Osnabrück CDU-Parteitag in Osnabrück: Lechner als Landeschef wiedergewählt
Die niedersächsische CDU hat ihren Landesvorsitzenden Sebastian Lechner auf ihrem Parteitag in Osnabrück mit großer Mehrheit wiedergewählt. Ein Osnabrücker Unternehmer hatte zuvor spontan Technikprobleme gelöst.
Auf dem Landesparteitag in Osnabrück wurde Amtsinhaber Sebastian Lechner am Freitag in der OsnabrückHalle mit 95 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzender wiedergewählt – allerdings war er auch der einzige Kandidat für das Amt.
Die niedersächsische CDU ist turnusgemäß in Osnabrück zu Gast – auch, weil die Stadt eine der wenigen in Niedersachsen sei, in der es neben einer geeigneten Halle ausreichende Hotelkapazitäten gebe, hieß es.
Zu Beginn begrüßte Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter die Delegierten und wurde mit donnerndem Applaus empfangen. Pötter nutzte die Gelegenheit, um die geplante Medizinische Hochschule in Osnabrück anzupreisen und für Osnabrück als Niedersachsens „Start-up-Hauptstadt“ zu werben. Die Delegierten sollten in der OsnabrückHalle heute Abend „ordentlich feiern“, das „tut uns gut, denn die Halle gehört ja der Stadt“.
Den Osnabrücker Bundestagsabgeordneten Mathias Middelberg begrüßten die Delegierten deutlich zurückhaltender, während seiner Rede über den wirtschaftlichen Aufstieg des Emslandes und des Osnabrücker Landes in den vergangenen Jahrzehnten kam Unruhe auf. Erst als Middelberg für einen kommenden Ministerpräsidenten Sebastian Lechner warb, applaudierten die Anwesenden energisch.
Eigentlich hatten sich die Delegierten bereits darauf eingestellt, wieder „ganz klassisch mit Stift und Block“ abzustimmen, weil das digitale Tool nach einem Update Probleme machte. Der technische Dienstleister habe es „trotz mehrerer Nachtsitzungen“ nicht geschafft, „das System hier zum Laufen zu bringen“, erklärte Generalsekretär Marco Mohrmann.
Doch dann konnte der Osnabrücker Unternehmer Emanuel Schütze Abhilfe schaffen: Seine Firma bietet ein Tool an, das auch die Bundes-CDU bei Abstimmungen nutzt. Also stimmten die Delegierten spontan mit dem Tool der Osnabrücker Firma über die Wiederwahl von Lechner ab.
Inhaltlich wollen die Christdemokraten auf ihrem Parteitag, der unter dem Motto „Ganz klar für beste Bildung“ stattfindet, auch einen Leitantrag zur Bildungspolitik verabschieden, den der emsländische CDU-Abgeordnete Christian Fühner initiiert hat, der erstmals in den Landesvorstand gewählt wurde.
Er sei nicht in die CDU eingetreten, um „irgendwelche großen Ämter“ anzustreben, sagte Fühner in seiner Bewerbungsrede. „Ich will was für die jungen Menschen in diesem Land erreichen“, sagte der Bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und warb auch für ein „Ende der rot-grünen Bildungspolitik“.
Im von ihm maßgeblich mitgestalteten Antrag spricht sich die Partei für ein pauschales Handynutzungsverbot an allen Schulen, ein gesetzlich festgeschriebenes Social-Media-Mindestalter von 14 Jahren sowie verbindliche Sprachtests für alle Vierjährigen aus. Landeschef Lechner kündigte einen „neuen Weg in der Bildungspolitik“ an.
Am Samstag wird zudem Bundeskanzler Friedrich Merz vor den Delegierten eine Rede halten. Auch der Europaabgeordnete und ehemalige Ministerpräsident Niedersachsens, David McAllister, wird mit einem Bericht aus Brüssel erwartet.