Osnabrück  Kaputte Straßen und Schulgebäude: Wie Osnabrück gegen den Verfall kämpfen will

Sandra Dorn
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Von Sandra Dorn
| 30.09.2025 05:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eines von vielen aktuellen Sorgenkindern in Osnabrück: Die Mindener Straße in Lüstringen ist reichlich hinüber. Hätte die Stadt das verhindern können? Foto: André Havergo
Eines von vielen aktuellen Sorgenkindern in Osnabrück: Die Mindener Straße in Lüstringen ist reichlich hinüber. Hätte die Stadt das verhindern können? Foto: André Havergo
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Laufende Instandhaltung statt später teurer Reparatur von Gebäuden, Straßen und Plätzen: Die Osnabrücker Stadtverwaltung soll dazu jetzt ein Konzept erarbeiten. Die CDU bezweifelt aber, dass das der richtige Weg ist.

Osnabrück gibt Millionenbeträge dafür aus, zu reparieren, was kaputtgegangen ist: Straßen, Schulen, Plätze und noch mehr. Die Osnabrücker SPD-Fraktion nennt da beispielsweise in einer Pressemitteilung den desaströsen Zustand der BBS Pottgraben. Schüler hatten die gesperrten oder unzumutbar gewordenen Toiletten und vieles mehr fotografisch festgehalten und im Frühjahr veröffentlicht – eine Protestaktion, die endlich die nötige Aufmerksamkeit auf den Verfall der Berufsschule lenkte.

Es ist nicht die einzige Schule in Osnabrück, bei der ein Sanierungsstau herrscht. Die SPD im Osnabrücker Stadtrat hat jetzt zusammen mit Grüne und Volt vorgeschlagen, dass die Verwaltung eine langfristige Strategie entwickeln soll – „zur nachhaltigen und kontinuierlichen Instandhaltung von Gebäuden, Plätzen, Straßen, Wegen und der öffentlichen Infrastruktur wie Brunnen und Beleuchtung.“

Die CDU-Fraktion im Stadtrat und Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) sprachen sich allerdings dagegen aus, gleich ein aufwendiges neues Konzept zu entwickeln. Stattdessen schlugen die Christdemokraten vor, die Verwaltung solle nur vorlegen, „mit welchen Instrumenten und Maßnahmen sie bereits heute eine nachhaltige und kontinuierliche Instandhaltung von Gebäuden, Plätzen, Straßen, Wegen und der öffentlichen Infrastruktur wie Brunnen und Beleuchtung sicherstellt.“

Wenn das bereits funktionieren würde, hätte es einen Niedergang wie am Ledenhof vor der Sanierung nicht gegeben, gab Panzer zu bedenken. Und Grünen-Fraktionschef Jens Meier betonte, die Stadt müsse „vor die Welle kommen“.

Wulf-Siegmar Mierke (UWG) signalisierte für die FDP/UWG-Gruppe angesichts der Rekordverschuldung der Stadt ebenfalls Zustimmung. Er erinnerte an das Desaster um das tropische Bongossi-Holz, aus dem die alte Humboldt-Brücke gemacht war. Weil das Material nach und nach vergammelte, musste die Stadt die Brücke schließlich abreißen.

Als noch prominentere (und noch teurere) Sanierungsfälle nennt die SPD in ihrer Mitteilung das VfL-Stadion Bremer Brücke und das Theater.

CDU-Fraktionschef Marius Keite hingegen fürchtet einen „neuen Papiertiger“ und sagte, er wolle „eine Lanze brechen“ für den Einsatz der Mitarbeiter vom Eigenbetrieb Immobilien oder Osnabrücker Servicebetrieb (OSB). „Der Antrag der Mehrheitsgruppe hat einen immensen Arbeitsaufwand“, warnte auch CDU-Ratsmitglied Anette Meyer zu Strohen. Und eigentlich bräuchte die Stadt einen „Arbeitstrupp“, sagte sie, aus eigenen Maurern und anderen Handwerkern.

Vielleicht wird so etwas ja ein Ergebnis der Instandhaltungsstrategie sein. Der Rest des Stadtrates gab der Verwaltung nämlich den Auftrag, das Konzept zu entwickeln – gegen die Stimmen von CDU sowie AfD-Mitglied Alexander Garder.

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