Vor 40 Jahren gründeten Gerwin und Ilona Schulte das Sonnen-Energie-Zentrum. Am 6. September wird das Jubiläum des innovativen Familienunternehmens mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.
Ostrhauderfehn / UP - Am 6. September feiert das Sonnen-Energie-Zentrum (SEZ) in Ostrhauderfehn sein 40-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Was 1985 in einem kleinen Büro mit Ausstellung in der Garage an der Friesenstraße begann, hat sich über vier Jahrzehnte zu einem Leuchtturmprojekt für nachhaltige Energie im Nordwesten entwickelt.
Tag der offenen Tür (6. September, 11 bis 17 Uhr)
- 11 Uhr: Offizielle Eröffnung mit Bürgermeister Günther Harders und Landrat Matthias Groote
- Spannende Fachvorträge der Geschäftspartner
- Würzige Snacks und heiße Klassiker für Genießer
- Typisierungsaktion mit Leukin: Leben retten leicht gemacht
- Spiel, Spaß und Action für Kinder (inklusive Hüpfburg)
Die Firmengründer Gerwin und Ilona Schulte waren ihrer Zeit weit voraus. Als Pioniere der Solarenergie in Ostfriesland begannen sie mit intensiver Aufklärung, organisierten Infoabende und besuchten Interessenten, um die Möglichkeiten der Solarstromgewinnung zu erklären. „Heute ist Sonnenenergie längst bekannt, aber damals mussten wir viel Überzeugungsarbeit leisten“, erinnert sich Gerwin Schulte, heute 71 Jahre alt, mit einem warmen Lächeln.
Angelina (von links), Tim mit Fiona sowie Ilona und Gerwin Schulte freuen sich auf den Tag der offenen Tür am Samstag, 6. September - und auf viele Besucher. Foto: Prins
Einer der ersten Meilensteine in einer Zeit, in der Photovoltaik noch absolutes Neuland war, ist der Familie Schulte bis heute lebhaft in Erinnerung geblieben: Im Rahmen der ersten bundesweiten Förderung für Solarstrom – dem sogenannten „1000-Dächer-Programm“ – planten und installierten die Fehntjer die erste Anlage mit einer Leistung von fünf Kilowattpeak (kWp) für einen Kunden in Emden. Dieses Projekt markierte nicht nur den technischen Aufbruch in eine neue Ära, sondern verdeutlicht auch eindrucksvoll, wie dynamisch und positiv sich der Photovoltaik-Markt seither entwickelt hat.
Die Philosophie des Unternehmens war von Anfang an geprägt von persönlicher Beratung, fundiertem Fachwissen und dem tiefen Wunsch, die Umwelt zu schützen. Diese Werte sind bis heute das Fundament des SEZ. Qualität steht dabei stets im Vordergrund: „Wir wollen die Energiewende in unserer Region voranbringen – mit verlässlicher Partnerschaft und innovativer Technik“, betont Gerwin Schulte. Billigprodukte kamen für ihn nie in Frage.
1992 nahmen die Fehntjer im Beisein vieler Ehrengäste die erste Stromtankstelle Niedersachsens in Betrieb. Das Bild zeigt Gerwin Schulte an der „Zapfsäule“, das kleine Mädchen am Auto ist Tochter Inka. Foto: Archiv
Ein weiterer Meilenstein folgte 1992: Das SEZ nahm die erste Stromtankstelle Niedersachsens in Betrieb – ein klares Zeichen für den Weitblick der Familie Schulte.
Im Mai 2009 bezog das Unternehmen seinen neuen Firmensitz auf einem fast 8000 Quadratmeter großen Grundstück im südlichen Gewerbegebiet von Ostrhauderfehn. Das CO₂-neutrale Gebäude wird vollständig durch regenerative Energien versorgt – ein Symbol für die gelebte Nachhaltigkeit des Unternehmens. Eine ganz besondere, augenzwinkernde Botschaft von Gerwin Schulte findet sich auch hier neben der Solartankstelle in einem symbolischen Grabstein mit der Inschrift „Ruhet in Frieden Öl und Gas“ – ein persönliches Statement für den Wandel hin zu erneuerbaren Energien und ein Ausdruck seines jahrzehntelangen Engagements für eine nachhaltige Zukunft.
