Osnabrück Frust, Stress, Ärger: Dabei soll der Rage Room „SmashN’Paint“ in Osnabrück bald helfen
In den Räumen der ehemaligen Filmpassage wird es bald laut: Alexander Thiessen plant einen Rage Room, in dem Besucher aufgestauten Frust herauslassen können, indem sie Gegenstände zerstören – doch das ist längst nicht alles.
Wo früher Filmfans in den Kinosälen der Filmpassage saßen, entsteht in der Johannisstraße 112/113 in Osnabrück bald ein Rage Room. Der Geschäftsführer Alexander Thiessen plant dort seit acht Monaten das „SmashN‘Paint“. Noch fehlen einige Genehmigungen der Stadt, doch der gebürtige Hildesheimer hofft auf eine Eröffnung in diesem Jahr.
Im Rage Room können Besucher kontrolliert Gegenstände zerstören: Fernseher, Bildschirme und sogar Mikrowellen stehen bereit. „Es soll ein sicherer Ort sein, an dem man Frust herauslassen kann“, sagt Thiessen. Außerdem sei das Angebot eine Gelegenheit, Stress im kreativen Rahmen abzubauen.
Die Idee kam ihm nach einem eigenen Erlebnis im Dezember 2024: „Ich habe einen Rage Room zum Geburtstag geschenkt bekommen. Der war ganze 200 Kilometer entfernt. Also warum nicht in Osnabrück?“ Daraufhin fing der Osnabrücker an, sich Anfang des Jahres mit der Umsetzung solch eines Projekts zu beschäftigen.
Erster Schritt: Thiessen machte sich mit der Entrümpelungsfirma „Team-Thiessen“ selbstständig. Dort kümmert er sich um Haushaltsauflösungen und Nachlässe – so findet er unter anderem Material für den Rage Room. Als Nächstes: die Location an der ehemaligen Filmpassage.
Der Rage Room, der für Jugendliche ab 16 Jahren mit Genehmigung der Eltern zugänglich sein wird, bleibe allerdings nicht alleine. Nicht fehlen dürfe für Thiessen ein Paint Room, bei dem sich alles um Farbexperimente dreht: Teilnehmer bekommen Leinwände und Farbe gestellt, mit denen sie sich ausprobieren dürfen. Ob blaue, gelbe oder grüne Farbspritzer an den Wänden landen oder in einer „Farbschlacht“ den kleinen Bruder treffen, sei dabei ganz egal. In diesem Bereich dürfen bereits 6-jährige Gäste ihrem Ärger freien Lauf lassen.
„Keiner sitzt nur herum, sondern jeder tobt sich kreativ aus“, erklärt Thiessen. Die Verbindung beider Räume habe er bei seinen Recherchen in Deutschland außerdem noch nicht gesehen – lediglich in Amerika. Das habe ihn zu dem Konzept und Namen „SmashN‘Paint“ inspiriert.
Aus den ehemaligen Kinosälen entstehen mehrere kleinere Räume, die Thiessen mit seinem Architekten geplant hat. Die Arbeiten in den Räumen laufen aber noch. Bereits entfernt hat der Inhaber die Teppichwände, der Kleber ist abgeschliffen. Sobald er das Feedback der Stadt habe, könnten die Wände hochgezogen werden. „Danach sollte es relativ schnell bis zur Eröffnung gehen“, fügt der Geschäftsführer hoffnungsvoll hinzu.
Die roten Vorhänge vor der früheren Leinwand bleiben jedoch. Das schaffe ein besonderes Ambiente, welches langfristig für Veranstaltungen herhalten könne: Events wie „DrinkN‘Paint“ mit Sekt und Leinwand vor sich seien allerdings noch „Zukunftsmusik“, so Thiessen.
Die Filmpassage an der Johannisstraße 112/113 stand seit dem Lockdown während der Corona-Zeit leer. Mit „SmashN’Paint“ soll das Gebäude wieder mit Leben gefüllt werden.