Protest in Leer  Demo vorm Kreishaus gegen Abschiebung

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 01.10.2025 17:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Für die Familie Kouame haben rund 100 Teilnehmer vor dem Kreishaus in Leer demonstriert. Der Mutter und drei Kindern droht die Abschiebung. Foto: Klaus Ortgies
Für die Familie Kouame haben rund 100 Teilnehmer vor dem Kreishaus in Leer demonstriert. Der Mutter und drei Kindern droht die Abschiebung. Foto: Klaus Ortgies
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Etwa 100 Menschen haben vor dem Kreishaus in Leer für ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht für die Familie Kouame demonstriert. Der Mutter und drei Kindern droht die Abschiebung.

Leer - Mit vielen Plakaten und Trommeln wurde am Dienstag (1. Oktober 2025) vor dem Kreishaus in Leer demonstriert. Dazu aufgerufen hatten die Omas gegen rechts Leer sowie der Verein Afrikanische Diaspora. Sie fordern die Ausländerbehörde des Landkreises Leer auf, der Familie Kouame eine dauerhaftes Aufenthaltserlaubnis zu geben.

Mit ihren drei Kindern im Alter von drei, fünf und acht Jahren leben die Eltern in Oldersum. Der Vater ist berufstätig und sorgt nach Angaben der Omas gegen rechts für den Lebensunterhalt der Familie, die keinerlei Sozialleistungen beanspruche. Dennoch droht der Mutter und den drei Kindern die Abschiebung in ihr afrikanisches Heimatland. Denn das Paar ist bisher nicht verheiratet.

Forderung an den Landrat

Die Omas gegen rechts und die Afrikanische Diaspora sowie weitere Unterstützer werfen der Ausländerbehörde des Landkreises Leer ein „hartes Vorgehen“ vor und fordern Landrat Matthias Groote dazu auf, „dafür zu sorgen, dass alle Umstände der Familie berücksichtigt und die bestehenden rechtlichen Spielräume für ein dauerhaftes Bleiberecht der Familie ausgeschöpft werden“. Die Eltern planen den Angaben zufolge seit langem ihre Eheschließung, warte aber seit Monaten auf eine Bescheinigung der deutschen Botschaft im afrikanischen Herkunftsland.

Zum Protest hatten die Omas gegen rechts und die Afrikanische Diaspora aufgerufen. Foto: Klaus Ortgies
Zum Protest hatten die Omas gegen rechts und die Afrikanische Diaspora aufgerufen. Foto: Klaus Ortgies

Aktuell gibt es nach Auskunft des Landkreises Leer eine Hoffnung für das Paar und die Kinder, denn es gebe eine neue Entwicklung in dem Fall. Wie Landkreissprecher Philipp Koenen mitteilt, wurde ein Antrag bei der Härtefallkommission gestellt. Mit einer positiven Entscheidung dieses Gremiums könnte die Abschiebung verhindert werden. Das niedersächsische Innenministerium hat laut Koenen am Dienstag den Landkreis darüber die Härtefallprüfung informiert. Daher bekämen die Frau und die drei Kinder eine befristete Duldung, die laut Koenen mindestens so lange gewährt werde, wie die Härtefallprüfung andauert.

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Protest in Leer gegen Abschiebung
01.10.2025

Der Bescheid über diese Duldung sei der Familie am Mittwochvormittag ausgehändigt worden. Ansonsten verweist Koenen darauf, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 2018 den Asylantrag der Mutter abgelehnt habe. Eine dagegen erhobene Klage habe das Verwaltungsgericht Oldenburg 2022 abgewiesen, so dass seit dieser Zeit eine vollziehbare Ausreisepflicht bestehe, heißt es.

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