Osnabrück Zum Nachlesen: Filiz Polat (Grüne) und Lutz Brinkmann (CDU) debattieren über A33-Nord
Grüne gegen CDU, Naturschutz gegen Verkehrspolitik: Filiz Polat fordert das Aus für die A33-Nord – Lutz Brinkmann will den Autobahn-Lückenschluss nördlich von Osnabrück unbedingt durchsetzen. Hier können Sie sich die Debatte vom Montag, 27. Oktober anschauen.
Die A33-Nord steht vor einer entscheidenden Wegmarke: Im Zentrum des Projekts steht der geplante Autobahnabschnitt zwischen der A33 bei Belm und der A1 bei Wallenhorst – rund neun Kilometer Autobahn, die seit Jahrzehnten politisch, wirtschaftlich und ökologisch umkämpft sind. Parallel zum Planfeststellungsverfahren prüft die EU-Kommission, ob die Trasse mit dem europäischen Naturschutzrecht vereinbar ist. Die Positionen zwischen Befürwortern und Gegnern könnten kaum weiter auseinanderliegen.
Mit dem Gespräch feiert zugleich ein neues Format Premiere: „360° – Der Talk“. Das „kleine Schwesternformat“ von „360° – Die Debatte“ holt Protagonisten zu regionalen Aufregerthemen an einen Tisch – unkompliziert, kompakt und live. Während „Die Debatte“ auf der großen Bühne mit Publikum stattfindet, setzt der Talk auf ein kleineres Setting und den digital übertragenen Austausch zwischen den Beteiligten. Beide Formate verfolgen dasselbe Ziel: einen respektvollen Austausch zwischen Menschen zu ermöglichen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Moderiert wird dieser „360° – Talk“ vom Reporterchef für die Region Osnabrück, Jean-Charles Fays.
Polat ist dafür bekannt, dass sie bereits seit Jahren ein klares Ende des Projekts A33-Nord fordert. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete aus Bramsche verwies auch in den vergangenen Monaten auf die gestiegenen Kosten von über 200 Millionen Euro, fehlende Haushaltsmittel und die aus ihrer Sicht mangelnde Wirtschaftlichkeit. Statt in den Neubau, so Polat, müsse der Bund dringend in die Sanierung bestehender Infrastruktur investieren – allein in der Region seien 70 Brücken marode. Zudem sei ein Autobahnneubau dieser Größenordnung in Zeiten der Klimakrise nicht mehr zu verantworten. Für Umwelt, Natur und Klima wäre ein Stopp der A33-Nord, so Polat, ein Gewinn.
Brinkmann sieht das Projekt dagegen als „notwendige Zukunftsinvestition in die Infrastruktur der Region“. Der CDU-Bundestagsabgeordnete betont die verkehrliche Bedeutung für Pendler, mittelständische Betriebe und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Osnabrück. Moderne Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen könnten den Eingriff in die Natur minimieren, so Brinkmann. Er ist fest überzeugt, dass die A33-Nord nicht an der Finanzierung scheitern wird und pocht darauf, dass der gesetzliche Planungsauftrag schnellstmöglich umgesetzt wird.
Mit der Einstufung im Bundesverkehrswegeplan als Vorhaben des „vordringlichen Bedarfs“ besteht dafür die rechtliche Grundlage. Zudem muss die Autobahn GmbH nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens die Wirtschaftlichkeit des Projekts erneut bestätigen, bevor der Bund über eine Baufreigabe entscheidet.
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