Berlin 65 Jahre und länger verheiratet: Wie oft gratuliert Steinmeier zum Ehejubiläum?
Post vom Bundespräsidenten: Wer eine besonders lange Ehe führt, bekommt zu großen Jubiläen auch Gratulationsworte vom höchsten Amtsträger der Bundesrepublik. Doch wie viele Ehen betrifft das in Deutschland? Ein Überblick.
Mit seinem Ehepartner gemeinsam die goldene Hochzeit feiern zu können – also 50 Jahre verheiratet zu sein –, ist bereits eine große Leistung. Doch manche Paare schaffen noch mehr: Sie blicken teils auf 65, 70, 75 oder sogar 80 Jahre eines gemeinsamen Ehelebens zurück.
Dass diese Meilensteine erreicht werden, ist allerdings ziemlich selten: Schließlich muss man seine große Liebe früh finden und auch auf ein langes und gesundes Leben hoffen.
Aus diesem Grund werden die Deutschen mit den längsten Ehen einer ganz besonderen Ehre zuteil: Sie bekommen per Brief einen persönlichen Gruß vom Bundespräsidenten – derzeit ist das Frank-Walter Steinmeier. Wer mindestens 65 Jahre verheiratet ist und bei der Kommunalbehörde der Weitergabe der Daten nicht widersprochen hat, erhält alle fünf Jahre zum Hochzeitstag ein solches Schreiben.
Wie das Bundespräsidialamt auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, haben im vergangenen Jahr 23.986 Ehepaare eine Gratulation zu ihrer Eisernen Hochzeit erhalten. Zum 70. Ehejubiläum wurden 2923 Briefe verfasst und zum 75. Hochzeitstag 151 Stück. Dreimal hat der Bundespräsident sogar zu einem 80. Jubiläum gratulieren dürfen.
Wie eine Auflistung des Bundespräsidialamts zeigt, hat sich die Menge der Gratulationen zu Ehejubiläen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2014 landeten noch 11.352 Berliner Schreiben in den Briefkästen, im vergangenen Jahr waren es summiert bereits 27.063.
Auch die meisten Bundesländer verfolgen die Tradition solcher Schreiben – hier gratuliert in der Regel der Ministerpräsident beziehungsweise der regierende Bürgermeister. Allerdings variiert von Land zu Land, zu welchen Ehejubiläum ein solches Gratulationsschreiben verfasst wird.
Dass der Bundespräsident in den nächsten Jahren noch mehr Ehe-Gratulationsschreiben zu verschicken hat, kann nur vermutet werden. Wie die folgende Grafik zeigt, hat die Zahl der Eheschließungen Anfang der 1960er-Jahre nochmal ein kleines Hoch erfahren, was für eine Zunahme der Ehen, die 65 oder mehr Jahre halten, sprechen könnte.
Auch ist die Zahl der Scheidungen seit 2004 wieder rückläufig und hat im vergangenen Jahr nach 2023 den zweittiefsten Wert seit der Wiedervereinigung erreicht. Welche der Ehen aus den 1960er-Jahren allerdings bis heute wirklich noch Bestand haben, wissen nur die Standesämter der Kommunen.