Osnabrück  Alles wieder falsch? Was Trumps Friedensplan für Israel und Hamas bedeutet

Michael Clasen
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Von Michael Clasen
| 30.09.2025 17:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kann US-Präsident Donald Trump mit Israels Ministerpräsident Netanjahu die Wende im Nahost-Krieg gelingen? Foto: dpa/ZUMA Press Wire
Kann US-Präsident Donald Trump mit Israels Ministerpräsident Netanjahu die Wende im Nahost-Krieg gelingen? Foto: dpa/ZUMA Press Wire
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US-Präsident Donald Trump gibt nicht auf, den Krieg im Nahen Osten beenden zu wollen. Sein Friedensplan wird vielleicht scheitern, dennoch ist er wertvoll, weil er die Hamas isoliert.

In Deutschland haben viele Medien ein Trump-Zerrbild konstruiert, das eine normale Debatte kaum mehr ermöglicht. Das gilt auch für die Frage, welche Chancen der Friedensplan des US-Präsidenten für den Nahen Osten bietet.

Ohnehin hat sich die Stimmung in Deutschland seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 mit mehr als 1200 Toten dramatisch gegen Israel gewendet, also gegen die Opfer! Nicht nur suchte die Linke den Schulterschluss mit Anhängern der Terrorgruppe. Selbst EU-Boykottaufrufe waren zu hören. Es ist erschreckend, ja beschämend, wie sehr das jüdische Leben 80 Jahre nach dem Holocaust wieder in Deutschland bedroht ist. 

Trump macht diese im Westen ebenso populäre wie gefährliche Täter-Opfer-Umkehr nicht mit. Die Verantwortung für Krieg und Tod, für Not und Elend trägt allein die Hamas. Israel verteidigt sich. Ob es dabei im Einzelfall Kriegsverbrechen begeht, müssen Gerichte entscheiden. Israels Armee versucht aber, zivile Opfer zu vermeiden. Gleichwohl: Die Bilder vom Leid der Menschen sind kaum zu ertragen. Dieser Schrecken ist Teil des Kalküls der Hamas, um Israel als Macht des Bösen zu ächten. Dabei könnten die Islamisten jederzeit den Krieg beenden, indem sie aufgeben und die letzten rund 50 Geiseln frei lassen, darunter deutsche Staatsbürger.

Trump setzt dieser Gewaltspirale einen Friedensplan entgegen, der das Sterben nicht sofort stoppen wird, aber Hoffnung macht. Denn die Reaktionen sind durchaus positiv. Die UN finden lobende Worte, auch Deutschland, die EU, aber vor allem die Türkei und arabische Länder, die Israel kritisiert hatten. Besonders Katars Einlassung macht Hoffnung, die Hamas zur Aufgabe bewegen zu können – und zur Annahme von Trumps 20-Punkte-Plan. 

Der US-Präsident knüpft hier an sein Abraham-Abkommen an, das zu einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten und Bahrain geführt hatte. Ein historisches Abkommen, aus dessen Geist der Versöhnung jetzt eine Perspektive für einen Palästina-Staat erwachsen könnte.

Trumps Plan nennt wichtige Punkte: Entwaffnung der Hamas, Rückzug Israels, Amnestie für Kämpfer, Wiederaufbau des Landes, palästinensische Kontrolle, internationale UN-Friedenstruppe. Warum soll der Gazastreifen nicht ein neues Singapur werden? Geld ist im Nahen Osten im Überfluss da. Jetzt braucht es den Willen der Palästinenser zum Frieden. Und wenn der rechtsextreme israelische Finanzminister Trumps Plan als „Fehlschlag“ geißelt, dann hat der US-Präsident vielleicht diesmal nicht alles falsch gemacht.

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