Mai 2009: Auf einem fast 8000 Quadratmeter großen Grundstück am Eingang des südlichen Gewerbegebiets von Ostrhauderfehn entsteht der neue Firmensitz des SEZ. Die Versorgung des CO₂-neutralen Gebäudes wird ausschließlich durch regenerative Energien gedeckt. Foto: privat
„In den Jahren 2008 bis 2015 haben auch unsere Tochter Inka und ihr Lebensgefährte Sebastian das Unternehmen mitgestaltet; gemeinsam mit dem Team, meinem Mann und mir Strukturen und Grundsteine geschaffen, die uns starkes Wachstum und eine hervorragende Marktposition ermöglicht haben“, betont Ilona Schulte.
Fiona, Enkeltochter der Firmengründer, steht an einem modernen E-Charger. Das Kabel, das sie hält, wird an ein E-Auto angeschlossen - und dann kann (vorzugsweise) Solarstrom getankt werden. Foto: Prins
Bereits 2012 gehörte das SEZ zu den ersten Anbietern in Deutschland, die auch Stromspeicher in ihr Produktportfolio aufnahmen. „Das hat vielen Kunden ermöglicht, unabhängiger in ihrer Energieversorgung zu werden“, erklärt Ilona Schulte. Bis heute wurden mehr als 700 Speicher installiert, und mit dem Aufkommen der Elektromobilität kamen Wallboxen für Elektro- und Hybridfahrzeuge hinzu.
Tim Schulte, Sohn der Firmengründer, ist 2016 als Juniorchef ins Unternehmen eingestiegen und gehört neben seinen Eltern inzwischen zur Geschäftsführung. Unterstützt wird der 37-Jährige von seiner Partnerin Angelina und Tochter Fiona.
90.000 Solarmodule haben die Montage-Teams des SEZ in den vergangenen vier Jahrzehnten montiert. Verwendet werden ausschließlich qualitativ hochwertige Produkte, die Langlebigkeit und eine konstante „Solarstrom-Ernte“ garantieren. Foto: privat
Seit der Gründung wurden rund 90.000 Solarmodule verbaut – stets mit hochwertigen Materialien, die eine lange Lebensdauer und konstante Energiegewinnung garantieren. Das SEZ bietet einen Rundum-Service: Von der ersten Anfrage und Beratung über Planung, Baubegleitung und Inbetriebnahme bis hin zur Wartung und Leistungsüberwachung der Photovoltaikanlagen inklusive Speicher und Ladestation.
Die vergangenen vier Jahrzehnte waren geprägt von Höhen und Tiefen. Besonders herausfordernd waren Zeiten, in denen staatliche Förderungen plötzlich gestrichen wurden. „Die Verunsicherung der Kunden hat natürlich auch uns getroffen“, sagt Ilona Schulte. Doch die Familie hat jede Krise gemeistert – mit Mut, Innovationskraft und einem festen Glauben an die Zukunft der erneuerbaren Energien.
Die erste Stromtankstelle Niedersachsens dient inzwischen als Zeitzeuge und Museumsstück. Links daneben liegt ein symbolischer Grabstein mit großer Aussagekraft: „Ruhet in Frieden Öl und Gas“.
Am 6. September lädt Familie Schulte alle Interessierten herzlich ein, dieses besondere Jubiläum gemeinsam zu feiern. Ein Tag der offenen Tür mit spannenden Einblicken, Begegnungen und einem Blick in die Zukunft der Energieversorgung erwartet die Besucher. Und wenn die Sonne scheint – dann ist das nicht nur passend, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für vier Jahrzehnte voller Sonnenkraft, Engagement und familiärer Verbundenheit.
2011: Gerwin Schulte zeigt wieder einmal Weitblick: Der damalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lehnte „direkte Kaufanreize“ für Elektroautos ab, der SEZ-Gründer (hier im Prototypen E3 des Energiekonzerns EWE) fordert hingegen „Startpakete“ in Höhe von 5000 Euro. Foto: Archiv
Weitere Informationen gibt es online unter sez-solar.de