Osnabrück  „RIP Friedensstadt Osnabrück“: Aktivisten stellen Holzkreuze gegen den Krieg auf

Noah Schnarre
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Von Noah Schnarre
| 22.10.2025 15:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 21. auf 22. Oktober, haben Aktivisten Kreuze gegen Rheinmetall aufgestellt. Foto: Noah Schnarre
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 21. auf 22. Oktober, haben Aktivisten Kreuze gegen Rheinmetall aufgestellt. Foto: Noah Schnarre
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Entlang viel befahrener Straßen in der Osnabrücker Innenstadt stehen aktuell schlichte Holzkreuze mit Anti-Kriegsbotschaften. Was hat es damit auf sich?

Unbekannte Aktivisten haben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 21. auf 22. Oktober, rund um die Osnabrücker Innenstadt Holzkreuze aufgestellt. Darauf zu lesen sind Anti-Kriegsbotschaften wie diese: „Rheinmetall tötet“ oder „RIP Friedensstadt Osnabrück“

Mit der Aktion spielen die Aktivisten auf die Zukunft des VW-Werks in Osnabrück-Fleeder an. Vor einem Jahr hatte der Volkswagenkonzern die langfristige Perspektive deutscher Standorte zur Disposition gestellt – auch das Osnabrücker Werk mit seinen rund 2300 Mitarbeitern steht dabei zur Diskussion.

Seit Anfang des Jahres wird in diesem Zusammenhang über eine mögliche Übernahme des Standorts durch den Rüstungsbetrieb Rheinmetall spekuliert. Nicht zuletzt, weil Rheinmetall-Chef Armin Papperger das Werk im März besuchte.

„Die Aktion soll auf die zunehmende Militarisierung unserer Gesellschaft und die massive Rüstungskonversion in der Industrie aufmerksam machen“, teilt das Aktionsnetzwerk Zukunftswerk Osnabrück in einer Mitteilung mit; ohne dabei Rückschlüsse auf die Identität der Aktivisten zu geben. Das Netzwerk versteht sich als Zusammenschluss aus Einzelpersonen, politischen Gruppen und Initiativen, dem auch das „Unordnungsamt Osnabrück“ zugerechnet werden kann.

Die schlichten Holzkreuze, die nun an viel befahrenen Straßen wie dem Konrad-Adenauer-Ring stehen, erinnern an weitere Aktionen von bislang unbekannten Aktivisten. Im September wurde in Osnabrück ein Flyer in Umlauf gebracht, der mit dem städtischen Logo, dem Bildnis und der Unterschrift von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter versehen waren. Das Schreiben thematisierte die mögliche Übernahme des VW-Werks durch die Rüstungsindustrie. Die Stadt und Pötter erstatteten Strafanzeige, der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Am Freitag, 24. Oktober, dem Jahrestag des westfälischen Friedens, ruft das Zukunftswerk Osnabrück zu einer Kundgebung vor dem Theater Osnabrück auf. Unter dem Motto „Busse statt Kriegsgerät“ will das Bündnis ab 17 Uhr gegen eine mögliche Übernahme des VW-Werks demonstrieren. Gleichzeitig wolle man sich klar positionieren: Die Sorge um einen Arbeitsplatzverlust dürfe nicht gegen den Einsatz für Frieden ausgespielt werden. Stattdessen fordert das Netzwerk, dass der VW-Standort zur Produktion von Fahrzeugen des ÖPNV genutzt wird.

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