Osnabrück Moves-Fitnessstudio in Osnabrück schließt nach einem Jahr wegen Insolvenz
Das Moves-Fitnessstudio in Osnabrück schließt nach nur einem Jahr – und meldet Insolvenz. Mitglieder und Beschäftigte sind betroffen.
Poledance, Reformer Pilates, Sport in luftiger Höhe an Ringen oder Tüchern, Yoga und Tanz-Workshops – all diese außergewöhnlichen Sportarten hat das Tanz- und Fitnessstudio Moves an der Pagenstecher Straße 65a in Osnabrück angeboten. Nach nur knapp einem Jahr an dem Standort meldet die Geschäftsführerin Maya Mircheva Insolvenz an – das Studio ist dauerhaft geschlossen.
Maya Mircheva hatte zuvor von 2015 bis Juli 2024 das Pole Stars-Studio am Johannistorwall betrieben – im Oktober 2024 eröffnete sie dann das Studio Moves an der Pagenstecherstraße. Warum es nun zur Schließung gekommen ist und was mit den Mitgliedern passiert, erklärt ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters.
In einem schriftlichen Statement heißt es, dass das Tanz- und Fitnessstudio vom Unternehmen MHM UG betrieben wird – die Geschäftsführerin Maya Mircheva der MHM UG habe den Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Osnabrück ordnete daraufhin am 11. September die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der MHM UG an und bestellte Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
„Grund für den Antrag sind Liquiditätsschwierigkeiten. Wegen der finanziellen Lage war der Antrag notwendig“, teilt ein Sprecher auf Anfrage mit. „Eine Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs ist angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen unwahrscheinlich.“
Seit August sei es immer wieder zu kurzfristigen Änderungen im Kursangebot gekommen, kritisiert ein Moves-Mitglied in einer ausführlichen Rezension bei Google. Die vorläufige Insolvenzverwaltung bestätigt auf Anfrage der Redaktion, dass es im August zwar noch Betrieb im Moves gegeben habe, aber in reduzierter Form. Kurz darauf ruhte der Betrieb des Tanz- und Fitnessstudios.
Die Mitglieder des Studios haben von der Insolvenz über das Buchungssystem erfahren – in einer App konnten sich Interessierte für die verschiedenen Kurse und Workshops anmelden und Verträge mit kurzen Laufzeiten abschließen, wie monatliche Mitgliedschaften und 10er-Karten, oder Einzelstunden buchen.
Wer von einem insolventen Fitnessstudio Geld zurückwill, gilt in der Regel als Insolvenzgläubiger. Mutmaßlich werden die bereits gezahlten Beiträge nicht erstattet, heißt es seitens des Sprechers der Insolvenzverwaltung im Fall Moves.
Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen zum Versuch, aus der Insolvenzmasse befriedigt zu werden: Es besteht die Möglichkeit, die Forderung der Erstattung der gezahlten Beiträge zur Insolvenztabelle anzumelden.
So bekommt der Insolvenzverwalter einen Überblick, welche Gläubiger Forderungen an das insolvente Fitnessstudio stellen. Er muss dann die bekannten Gläubiger anschreiben und ihnen den Eröffnungsbeschluss zustellen.
Am Ende des Insolvenzverfahrens kann es dann zu einer Verteilung des verbleibenden Vermögens unter den Gläubigern kommen – im schlimmsten Fall beträgt diese Quote Null und die Fitnessstudio-Mitglieder gehen leer aus.
18 Teilzeitkräfte hat das Studio beschäftigt – laut Insolvenzverwaltung erhalten alle Mitarbeiter für drei Monate ein sogenanntes Insolvenzgeld. Das ist eine staatliche Leistung der Bundesagentur für Arbeit, die Arbeitnehmer eben dann erhalten, wenn ihr Arbeitgeber insolvent wird und sie dadurch Lohn oder Gehalt nicht mehr erhalten.
Nun wird der Verwalter ein Sachverständigengutachten für das Insolvenzgericht erstellen, teilt der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters mit.