Geschichten aus der Heimat  Ostfriesische Bräuche werden in den Krimis aus Mitling-Mark lebendig

| | 10.10.2025 19:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Elise Andresen-Bunjes mit ihrem Krimi „Ermittlungen auf ostfriesisch“. Foto: Madita Janßen
Elise Andresen-Bunjes mit ihrem Krimi „Ermittlungen auf ostfriesisch“. Foto: Madita Janßen
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Regionale Traditionen und Kriminalfälle: Elise Andresen-Bunjes zeigt, wie spannend Ostfriesland sein kann – und lässt ihre Figuren mitten im Brauchtum ermitteln.

Mitling-Mark - Ostfriesische Bräuche kombiniert mit düsterer Krimi-Stimmung? Das vereint Autorin Elise Andresen-Bunjes, in ihren Krimis „Scherbellenskoppen“ und „Ermittlungen auf ostfriesisch“. Sie schreibt unter dem Pseudonym „Elise van Mark“. Bei ihrer Lesung an diesem Wochenende schließt sich für sie ein Kreis.

An diesem Samstag, 10. Oktober 2025, geht es um ihr neuestes Werk „Ermittlungen auf ostfriesisch“. Das Schreiben gehört aber schon lange zum Leben der Mitling-Markerin. Der Grundstein für die Geschichten der Autorin wurde vor 35 Jahren gelegt. Damals schrieb sie zuerst nur plattdeutsche Kurzgeschichten. Mit ihrer ersten Kurzgeschichte konnte Andresen-Bunjes direkt Erfolge beim Wettbewerb „NDR Vertell doch mal“ verzeichnen, was sie motivierte, weiterzuschreiben. Ihre erste Geschichte auf Hochdeutsch schrieb sie dann für eine Anthologie. Im Jahr 2020 erschien ihr erster Kriminalroman „Scherbellenskoppen“. Das plattdeutsche Wort beschreibt den Brauch, bei dem die Menschen an Martini durch die Straßen ziehen, um sich zu verkleiden und zu maskieren. Die Krimis der Mitling-Markerin gehören dem Genre „cozy mystery“ an. Dies ist eine Form des Kriminalromans, welche sich durch einen unbeschwerten, charmanten Stil auszeichnet, bei dem die Lösung eines Falls im Vordergrund steht. Hier können die Leserinnen und Leser selbst mit rätseln.

Eine Frau mit vielen Talenten und Interessen

Elise Andresen-Bunjes, geboren in Holtland, ist eine Frau der vielen Talente und Hobbys. Eigentlich wolle sie ihre Ruhe haben, erzählt die Autorin, aber es gebe doch so viele Dinge, die sie interessierten. Die Mitling-Markerin ist nämlich nicht nur Autorin, sondern auch Märchenerzählerin und leidenschaftliche Gärtnerin. Zudem sammelt sie alte Puppenküchen und stellt ein paar davon auch im Museum „Omas Küche“ in Mitling-Mark aus. So ist ihr Tag immer schnell mit vielen Aktivitäten und Leidenschaften gefüllt. Außerdem ist sie Mitglied im örtlichen Dorfverein von Mitling-Mark. Der kleine Ort liegt der Autorin sehr am Herzen. So berichtet sie stolz, dass sie die Alte Schule vor dem Abriss „gerettet hat“, indem sie eine Unterschriftensammlung initiierte. Der dortige Klassenraum wurde dann vom Dorfverein restauriert. Jetzt wird er für viele verschiedene Dinge und Aktivitäten genutzt. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz. An diesem Ort, der ihr so am Herzen liegt, kommt nun alles zusammen.

Zurück zu den Krimis: Damit ihre Leserinnen und Leser die Krimis genießen können, hat sie klare Regeln: Die Autorin hat sich ganz bewusst dazu entschieden, dass in ihren Krimis keine Mütter oder Kinder sterben. So habe zum Beispiel eine Leserin zum ersten Krimi von Andresen-Bunjes geschrieben: „Mir sind alle Personen ans Herz gewachsen, bis auf den Mörder.“

Das Titelbild des Krimis „Ermittlungen auf ostfriesisch“ von Elise van Mark. Foto: Madita Janßen
Das Titelbild des Krimis „Ermittlungen auf ostfriesisch“ von Elise van Mark. Foto: Madita Janßen

Der ostfriesische Bezug

Auch die Heimat der Autorin spielt eine wesentliche Rolle. Sie entschied sich bewusst dazu, ihre Krimis mit einem ostfriesischen Bezug zu schreiben. Andresen-Bunjes sagt, viele der Krimis auf dem heutigen Markt, haben zwar Charaktere mit ostfriesischen Namen, hätten aber sonst nicht viel mit Ostfriesland zu tun. Man könne einfach die Handlung übernehmen, die Namen ändern und die Geschichten an einem anderen Ort spielen lassen.

Deshalb legt sie wert auf einheimische Bräuche: „es ist schön, wenn die Bräuche bekannt werden“. Nachdem sie in „Scherbellenskoppen“ schon über Martini schrieb, geht es nun in ihrem neuesten Buch um die traditionelle Verknobelung am Abend vor Nikolaus. In Zukunft könnte sich Andresen-Bunjes auch vorstellen einmal über die Bräuche des Osterfeuers, oder das Maibaumaufstellen zu schreiben. Sie möchte nämlich „gern weiterschreiben, aber den Schwerpunkt eher auf Plattdeutsch setzen“.

Für alle Krimi-Interessierten gibt es am Samstag, 11. Oktober 2025, um 19 Uhr eine Lesung in der Alten Schule in Mitling-Mark. Dort liest Elise Andresen-Bunjes aus ihrem Krimi „Ermittlungen auf ostfriesisch“ vor. Passend zum Thema der Geschichte wird es in der Pause der Lesung auch eine Verknobelung von ihrem Krimi geben.

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