Osnabrück  Diese Halle hat gefehlt: Botschaft Osnabrück feiert ersten Geburtstag – mit diesen Bands

Ralf Döring
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Von Ralf Döring
| 19.10.2025 17:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Botschaft ist im Osnabrücker Kulturleben angekommen. Foto: Ernesto Moses Wiebrock
Die Botschaft ist im Osnabrücker Kulturleben angekommen. Foto: Ernesto Moses Wiebrock
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Am 2. November 2024 fand das erste Konzert in der Botschaft statt. Für Betreiber Guido Remmert ist das ein Grund zum Feiern. Denn die neue Konzerthalle auf dem Areal zwischen Franken- und Dammstraße ist gut beim Publikum und bei den Künstlern angekommen.

Über die schlaflosen Nächte und über all den Stress vor einem Jahr redet Guido Remmert nicht. Nur so viel: Ein Projekt wie die Botschaft wird er so schnell nicht wieder angehen. Angesichts der Rahmenbedingungen ist das nachvollziehbar – ein gutes halbes Jahr hatten er und seine Mitstreiter Falk Schlukat und Martin Wüst Zeit, ein ehemaliges Postverteilzentrum in eine Konzerthalle zu verwandeln. Tatsächlich ist das Projekt gelungen, aber die Geburtsschmerzen waren riesig.

Mittlerweile sind die Schmerzen vergessen. Die Botschaft ist im Osnabrücker Kulturleben angekommen; die Gäste kommen zu Konzerten, Lesungen, Comedy und Kabarett. Diese Bandbreite entspricht dem, was Remmerts Agentur Zukunftsmusik ohnehin veranstaltet, nur hat er mit der Botschaft jetzt eine Spielstätte, die größere Acts zulässt.

Bestuhlt fasst die Halle rund 500 Besucher, unbestuhlt an die 1100. Dank der Botschaft kann Zukunftsmusik nun etliche Veranstaltungen im eigenen Haus durchführen, für die sich die Agentur bisher in andere Veranstaltungsorte einmieten musste – von der Lagerhalle über die Osnabrückhalle bis zum Rosenhof oder dem Hyde Park.

Aber auch über die Stadtgrenzen hinaus kommt die Botschaft in den Köpfen an. Bands wie die Antilopen Gang waren schon hier, Kabarettisten wie Max Uthoff, Schauspielerin Caroline Peters las aus ihrem Buch.

Besonders gern erinnert sich Remmert an das Konzert der Sängerin und Songwriterin Kat Frankie: Die gastierte mit einer ausschließlich weiblichen A-cappella-Formation in der Botschaft, „mit einem Programm, das sie davor nur in Klassik-Spielorten wie der Elbphilharmonie oder in Theatern aufgeführt hatte“. Die Botschaft war ihre erste Halle, die auf elektronisch verstärkte Musik ausgelegt ist – und die Künstlerin hat sich ausgesprochen wohlgefühlt.

Außerdem feiern mittlerweile Firmen dort ihre Jubiläen, der VfL Osnabrück und die Stadt berichten über den Stand der Dinge in Sachen Umbau des Stadions an der Bremer Brücke, Musica Viva lässt dort beim Abschlusskonzert des diesjährigen Festivals Charly Hübner und das Ensemble Resonanz auftreten. Und auf allen Gebieten bewährt sich die neue Halle. Der nächste Vielseitigkeitstest dürfte das Boxevent „The Ring“ werden.

All das spricht sich auch in der Veranstalterszene herum und hilft Remmert auf seinem Weg, die Botschaft „deutschlandweit bekannt zu machen“. Aber zunächst wird der erste Geburtstag gefeiert, drei Abende lang, mit „einem Querschnitt dessen, was in der Botschaft stattfindet“, sagt Remmert.

Den Anfang macht am Freitag, 31. Oktober, das Musikduo Grandbrothers mit seiner Mischung aus Klaviermusik und Elektropop, die sie mit dem jüngst erschienenen fünften Album „Elsewhere“ um analoge Synthesizer und Drum Machines erweitern.

Tags darauf steht der englische Singer-Songwriter Charlie Cunningham auf der Bühne der Botschaft. Auch er hat ein neues Album herausgebracht; es trägt den Titel „In Light“ und verspricht einen stimmungsvollen, vielleicht mitunter geradezu meditativen Abend.

Abrunden wird Remmert das Geburtstagswochenende ebenfalls sehr stimmungsvoll: Takis Würger liest aus seinem jüngsten Buch, dem Liebesroman „Für Polina“, und wechselt sich dabei ab mit der Wohlfühl-Klaviermusik von Florian Christl. „Für Polina – In Concert“ heißt die Kombination.

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