Hotelpläne am Hafen  Pläne für ein Hotel in Barßel werden dem Rat vorgestellt

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 16.08.2025 12:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Blick von der Wasserseite auf die für den Neubau des Hotels vorgesehene Fläche, die derzeit als Amphitheater genutzt wird. Auch der steinerne Butt müsste verschwinden. Foto: Hans Passmann
Ein Blick von der Wasserseite auf die für den Neubau des Hotels vorgesehene Fläche, die derzeit als Amphitheater genutzt wird. Auch der steinerne Butt müsste verschwinden. Foto: Hans Passmann
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Ein Investor möchte direkt am Wasser in Barßel ein Hotel mit 40 Betten bauen. Jetzt wird der Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sitzung über die Pläne informiert.

Barßel - Wird direkt am Wasser des Barßeler Bootshafens ein Hotel gebaut, oder nicht? Das ist die große Frage, die auch viele Barßelerinnen und Barßeler umtreibt. Ein Geschäftsmann aus dem Gemeindegebiet möchte dort ein Hotel mit 40 Betten errichten und investiert dafür rund sieben Millionen Euro. Bauzeichnungen und konkrete Pläne liegen bereits vor. Sie werden in einer nicht-öffentlichen Informationsveranstaltung am kommenden Mittwoch, 20. August, im Pfarrheim Barßel den Mitgliedern des Gemeinderates vorgestellt.

„Es war der Wunsch des Rates, sich im Vorfeld auf einer internen Veranstaltung zunächst über die Pläne des Investors zu informieren, bevor die weiteren Schritte folgen. Dem Wunsch kommen wir jetzt als Verwaltung nach. Konkreter wird es dann in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am Mittwoch, 27. August, und der darauf folgenden Sitzung des Gemeinderates am Montag, 1. September“, sagt Barßels Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos). In der Ratssitzung werde die Öffentlichkeit über das Projekt mehr erfahren. Persönliche Dinge, wie beispielsweise Verträge, würden allerdings im nicht-öffentlichen Teil behandelt werden.

Meinungen gehen auseinander

Die Meinungen über den möglichen Hotelneubau gehen unter den Kommunalpolitikern nach wie vor auseinander. „Ein Hotel direkt am Wasser fördert den Tourismus im Erholungsgebiet Barßel-Saterland. Es wäre eine Bereicherung für den Ort, und ich sehe einen positiven Effekt für die Gemeinde“, sagt Bürgermeister Anhuth. Grundsätzlich gehe es ihm aber erst einmal um das weitere Verfahren und um die Bauleitplanung. Das möchte er anschieben, um dann zu entscheiden, ob der Hotelneubau das Richtige ist oder nicht.

„Es ist doch wunderbar, wenn so ein Hotel, direkt am Wasser gelegen, entsteht. Man soll doch nicht alles im Vorfeld zerreden. So etwas fehlt in Barßel. Man soll nicht gleich zu allen Projekten ‚Nein‘ sagen“, sagt Ratsherr Johannes Geesen (CDU). Er verweist auf ähnliche Gebäude direkt am Wasser wie am Küstenkanal kurz vor Oldenburg oder auf der Nesse in Leer oder die Hotels an der Thülsfelder Talsperre.

Ratsherr Hannes Coners hat einen Antrag gestellt

Die Meinungen zum Bauprojekt sind innerhalb der Fraktionen unterschiedlich. „Ich bin dagegen. Andere Fraktionskollegen auch“, so ein Ratsherr, der nicht namentlich genannt werden möchte.

Auch in der SPD-Fraktion ist man sich uneins. „Ich bin hin und hergerissen. Auf der einen Seite wäre so ein Hotel wunderbar. Dann könnten ganze Busgruppen untergebracht werden“, sagt SPD-Ratsherr Hartmut Wrede. Er fragt sich aber, ob so ein Gebäude an den Barßeler Hafen passe. SPD-Fraktionschefin Julia Thoben wollte sich zu dem Projekt nicht äußern.

Eine Anfrage hat Ratsherr Hannes Coners (Grüne) gestellt. „Mir geht es, wie den Barßeler Grünen, um Klarheit hinsichtlich der Entscheidungsgrundlage. Wenn die Verwaltung so ein ‚tolles Projekt‘, wie sie es nennt, in den Rat einbringt, darf erwartet werden, dass der Verwaltung Konsequenzen und Risiken bekannt sind und sie uns diese als Ratsmitgliedern frühzeitig aufzeigt“, stellt Coners fest. Die Teilprivatisierung des Hafens bedeute eine Einschränkung der Hafennutzung für die Barßeler, Vereine und die meisten Touristen. „Eine solche Entscheidung sollte aus Verantwortung gegenüber der Bevölkerung nicht im Geheimen diskutiert und beschlossen werden“, betont Coners.

Die Gemeinde ist Eigentümerin des Grundstücks

Damit das Projekt verwirklicht werden kann, müsste die Gemeinde als Eigentümerin des Grundstückes die Fläche an den Investor verkaufen. Zudem müsste ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Dazu kann dann die Bevölkerung Anregungen und Bedenken äußern. Der Bau eines Hotels auf der gegenüberliegenden Fläche an der Deichstraße, wo einst die Volksschule stand, kommt nicht in Frage, da hier definitiv der Wohnmobilstellplatz angelegt wird. Zulässig wäre das, denn die Fläche ist seit Jahren als Sonderbaufläche ausgewiesen und erlaubt den Standort eines Hotels.

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