Neuer Eigentümer  Lösung für insolventes Unternehmen aus Leer-Loga gefunden

Jonas Bothe
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Von Jonas Bothe
| 10.10.2025 18:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In Loga werden unter anderem Kunststoffteile für die Automobilindustrie produziert. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
In Loga werden unter anderem Kunststoffteile für die Automobilindustrie produziert. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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Die LMB Kunststofftechnik GmbH aus Leer-Loga hatte Insolvenz anmelden müssen. Jetzt gibt es eine Lösung für das angeschlagene Unternehmen.

Leer - Nachdem die LMB Kunststofftechnik GmbH (LMBK) in Loga im Mai einen Insolvenzantrag stellen musste, gibt es nun eine Lösung für den kunststoffverarbeitende Betrieb. Das teilt der Insolvenzverwalter Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH an diesem Freitag, 10. Oktober 2025, mit. „Die Blau Kunststofftechnik Leer GmbH, eine neugegründete Gesellschaft der Blau Kunststofftechnik aus Grevenbroich, übernimmt den Geschäftsbetrieb mit Wirkung zum 1. Oktober 2025“, heißt es. „Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten.“ Im Herbst 2025 lag die Zahl beim Besuch der Redaktion bei 51 Beschäftigten. Die Gläubigerversammlung, die am Freitag, 10. Oktober 2025, stattfand, habe der Lösung einstimmig zugestimmt.

Die Fahne des neuen Unternehmens hängt bereits vor dem Standort von LMB Kunststofftechnik in Loga. Foto: Jonas Bothe
Die Fahne des neuen Unternehmens hängt bereits vor dem Standort von LMB Kunststofftechnik in Loga. Foto: Jonas Bothe

„In kurzer Zeit haben wir durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten eine tragfähige Lösung erreicht, die den Geschäftsbetrieb sichert und alle Arbeitsplätze erhält“, wird Kaufmann zitiert. „Mit der Blau-Gruppe gewinnt das Unternehmen einen starken Partner, der das vorhandene Potenzial nutzt und weiterentwickelt.“ Für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner entstehe dadurch eine klare und verlässliche Perspektive.

Geschäftsbetrieb wurde fortgeführt

Die vor 41 Jahren gegründete LMB Kunststofftechnik GmbH hatte sich auf die Produktion von Spritzgussteilen spezialisiert. Dabei wird Kunststoff durch Hitze verflüssigt und dann unter Druck in eine Form – das sogenannte Werkzeug – gespritzt. Anschließend wird das Material wieder fest und kann aus der Maschine genommen werden. Das Amtsgericht Leer hatte am 29. Mai 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und Dr. Christian Kaufmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Am 1. August 2025 wurde das Verfahren eröffnet.

Der Geschäftsbetrieb sei über die Verfahrenseröffnung hinaus fortgeführt worden. Durch die engagierte Mitarbeit der Beschäftigten sowie das entgegengebrachte Vertrauen der Kunden habe man Aufträge, wie vereinbart, produzieren und ausführen können. „Dies bildete die Grundlage für die nun erzielte Einigung in einem herausfordernden Branchenumfeld“, ergänzt Dr. Kaufmann. Im Pluta-Sanierungsteam wird er von Rechtsanwalt Alexander Bortfeldt, Rechtsanwältin Natalia Leo sowie Betriebswirt Frederic Hupens unterstützt. In enger Zusammenarbeit mit den Transaktionsexperten von Go & Company aus Frankfurt am Main habe das Team einen Investorenprozess eingeleitet, der nun zum Abschluss gebracht wurde.

Blau Kunststofftechnik hat bislang mehr als 200 Mitarbeiter

Die Blau Kunststofftechnik GmbH ist laut der Mitteilung ein führender Anbieter von Verschlusssystemen und Fluidsystemen für die Automobilindustrie. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1923 zurück. Der Firmensitz in Grevenbroich erstrecke sich über fast 10.000 Quadratmeter. Die mehr als 200 Mitarbeiter konzentrieren sich laut der Mitteilung auf die Entwicklung und die Herstellung von rund 1.400 Produkten, die an Kunden in mehr als 30 Ländern weltweit geliefert würden.

LMB Kunststofftechnik wurde vor 41 Jahren gegründet. Foto: Jonas Bothe
LMB Kunststofftechnik wurde vor 41 Jahren gegründet. Foto: Jonas Bothe

Die Blau-Gruppe verfolge mit der Übernahme eine klare Wachstumsstrategie, teilt Kaufmann mit. Sie nutze die technologische Kompetenz und die etablierten Kundenbeziehungen, um ihre Marktposition auszubauen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. „Für den Standort Leer bedeutet dies eine langfristige Perspektive und für die Belegschaft sichere Arbeitsplätze in einem stabilen Unternehmensverbund“, heißt es. Zugleich gewännen Kunden einen verlässlichen Partner, der Innovation mit Kontinuität verbindet.

Marktposition soll dadurch gestärkt werden

„Diese Übernahme ist ein bedeutender Schritt für unsere Gruppe“, wird Felix Winkler aus der Geschäftsführung der Blau Kunststofftechnik zitiert. „Wir freuen uns sehr, das hoch motivierte Team aus Leer in unserer Mitte zu begrüßen. Gemeinsam können wir unsere Kunden künftig noch umfassender betreuen, die Wertschöpfung stärker im eigenen Haus bündeln – und gemeinsam weiter wachsen.“

Auch Thorsten Fleter, Geschäftsführer der Blau Kunststofftechnik, betont in der Mitteilung die strategische Bedeutung des Zusammenschlusses: „Mit dem Standort Leer erweitern wir nicht nur unser Branchenportfolio, sondern auch unsere Fertigungstiefe. Diese Synergien sichern Arbeitsplätze, stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit und eröffnen unseren Mitarbeitern und Kunden neue Perspektiven. Wir blicken mit großer Zuversicht in die gemeinsame Zukunft.“

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