Osnabrück  Wer möchte Wirt werden? Wie die Stadt Osnabrück nach einem Pächter für den Ratskeller sucht

Wilfried Hinrichs
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Von Wilfried Hinrichs
| 14.10.2025 06:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Osnabrück: #Symbolfoto_Ratskeller in Osnabrück hat Insolvenz angemeldet. 06.08.2025 Foto: Jörn Martens Foto: Jörn Martens
Osnabrück: #Symbolfoto_Ratskeller in Osnabrück hat Insolvenz angemeldet. 06.08.2025 Foto: Jörn Martens Foto: Jörn Martens
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Der Ratskeller in Osnabrück ist seit September geschlossen. Seither sucht die Stadt einen neuen Pächter – und will dabei keine Fehler machen.

Der Osnabrücker Ratskeller wird vermutlich noch bis ins kommende Jahr 2026 geschlossen bleiben. Denn die Stadt Osnabrück setzt bei der Suche nach einem Gastronomen auf Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Ein Interessenbekundungsverfahren wird in Gang gesetzt.

Seit September ist die Tür der Traditionsgaststätte im Souterrain des historischen Rathauses verschlossen. Zeitgleich wurde das Insolvenzverfahren über die ORG Osnabrücker Rats Gastronomie GmbH eröffnet.

Die Immobilie ist, wie sollte es beim historischen Rathaus anders sein, in Besitz der Stadt Osnabrück. Doch im Rathaus gibt es keine ausgewiesene Expertise in Sachen Gastronomie. Deshalb hat der Immobilienausschuss auf Verschlag der Verwaltung beschlossen, ein Interessenbekundungsverfahren in Gang zu setzen. Das heißt: Wer Interesse hat, den Ratskeller gastronomisch wieder zum Leben zu erwecken, kann bei der Stadt eine Bewerbung einreichen.

Das Verfahren ist formlos und ohne rechtliche Bindung. Es dient dazu, den Markt zu sondieren und Rahmenbedingungen zu definieren. In der Vorlage werden als Beispiele die Verwendung regionaler Produkte oder bestimmte Öffnungszeiten genannt. Das Verfahren soll Bewerbern aber auch Freiräume bieten, sich mit einem eigenen Konzept „persönlich und kulinarisch zu verwirklichen“, wie es in der Vorlage heißt.

Eine Jury soll am Ende die Auswahl treffen. Sie wird besetzt mit Mitarbeitern der Verwaltung, dem Geschäftsführer der Marketing Osnabrück GmbH, einem Vertreter der Dehoga und einem erfahrenen, unbeteiligten Gastronomen aus Osnabrück.

Bewerbung und Auswahl kosten Zeit. Der Chef des Osnabrücker Stadtmarketings, Alexander Illenseer, geht davon aus, dass das Verfahren bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen werden kann. Mit einer Wiederöffnung des Ratskellers rechnet er im ersten Quartal 2026.

Seit über 80 Jahren wird das Untergeschoss des Rathauses gastronomisch genutzt. Zwei Gastrounternehmer übernahmen 2021 das Lokal zu einem denkbar schwierigen Zeitpunkt: Die Corona-Pandemie erreichte ihren ersten Höhepunkt.

Als neues Unternehmen hatte die ORG Osnabrücker Rats Gastronomie GmbH keinen Anspruch auf staatliche Corona-Hilfen. Zugleich waren Investitionen in den Betrieb nötig. Die Pandemie habe ein Loch hinterlassen, das der Betrieb seither vor sich hergeschoben habe, so die Erklärung von Insolvenzverwalter Peter Jacob.

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