Feiern in Leer Ärger wegen Lärm und Autos vor dem Nachbarschaftstreff
An der Evenburgallee ist der Nachbarschaftstreff des Bauvereins Leer. Die Räume können gemietet werden. Zuletzt gab es aber Unmut wegen Feiern. Deren Gäste sorgten vor dem Gebäude für Lärm und Ärger.
Leer - Im Nachbarschaftstreff des Bauvereins an der Evenburgallee finden zahlreiche Veranstaltungen statt. Gruppen treffen sich dort, aber auch für private Feiern können die Räume genutzt werden. Eine Feier sorgte kürzlich allerdings für viel Ärger bei Anwohnern. „Der Fall hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, schreibt einer der Redaktion.
Das sagt der Anwohner
Es habe an einem Sonnabend eine große Feier einer Familie gegeben. „Gegen 21.30 Uhr fuhren plötzlich, soweit ich es erkennen konnte, 50 bis 60 Autos mit einem enormen Tempo und laut hupend in der Evenburgallee vor“, heißt es. Diese Fahrzeuge hätten die komplette Fahrbahn und den Kreuzungsbereich zum Osseweg blockiert. Auch die Gehwege seien beparkt und befahren worden. Das Auto eines Nachbarn sei dabei beschädigt worden. Der Verursacher sei weggegangen. Der Nachbar habe daraufhin das Gespräch gesucht, sei aber angeschrien worden, dass niemand in sein Auto gefahren sei. Man habe daraufhin die Polizei gerufen, die einen aber vertröstet hätte, dass derzeit viel zu tun sei. Die Beamten seien an dem Abend nicht mehr gekommen.
Der Anwohner betont, dass es nicht der erste Vorfall durch die Vermietung des Veranstaltungsraums des Bauverein an eine Hochzeitsgesellschaft gewesen ist. Zwei Wochen zuvor sei ebenfalls die gesamte Straße sowie die Gehwege von unzähligen Autos und Personen blockiert worden, um lautstark zu hupen, Musik aufzudrehen, auf der Straße zu tanzen oder Videos zu drehen.
Das sagt die Polizei
Der Polizei seien an dem Abend gegen 21.45 Uhr zahlreiche Fahrzeuge, vermutlich einer Hochzeitsfeier, in der Evenburgallee gemeldet worden. „Weiterhin wurde angegeben, dass es zu einem Unfall zwischen einem abgestellten Pkw und einem rangierenden oder einparkenden Pkw gekommen sein soll“, teilt eine Sprecherin mit. Das Kennzeichen des vermeintlichen Verursachers sei ebenfalls mitgeteilt worden. „Aufgrund anderer Einsatzlagen konnten zu dem Zeitpunkt der Meldung keine Kollegen zu der Unfallörtlichkeit fahren“, so die Sprecherin.
Kurz nach der ersten Meldung habe es einen erneuten Anruf vom Halters des beschädigten Fahrzeuges gegeben. Diese habe mitgeteilt, dass man sich vor Ort verständigt habe und eine polizeiliche Unfallaufnahme nicht mehr erforderlich sei. „Weitere Meldungen zu Vorfällen in der Evenburgallee gab es an dem Abend nicht“, teilt die Sprecherin weiter mit.
Das sagt der Bauverein
Die Räume könnten für kulturelle und informative Veranstaltungen angemietet werden aber auch für private Feiern, teilt Thorsten Tooren, kaufmännischer Vorstand des Bauvereins, mit. Möglich sei das sowohl von Mitgliedern des Nachbarschaftshilfe-Vereins des Bauvereins als auch von Nicht-Mitgliedern. „Wir haben jahrelange sehr gute Erfahrungen mit der Nutzung der Räume durch die Mietenden“, teilt Tooren mit. „Erstmals erreichten uns jetzt Beschwerden, die sich auf das Benehmen von Personen auf den Straßen rund um den Nachbarschaftstreff beziehen, die wohl dem Umfeld der Nutzer zugeordnet werden.“
Der Bauverein habe als Vermieter eines Veranstaltungsraumes nicht dafür Sorge zu tragen, dass Gäste sich im öffentlichen Raum angemessen bewegen. „Das ist eine Frage der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, für die der Bauverein keine Verantwortung trägt“, betont Tooren. „Wir übernehmen unseren Teil der Verantwortung für eine sichere und für Anlieger verträgliche Nutzung des Treffs über Vorgaben für die Nutzung des Veranstaltungsraumes, um Belästigungen von Anliegern durch Lärm oder Gerüche zu verhindern.“ So regele die Nutzungsvereinbarung als Teil des Mietvertrages, dass die Veranstaltung bis 22 Uhr beendet sein müsse. Ebenso sei ein Grillverbot und die Einhaltung von Zimmerlautstärke vereinbart. „Ruhestörungen der angrenzenden Bewohner sind laut Nutzungsvereinbarung zu vermeiden“, so Tooren. Darüber werden die Mieter vor Vertragsschluss zusätzlich auch mündlich informiert. „Das funktioniert seit vielen Jahren“, teilt der Vorstand weiter mit.
Man bedauere es, wenn – wie Anlieger berichten – mutmaßliche Angehörige der Mieter auf den Straßen rund um den Treff Störungen verursachen. „Wie sich Personen im öffentlichen Raum außerhalb unserer Veranstaltungsräume benehmen, können wir jedoch nicht beeinflussen.“