Firma aus Loga  Das ist der Stand der Insolvenz der LMB Kunststofftechnik

Jonas Bothe
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Von Jonas Bothe
| 20.08.2025 16:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
LMB Kunststofftechnik stellt unter anderem Teile für die Automobilindustrie her. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
LMB Kunststofftechnik stellt unter anderem Teile für die Automobilindustrie her. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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Das Traditionsunternehmen LMB Kunststofftechnik aus Leer hatte Insolvenz angemeldet. Nun gibt der Insolvenzverwalter weitere Einblicke darüber, wie es mit dem Unternehmen weitergeht.

Leer - Im vergangenen Jahr feierte die LMB Kunststofftechnik GmbH (LMBK) in Loga ihr 40-jähriges Bestehen. Der kunststoffverarbeitende Betrieb hat sich auf die Produktion von Spritzgussteilen spezialisiert. Dabei wird Kunststoff durch Hitze verflüssigt und dann unter Druck in eine Form – das sogenannte Werkzeug – gespritzt. Anschließend wird das Material wieder fest und kann aus der Maschine genommen werden. Ende Mai hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Daraufhin bestellte das Gericht den Sanierungsexperten Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter, hieß es damals in einer Pressemitteilung. Auf Nachfrage dieser Redaktion gab Pluta nun weitere Informationen zum derzeitigen Stand des Insolvenzverfahrens bekannt.

Aktuelle Entwicklungen im Insolvenzverfahren

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der LMB Kunststofftechnik GmbH sei am 1. August 2025 vom Amtsgericht Leer eröffnet worden, erklärt Pluta auf Anfrage. Dr. Christian Kaufmann sei seit der Antragstellung als vorläufiger Verwalter für den Betrieb tätig. Der Geschäftsbetrieb werde seither von ihm und seinem Sanierungsteam fortgeführt. „Alle Aufträge werden weiterhin wie gewohnt bearbeitet“, betont das Unternehmen. Gläubiger könnten ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden.

Zugleich arbeite Dr. Kaufmann an einer Nachfolgelösung für die Kunststoffspritzerei aus Leer. Es gebe bereits konkrete Angebote von potentiellen Investoren, mit denen derzeit Verhandlungen liefen. „Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen. Wir prüfen derzeit die Angebote, um die bestmögliche Lösung zu erreichen“, erklärt Dr. Kaufmann.

Die größte Maschine von LMBK: Sie drückt die Form mit bis zu 900 Tonnen zusammen. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Die größte Maschine von LMBK: Sie drückt die Form mit bis zu 900 Tonnen zusammen. Foto: Klaus Ortgies/Archiv

Rückläufige Umsätze bei gleichzeitig hohen Kosten

Grund für die Antragstellung des Kunststoffunternehmens waren einer zum Insolvenzverfahren veröffentlichten Mitteilung zufolge Liquiditätsschwierigkeiten, unter anderem bedingt durch rückläufige Umsätze bei gleichzeitig hohen Kosten. Die Geschäftsführung von LMB Kunststofftechnik äußerte sich zuversichtlich, den Betrieb zu erhalten. „Die aktuelle Situation ist nicht leicht und die Antragstellung war leider unumgänglich“, wurde Inhaberin und Geschäftsführerin Maren Schön im Juni zitiert. „In diesen herausfordernden Zeiten konzentrieren wir uns darauf, den richtigen Partner zu finden, um unsere Geschäftstätigkeit auch in Zukunft zu sichern. Unsere Mitarbeiter sind motiviert und wir bedanken uns bei unseren Geschäftspartnern für die Unterstützung in dieser Phase.“ Das Ziel aller Beteiligten bleibe die Fortführung der Produktion und die Weiterentwicklung als zuverlässiger Partner in der Kunststofftechnik.

Das Unternehmen wurde 1984 gegründet

Gegründet wurde LMB Kunststofftechnik 1984 von Wilhelm Buse. Dieser hatte zehn Jahre zuvor bereits Logaer Maschinenbau gegründet. Anfangs sei es eine Ausbildungswerkstatt gewesen. Dann seien Stanzwerkzeuge, später Spritzwerkzeuge und schließlich der Spritzguss hinzugekommen, so der frühere Geschäftsführer Anton Abel bei einem Besuch dieser Zeitung. Man habe für den Automobilbereich, aber auch für Leuchten- und Aquarienhersteller produziert. Wilhelm Buse vererbte LMB Kunststofftechnik schließlich an seine Tochter Maren Schön. Logaer Maschinenbau ging hingegen an seinen Sohn Heinz Buse. Seit der Gründung sei LMB Kunststofftechnik gewachsen. Mittlerweile verfüge das Unternehmen an der Buschfenne über eine Hallenfläche von insgesamt 5600 Quadratmetern.

„60 Prozent der Marken weltweit bekommen Teile von uns“, schätzte Abel damals. In den letzten beiden Jahren habe man einen extremen Rückgang der Nachfrage im Automobilbereich gemerkt. „Wir konnten bislang aber um Kurzarbeit rumkommen“, betonte Abel – fügte aber an: „Wir wollen den Automobilanteil deutlich senken.“ Ohne gehe es zwar nicht, aber zu viel sei auch nicht gut. Zu 95 Prozent würden Teile für den Tankbereich produziert. Die Spritzgussteile kommen auch in der Elektro-, Wind- und Medizintechnik zum Einsatz.

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