiger Wirkung von unseren Ämtern zurück.“
Wie geht es jetzt weiter?
Darüber müsse man parteiintern erst einmal in Ruhe reden, sagt Renate Geuter, die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion. Ihrer Meinung nach müsse es jetzt schnell eine Mitgliederversammlung geben, um das weitere Vorgehen zu klären. „Es hat uns am Wochenende alle überrascht“, so Geuter. „Es ist jetzt das Wichtigste, dass wir mit unseren Mitgliedern sprechen.“ Man müsse über die Situation in der Gruppe reden, nicht nur in Einzelgesprächen. Über das weitere Vorgehen werde man „in Ruhe und vernünftig“ nachdenken. Melanie Buhr, die in der Vorwahl unterlegene Kandidatin, wollte zum aktuellen Zeitpunkt keine Stellungnahme abgeben.