Osnabrück Nazi-Nummernschild: Diese Kennzeichen sind in der Region Osnabrück verboten
Wer sein Wunschkennzeichen erstellen will, muss sich in der Region Osnabrück an bestimmte Regeln halten. Einige Buchstaben und Zahlen haben einen historischen Hintergrund mit NS-Bezug und dürfen daher nicht auf Nummernschildern auftauchen. Welche Kürzel sind so stark belastet, dass sie verboten sind?
Ob OS-NA oder der Geburtstag als Zahlencode: Für viele Menschen gehört das Wunschkennzeichen genau so zum Auto wie das Lenkrad. Allerdings kann dabei nicht jeder Wunsch erfüllt werden, da bestimmte Abkürzungen in manchen Kreisen als Erkennungszeichen dienen.
In Niedersachsen entscheidet das Ministerium für Inneres und Sport darüber, welche Kombinationen für Autokennzeichen vergeben werden können. Dabei dürfen die benutzten Kombinationen „nicht gegen die guten Sitten verstoßen“.
Kürzel wie KZ, HJ, SS, SA und NS sind verboten, da sie sich als Konzentrationslager, Hitlerjugend, Schutzstaffel, Sturmabteilung und Nationalsozialist lesen lassen. Allerdings können nicht nur Buchstaben, sondern auch Zahlen als Symbol herhalten.
Kombinationen wie 18 oder 88 beziehen sich durch ihre Ziffern auf den jeweils ersten und achten Buchstaben des Alphabets und so wird schnell ein AH – „Adolf Hitler“ – oder „Heil Hitler“ aus der eigentlich harmlosen Zahlenfolge.
„Wenn sich Personen ihre eigenen Initialen oder die ihrer Kinder wünschen und einfach nicht wussten, dass gewisse Kombinationen verboten sind, dann informieren wir sie darüber und suchen gemeinsam nach Alternativen“, sagt Silke Brickwedde, Pressesprecherin der Stadt Osnabrück.
Den Haltern werde zum Beispiel AS oder SN statt der verbotenen Kombinationen SA oder NS empfohlen und man einige sich auf einen Kompromiss. In den vergangenen Jahre seien explizite Anfragen allerdings sehr selten gewesen.
Im Landkreis werden die einschlägigen Kombinationen ebenfalls nicht zugeteilt. „Die zuständigen Kollegen erinnern sich nur an eine einzige Anfrage, bei der eine verbotene Kombination gewünscht war, das ist aber schon mehr als zehn Jahre her“, erklärt Burkhard Riepenhoff, Pressesprecher für den Landkreis Osnabrück. Näher darauf eingehen wollte er nicht.
Für jedes Bundesland gelten andere Regeln, da die Vergabe der Kennzeichen Sache des jeweiligen Innenministeriums ist. In Schleswig-Holstein darf in Itzehoe – Kennzeichen IZ – nicht AN mit der örtlichen Kennung kombiniert werden, da dies rückwärts gelesen Nazi bedeutet.
Die Stadt Heide im Kreis Dithmarschen vergibt keine Kennzeichen mit der Kombination HEI-L, HEI-LH und HEI-HI, weil sie zu leicht mit „Heil Hitler“ assoziiert werden. Im nordrhein-westfälischen Moers dürfen die Buchstaben RD nicht aufs Kennzeichen, da die Kombination sonst MO-RD lauten würde.
Zukünftig gilt: Sollten weitere Buchstaben- oder Zahlenreihungen auf die rote Liste gesetzt werden, müssen betroffene Kraftfahrzeughalter die Kennzeichen wechseln. Die anfallenden Kosten sollen ihnen aber erstattet werden.
Übrigens: Seit sieben Jahren gibt es unter anderem in Melle und Wittlage wieder die sogenannten Alt-Kennzeichen. Statt für OS können Fahrzeughalter sich auch für MEL- und WTL-Kennzeichen entscheiden. An mehr als 6000 Fahrzeugen prangt inzwischen WTL, MEL sieht man an mehr als doppelt so vielen.