Eingriff in Pressefreiheit So reagiert das Netz auf Zeitungs-Verbot in den Kliniken
Dirk Balster hatte angeordnet, dass „zum Schutz der Patienten“ in den Kliniken Aurich, Norden und Emden keine lokalen Zeitungstitel mehr verkauft werden dürfen. Das Netz reagiert mit Unverständnis.
Emden/Aurich/Norden - Nachdem der Geschäftsführer der Trägergesellschaft der Kliniken Aurich-Emden-Norden mbH, Dirk Balster, ein Verkaufsverbot der Lokalpresse in den Kiosken der Klinikstandorte Emden, Aurich und Norden verhängt hatte, haben Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff und Aurichs Landrat Olaf Meinen (beide parteilos) am Samstagvormittag mitgeteilt, dass diese Entscheidung „nicht richtig“ war. Ab Montag werden die Zeitungen in den Kiosken wieder zum Verkauf angeboten. In den sozialen Medien und in den Kommentaren auf unseren Webseiten hatte es massive Kritik an der Aktion Balsters gegeben. Die meisten Nutzerinnen und Nutzer reagierten mit Unverständnis. Viele sehen in der Aktion einen massiven Eingriff in die Pressefreiheit:
- „Ich bin überzeugter Befürworter des Zentralklinikums. Aber ein Geschäftsführer, der ernsthaft glaubt, Patientinnen und Patienten vor Zeitungen „schützen“ zu müssen, hat sich wohl im Jahrhundert geirrt. Wer Pressefreiheit offenbar als Störfaktor empfindet, zeigt damit ein Demokratieverständnis auf Stammtischniveau. Ein solcher Klinikchef ist an seiner Position so fehl am Platz wie ein Zensurminister in einer freien Gesellschaft – höchste Zeit, dass er sich eine neue Spielwiese sucht.“
- „Die Klinikleitung im Verbund Emden-Aurich-Norden glaubt offenbar, ihre Probleme ließen sich mit einem simplen Trick lösen: Zeitungen verbieten. Keine Schlagzeilen, keine Kritik, keine Unruhe – so die Logik. Das ist nicht nur absurd, das ist gefährlich. Wer Patienten die Zeitung entzieht, zeigt vor allem eins: Angst vor der Wahrheit. Ein Krankenhaus lebt von Vertrauen. Wer die Presse aussperrt, verspielt es. Und wer glaubt, Missstände verschwinden, wenn man sie unter den Teppich kehrt, sollte besser selbst in die Notaufnahme – wegen Realitätsverlust.“
- „Wie gut, dass er nur Geschäftsführer eines Unternehmens ist. Fehler machen wir alle, aber so etwas spricht für ein diktatorisches, demokratiefeindliches Verständnis. Solche Menschen gehören in einer Demokratie nicht in Führungspositionen.“
- „Das sind Trump Methoden ... und wer nicht schreibt was ich will, der wird abgeschafft.“
- „Ich schaue fast jeden Tag mit zunehmender Sorge in die USA, wo die Demokratie vor unseren Augen zerpflückt wird. Den Blick über den Atlantik kann ich mir eigentlich sparen, weil ich direkt vor meiner Haustür Anschauungsunterricht nehmen kann. Was denkt sich Herr Balster wohl? Vielleicht sollte das deutsche Grundgesetz per Auflage seine tägliche Pflichtlektüre werden - auch für die in der (Lokal-)Politik, die diesen Mann unterstützen. Da kann in Sachen Demokratie und Presse- bzw. Meinungsfreiheit viel gelernt werden!! Leider leiden unter der Selbstdemontage des Herrn Balster und seinem zweifelhaften Demokratieverständnis auch die Kliniken selbst, deren Ruf er munter mit demontiert. Was mögen wohl die Mitarbeiter im Klinikverbund über die Gutsherren-Mentalität ganz oben denken?“
- „Wer gute Arbeit macht, braucht die Presse nicht zu fürchten. Als wenn es keine Patienten mit einem Onlineabo gäbe. Aber die „Blöd“ darf verkauft werden? Nicht das die noch jemand informiert.“
- „Wir sind in Ostfriesland. Wir sind Ostfriesen. Meine Familie seit dem Mittelalter im Zuge der Reformation. Glaubensflüchtlinge. Da geht gerade etwas voll daneben. Hinterher sind dann wohl alle klüger? Es passt aber zu dem ganzen Prozedere. Die „dummen“ Ostfriesen.... Es ist wirklich schade, dass manche Politiker in dieselbe Kerbe einschlagen. Den erzeugten Frust der Wähler werden die verantwortlichen Parteien spüren. Wie überall in Deutschland.“
- „Presse kann man kritisieren. Sie jedoch ausschließen, weil sie kritisch berichten ist ein großer Schlag gegen die Pressefreiheit. Mir gefällt auch nicht jeder Bericht in der Presse, dieses gilt aber auszuhalten in einer Demokratie. Was aber dort gerade passiert ähnelt schon an autokratischen Methoden.“
- „Zeitungsverbot weil sich jemand auf den Schlips getreten fühlt. Da kann man echt nur mit dem Kopf schütteln.“
- „Wenn das die Antwort der Klinikleitung auf die nicht so erwünschte Berichterstattung ist, kann ich nur sagen - sehr pupertär um nicht zu sagen trotzig und somit peinlich. Zudem erreichen Sie jetzt, dass wirklich jeder am überlegen ist , ob sie was zu verbergen haben. Der Schuss ging nach hinten los!“
- „Liegt vieleicht auch mit daran das viele, die zuletzt im Emder Krankenhaus waren, sich öffentlich über die Zustände dort beschwert haben. Fragt sich nur ob da ein Zeitungsverbot reicht. Vieleicht sollten Krankenhäuser daran arbeiten wieder Häuser für kranke zu werden. Denn solche Maßnahmen sind krank.“
- „Vielleicht werden später einmal nur Patienten mit der richtigen Gesinnung, dem richtigen Parteibuch und dem richtigen Lesestoff behandelt... Das anmaßende Verhalten dieser „Geschäftsleitung“ ist unerhört und unerträglich!“
- „Putin, Trump und andere Demokratiefeinde lassen grüßen. Mal gucken, ob die Kreistagsfraktionen dies jetzt auch abnicken, bzw. gut heißen. Eine Entlassung dieses „Herrn“ wäre jetzt eigentlich logisch“
- „Nun hat sich die Klinikleitung völlig lächerlich gemacht. Das Grundgesetz ist in den Kliniken außer Kraft gesetzt. Meinungsfreiheit ist abgeschafft. Nun muss sich jeder demokratisch denkenden Mensch sehr gut überlegen, ob er sich dort noch behandeln lassen will und jeder Mitarbeiter sollte sich sehr gut überlegen, ob er dort noch arbeiten will. Es gibt schließlich genügend freie Stellen im Gesundheitswesen in Unternehmen in denen die Grundrechte der Menschen noch gelten. Ich werde mich definitiv nicht in einer so diktatorisch geführten Klinik behandlen lassen!“
- „Hat der sonst keine Sorgen?! Unglaubliche Bevormundung von Patienten!“