Verkaufsverbot der Lokalpresse Klinik-Aufsichtsrat will erst am 9. September tagen
Der Verkaufsstopp der Lokalpresse in den hiesigen Krankenhäusern hat eine breite Diskussion ausgelöst. Der zuständige Aufsichtsrat will sich aber erst am 9. September mit dem Thema befassen.
Emden/Aurich - Der Verkaufsstopp der Lokalpresse in den hiesigen Krankenhäusern hat am Wochenende eine breite Diskussion über Pressefreiheit und die Führungskultur der Trägergesellschaft der Kliniken Aurich-Emden-Norden ausgelöst. Der zuständige Aufsichtsrat will sich aber erst am 9. September mit dem Thema befassen, wie Oberbürgermeister Tim Kruithoff und Aurichs Landrat Olaf Meinen (beide parteilos) am Montag mitteilten.
Geschäftsführer Dirk Balster hatte am vergangenen Montag den Verkauf ostfriesischer Tageszeitungen in den Kiosken der zur Trägergesellschaft gehörenden Kliniken untersagt. Zur Begründung hieß es, man habe „verstärkt Rückmeldungen von Patienten erhalten, die durch die Berichterstattung der lokalen Medien über unsere Kliniken sehr beunruhigt waren, so dass wir zum Schutz unserer Patienten bis auf weiteres diese Publikationen aus dem Verkauf genommen haben“.
Vertiefte Diskussion in der Sitzung des Aufsichtsrats geplant
Nachdem das am Freitag öffentlich geworden war, hatte es eine Welle der Kritik gegeben. Die Ostfriesen-Zeitung, Ostfriesische Nachrichten, Ostfriesischer Kurier sowie die zur Nordwest-Mediengruppe gehörende Emder Zeitung und der Anzeiger für Harlingerland berichten seitdem gemeinsam darüber. Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff und Aurichs Landrat Olaf Meinen (beide parteilos) bezeichneten die Aktion am Samstag schließlich als „nicht richtig“ und kündigten an, der Verkaufsstopp werde zurückgenommen. Zu möglichen weiteren Konsequenzen machten sie zunächst keine Angaben.
Auf aktuelle Anfrage am Montag schrieben die beiden dann in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass am Freitag und Sonnabend Gespräche zwischen Oberbürgermeister, Landrat und Geschäftsführer Dirk Balster stattgefunden hätten. „Eine vertiefte Diskussion und Bewertung erfolgt in der kommenden Sitzung des Aufsichtsrates am 9. September gemeinsam mit den weiteren Gremienmitgliedern. Dem Ergebnis dieser Beratungen werden wir nicht vorgreifen“, so Kruithoff und Meinen weiter. Die Fragen dieser Redaktion zum Vertrauensverhältnis, nach personellen und strukturellen Konsequenzen oder danach, wie die Situation nun beruhigt werden soll, ließen sie damit auch am Montag unbeantwortet.
Den Aufsichtsrat der Trägergesellschaft der Kliniken Aurich-Emden-Norden bilden nach deren eigenen Angaben zwölf stimmberechtigte Mitglieder aus Reihen der Politik und des Betriebsrates. Der Vorsitz wechselt jährlich zwischen dem Landrat des Landkreises Aurich und dem Oberbürgermeister der Stadt Emden. Aktuell sind dort folgende Mitglieder vertreten: Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos), Aurichs Landrat Olaf Meinen (parteilos), Gregor Strelow (Emden, SPD), Andrea Marsal (Emden, Grüne), Bernd Gröttrup (Emden, CDU), Hilko Gerdes (Landkreis Aurich, CDU), Wilhelm Wolken (Landkreis Aurich, SPD), Otto Eggeling (Landkreis Aurich, SPD), Daniel Rosema (Betriebsrat Klinikum Emden), Dr. Michael Bauerle (Betriebsrat Klinikum Emden), Dennis Gerbers (Betriebsrat UEK) sowie Helge Brötje (Betriebsrat UEK).