Flensburg  100 Jahre alt werden? Ernährungs-Experte gibt 6 Tipps für ein gesundes, langes Leben

Lara Gildemeister
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Von Lara Gildemeister
| 20.10.2025 21:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Walnuss, Apfel, Karotte: Welche Lebensmittel wir essen, kann unsere Gesundheit maßgeblich beeinflussen, weiß Ernährungs-Experte Julian Spinty. Foto: Lara Gildemeister
Walnuss, Apfel, Karotte: Welche Lebensmittel wir essen, kann unsere Gesundheit maßgeblich beeinflussen, weiß Ernährungs-Experte Julian Spinty. Foto: Lara Gildemeister
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Auch im Alter gesund und fit sein – das wollen wir doch alle. Der Ernährungsberater Julian Spinty hat sechs Tipps, wie das gelingen kann. Und eine kleine Entwarnung gibt er auch.

Als Ernährungsberater weiß Julian Spinty genau, wie viel Einfluss die Ernährung auf Gesundheit und Lebensdauer haben kann. Wer bereits in seinen Zwanzigern anfängt, sich gesund zu ernähren, könne bis zu zehn Jahre Lebenszeit gewinnen, sagt Spinty. Aber auch später wirken sich kleine Umstellungen bei der täglichen Ernährung positiv auf die Gesundheit aus. Die wichtigsten Tipps für eine solche Umstellung verrät er hier.

„Der Hauptfaktor für ein frühzeitiges Ableben ist tatsächlich ein zu hoher Salzkonsum“, beginnt Ernährungsfachmann Spinty. Zwar braucht der Körper eine gewisse Menge Salz, viele Menschen konsumieren im Alltag aber weit mehr als nötig. Echte Salzbomben sind vor allem Fertiggerichte, herzhafte Snacks und Fleischprodukte wie Wurst und Salami, erklärt er.

Ein übermäßiger Konsum könne das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erhöhen. Der Experte rät deshalb: „Das Salz auf jeden Fall reduzieren“ und lieber zu salzärmeren oder selbstgemachten Alternativen greifen.

Wer seinem Körper zusätzlich etwas Gutes tun will, kann Weizen- mit Vollkornprodukten austauschen. Die sättigen nicht nur länger, sondern enthalten auch mehr Mineral- und Ballaststoffe. „Ballaststoffe geben den guten Darmbakterien das nötige Futter“, weiß Spinty. Und ein gesunder Darm bedeutet auch einen gesünderen Körper.

Außerdem gibt es einen absoluten Star unter den Nahrungsmitteln, der Spintys Meinung nach oft übersehen wird. „Hülsenfrüchte kommen viel zu kurz“, so der 38-Jährige. Dabei sind Kichererbsen, Bohnen, Linsen und Co. echte Multitalente: „Sie sind sehr ballaststoffreich, haben viele Vitamine und Mineralstoffe“, erklärt der Ernährungsberater. Zusätzlich enthalten Hülsenfrüchte eine gute Menge Protein – der nächste Punkt, auf den es zu achten gilt.

„Proteine sind ein wichtiger Faktor, gerade im Bezug aufs Älterwerden“, sagt Julian Spinty. Denn dann baut der Körper häufig Muskeln ab. Mit einer proteinreichen Ernährung und Sport kann man entgegenwirken. Wer viele Proteine zu sich nimmt und zusätzlich auf ausreichend Bewegung achtet, kann auch im hohen Alter besser seinen Alltag bewältigen, Kraft erhalten und sich vor Verletzungen wie Knochenbrüchen schützen.

Der nächste Punkt mag einige überraschen: Fett ist nicht schlecht, sondern wichtig für den Körper. Die guten Fette regulieren unter anderem die Hormonproduktion. Ist die aus der Balance, kann das sowohl den Schlaf als auch das Sättigungsgefühl und unseren Antrieb beeinflussen, mahnt Spinty. Genug Gründe, diese Fette, die sich in Nüssen, Samen und Pflanzenölen finden, regelmäßig in die Ernährung einzubauen. Das gelingt zum Beispiel, indem man Saaten in den Salat gibt oder Soßen aus Nussmus anmischt.

„Was nicht zu kurz kommen darf, ist Wasser trinken“, gibt Julian Spinty zuletzt zu bedenken. Gerade im Alter stelle sich oft ein geringeres Durstgefühl ein. Trotzdem braucht der Körper weiterhin ausreichend Flüssigkeit, um den Abtransport von Giftstoffen sowie eine optimale Verdauung und Hirnleistung zu gewährleisten. Als grobes Minimum könne man sich an 1,5 bis zwei Litern Wasser oder ungesüßtem Tee am Tag orientieren. Der genaue Wasserbedarf müsse aber individuell an Aktivität und Körpergewicht angepasst werden, erklärt der Flensburger.

Zuletzt die Entwarnung für alle Naschkatzen und Süßzähne: Eine gesunde Ernährung bedeutet nicht automatisch Verzicht. „Wenn man einmal Lust auf Schokolade oder Eis hat, dann ist das nicht problematisch, wenn der Rest der Ernährung stimmt“, versichert Spinty. 90 Prozent vollwertige, möglichst unverarbeitete Lebensmittel lassen Platz für zehn Prozent Genuss.

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