Hannover  CO2-Einspeicherung in der Nordsee? Es wäre dämlich, das nicht zu tun!

Jonas E. Koch
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Von Jonas E. Koch
| 27.09.2025 06:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kommt ein entsprechendes Gesetz durch den Bundesrat, wird voraussichtlich auch in der Nordsee CO2 eingespeichert. Foto: dpa/ Bernd Settnik
Kommt ein entsprechendes Gesetz durch den Bundesrat, wird voraussichtlich auch in der Nordsee CO2 eingespeichert. Foto: dpa/ Bernd Settnik
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Der Bund will die Einspeicherung von CO2 in der Nordsee endlich erlauben. Gut so, denn ohne die sogenannte CCS-Technologie wird das nichts mehr mit dem Klimaschutz.

Beim Klimaschutz hat Deutschland Beeindruckendes geschafft: Seit 1990 hat sich die Wirtschaftsleistung des Landes fast verdreifacht, gleichzeitig wurde der CO2-Ausstoß halbiert. Doch man sollte sich klarmachen: Der Weg wird immer steiniger, nicht leichter.

Ein Großteil der eingesparten Emissionen geht auf Effizienzgewinne zurück. In Automotoren, Fabrikanlagen und Werbetafeln: Fast überall wird Energie heute deutlich effizienter genutzt. Nur deshalb konnte die Wirtschaft seit 1990 überhaupt wachsen, ohne dass auch der CO2-Ausstoß stieg.

Dass die Emissionen seitdem aber sogar um fast die Hälfte sanken, ist vor allem der Stilllegung großer Teil der besonders klimaschädlichen ostdeutschen Industrie und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und dem Kohleausstieg zu verdanken. Auch im Gebäudesektor sind die Emissionen laut Umweltbundesamt seit 1990 um über die Hälfte gesunken.

Dem Klimapfad der Bundesregierung zufolge soll das so weitergehen: Jedes Jahr soll mindestens so viel CO2 eingespart werden, wie im Jahr zuvor. Doch die tief hängenden Früchte sind längst gepflückt. Wo sich Emissionen halbwegs günstig einsparen lassen, wird das längst gemacht. In einigen Bereichen wie der Luftfahrt oder der Zementindustrie gibt es noch gar keine Lösungen. Die Transformation wird deshalb immer schwieriger – und teurer.

Viele Länder scheiden CO2 deshalb ab und verpressen es anschließend unter der Erde. Selbst der Weltklimarat setzt auf CCS. Alles andere wäre ja auch dämlich! In Deutschland aber wurde die Technik bislang verhindert. Gut, dass die geplante Aufhebung des faktischen Verbots nun endlich im Bundesrat angekommen ist. Nun müssen die Länder den Plänen zustimmen, dann könnte endlich auch in der deutschen Nordsee CO2 eingespeichert werden.

Denn auch, wenn es viele Mythen und Sorgen rund um die Technologie gibt: CCS ist seit Jahrzehnten erforscht und erprobt, bereits bestehende Anlagen in der EU sind streng reguliert. Quantitative Risikoanalysen haben den Austritt regulierter Anlagen auf etwa zwei Prozent in rund 10.000 Jahren geschätzt.

Natürlich darf das Land seine Anstrengungen, eine klimaneutrale Volkswirtschaft zu werden, dann nicht zurückfahren. Aber ohne die Einspeicherung von CO2 unter der Erde sind die Klimaziele nicht erreichbar. Wer sich also der Technik politisch verweigert, hat deshalb schlicht die Lage nicht verstanden. Oder soll einen Plan vorlegen, wie es auch ohne gehen kann.

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