Köln Dröge irritiert mit Nazi-Spruch bei Maischberger – und entschuldigt sich
Die Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katharina Dröge, hat in der ARD-Sendung „Maischberger“ auf eine Frage mit einem Spruch geantwortet, der durch die NS-Zeit geprägt wurde. Noch in der Nacht entschuldigt sie sich. So reagiert das Netz.
Katharina Dröge hat kürzlich mit einem Spruch für Aufsehen gesorgt, der an der Nazi-Zeit erinnert. Am Mittwochabend war die Co-Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag in der Sendung von Sandra Maischberger in der ARD zu Gast. Als es in der Debatte schließlich um ein Social-Media-Video der früheren Außenministerin Annalena Baerbock und um Wurst-Videos von Markus Söder ging, rutschte Dröge der Satz „Jedem das Seine“ heraus.
Noch am Abend meldet sich Dröge auf X zu dem Vorfall: „Ich habe bei Maischberger einen Fehler gemacht. Auf eine Frage über lustige oder peinliche Social-Videos wollte ich sagen: jeder so wie er mag“, schreibt die Grünen-Politikerin. „Stattdessen habe ich aus Versehen die Formulierung ,jedem das seine‘ benutzt. Das hätte nicht passieren dürfen. Es tut mir sehr leid.“
Der Ursprung der Formulierung liegt in der Antike mit dem lateinischen Äquivalent „suum cuique“ und findet einen Rückbezug in Platons Werk „Politeia“ (Der Staat). Das Prinzip befasste sich vor allem mit der Gerechtigkeit von Verteilungsregeln und den entsprechenden Auswirkungen.
In Deutschland hat das Sprichwort jedoch eine dunkle Vergangenheit. Am Tor des NS-Konzentrationslagers Buchenwald (Thüringen) war der Satz an die Lagerinsassen gerichtet – in diesem Fall eher mit der zynischen Bedeutung „Jedem, was er verdient“.
In den sozialen Netzwerken sind Nutzer zu dem Vorfall geteilter Meinung: „Ist mir auch schon passiert. Erschreckend, wenn man realisiert, wie tief die nationalsozialistischen Begriffe in unserem Sprachgebrauch verankert sind“, schreibt ein Nutzer. „Bei uns zu Hause war das in den 80ern ein gängiger Spruch und er war überhaupt nicht negativ belegt“, erklärt ein anderer.
Wieder andere Nutzer stellen das mutmaßliche Versehen und die Reaktionen darauf infrage: „Hand aufs Herz: Wenn so etwas einem AfD-Politiker [...] passiert wäre – würden Sie ihm dieses ‚Es tut mir leid‘ und ‚Versehen‘ abnehmen?“, heißt es da.