Feier zur Eröffnung  Aus alter Eislauffläche in Loga ist eine Naturoase geworden

Jonas Bothe
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Von Jonas Bothe
| 15.08.2025 06:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Pastor Ingo Brookmann (von rechts), Kirsten Weers, verantwortliche Mitarbeiterin der Kirchengemeinde, sowie Gerd Otten, der „Kümmerer“ für die Fläche, freuen sich auf die Eröffnung. Foto: Klaus Ortgies
Pastor Ingo Brookmann (von rechts), Kirsten Weers, verantwortliche Mitarbeiterin der Kirchengemeinde, sowie Gerd Otten, der „Kümmerer“ für die Fläche, freuen sich auf die Eröffnung. Foto: Klaus Ortgies
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Viele Kinder lernten auf der Eislauffläche in Loga Schlittschuhlaufen. Nachdem das Areal jahrelang nicht genutzt wurde, ist eine Klima- und Naturschutzfläche entstanden. Wir haben uns umgeschaut.

Leer - Auf der Wasserfläche schwimmen einige Enten, Libellen schwirren das Ufer entlang, Vogellaute sind zu hören. Ansonsten ist es auf der Fläche an der Fährstraße in Loga sehr ruhig. Nur aus der Ferne ist ein Auto zu hören. Als die Winter in Ostfriesland frostig waren, diente das Wasser als Eislauffläche. Kinder lernten hier Schlittschuhlaufen. Es war ein beliebter Treffpunkt im Winter. Dafür wurde sie allerdings schon lange nicht mehr genutzt. Jetzt hat die reformierte Kirchengemeinde Loga daraus eine Klima- und Naturschutzfläche gemacht, die allen offen steht. Pastor Ingo Brookmann, die verantwortliche Mitarbeiterin der Kirchengemeinde, Kirsten Weers, und Gerd Otten, der „Kümmerer“ für die Fläche, präsentieren stolz das beschauliche Areal.

Einige Sonnenblumen haben bereits eine beachtliche Größe erreicht. Foto: Klaus Ortgies
Einige Sonnenblumen haben bereits eine beachtliche Größe erreicht. Foto: Klaus Ortgies

Bis es so weit war, hat es allerdings einige Monate gedauert. Im September 2024 hatten Brookmann und Landschaftsarchitektin Christine von Cölln das Projekt vorgestellt. Im Oktober gingen die Arbeiten schließlich los. Dabei sorgte vor allem der Japanische Knöterich für Mehrkosten. „Wir mussten den Untergrund komplett entsorgen“, sagt Brookmann jetzt bei einem Rundgang. „Das war teurer als eigentlich eingeplant.“ Ein Sponsor habe diese Mehrkosten glücklicherweise übernommen. „Das wäre für unsere Kirchengemeinde sehr viel Geld gewesen.“

Förderung durch EU-Fördermittel

Eigentlich waren für das Projekt rund 100.000 Euro vorgesehen. Rund 65.000 Euro an EU-Fördermitteln aus dem Leader-Programm konnten eingeworben werden. Außerdem beteiligte sich die Stadt Leer mit rund 25.000 Euro. Stiftungen und Firmen haben zudem weitere Unterstützung zugesagt, wenn die offizielle Förderung ausläuft. Auch die Wallhecken-Schutzgemeinschaft hat sich mit einer großen Aktion beteiligt und die Uferbereiche aufgeräumt.

Kirsten Weers und Gerd Otten stehen in dem Bereich, den die Kita bereits nutzt. Foto: Klaus Ortgies
Kirsten Weers und Gerd Otten stehen in dem Bereich, den die Kita bereits nutzt. Foto: Klaus Ortgies

„Wir wollen als Kirchengemeinde ein Zeichen für aktiven Klima- und Naturschutz direkt vor Ort setzen“, hatte Brookmann im vergangenen Jahr betont. Auch ein eingezäunter Bereich wurde eingerichtet, den die Kinder der Kita Lüttje Toornswaalvkes nutzen. „Es soll ein ökologisches Lernfeld entstehen, in dem sie erfahren können, was es bedeutet, Lebensmittel anzubauen“, erklärte der Pastor bei der Vorstellung. Dabei arbeite man mit dem Verein Acker-Racker zusammen.

In den Beeten ist das Gemüse bereits reif

Die Kleinsten waren auch schon fleißig. In den Gemüsebeeten sind die Tomaten reif, auch größere Kürbisse sind zu sehen. In dem eingezäunten Bereich stehen außerdem zwei Bauwagen. „In einem ist eine kleine Küche untergebracht“, erklärt Brookmann. Der zweite diene bei schlechtem Wetter als Möglichkeit, sich unterzustellen. Kleine Baumstümpfe sowie eine Bank dienen als Sitzgelegenheit. „Es gibt auch ein Kompostklo“, sagt der Pastor.

Auf dem Gelände wurden auch Bienenstöcke aufgestellt. Foto: Klaus Ortgies
Auf dem Gelände wurden auch Bienenstöcke aufgestellt. Foto: Klaus Ortgies

Entlang des nördlichen Ufers verläuft jetzt ein kleiner Weg. Wildblumen blühen bereits und locken die Bienen an, deren Stöcke in der Nähe des Eingangs stehen. Die Idee dazu habe Eike Buschschlüter, Lehrer am Teletta-Groß-Gymnasium und Imker, gehabt, sagt Brookmann. Bei der Eröffnungsfeier am Sonntag, 17. August 2025, werde auch erstmals Honig angeboten, der von Bienen auf der Fläche produziert wurde. „Beelieve“ heißt der Logaer Kirchenhonig. Auf Tafeln wird außerdem über die Imkerei und die Bedeutung von Wildblumen und Bienen informiert.

Weitere Ideen sollen umgesetzt werden

Am Ufer der ehemaligen Eislauffläche wurde ein kleiner Ponton errichtet, auf dem eine Bank steht. „Sollte es im Winter doch mal richtig frieren und das Eis ausreichend dick sein, kann man von dort theoretisch auch Schlittschuhlaufen“, sagt Brookmann und lacht.

Seit der Vorstellung im vergangenen Jahr seien weitere Ideen hinzugekommen. So will der Angelsportverein Leer das Wasser nutzen, um Fischarten einzusetzen, die vom Aussterben bedroht sind. „Das ist ein tolles Beispiel für die Bewahrung der Schöpfung“, sagt der Pastor. Da das Gewässer allerdings verlandet ist, müsste man erst versuchen, Mittel zu bekommen, um es teilweise zu vertiefen. Auch ein biblischer Kräutergarten soll noch umgesetzt werden. „Es sind einige Ideen vorhanden“, freut sich Brookmann.

Eröffnung wird gefeiert

Die fertiggestellte Fläche soll am Sonntag, 17. August 2025, offiziell eröffnet werden. Los geht es um 10 Uhr mit einem Gottesdienst sowie kurzen Reden. Danach kann die Klima- und Naturschutzfläche besichtigt werden. Es gibt Essen und Trinken sowie Spiele für die Kleinen. Bis 14 Uhr dauert die Feier.

Wie das Areal allerdings künftig heißen soll, steht noch nicht fest. „Klima- und Naturschutzfläche klingt so sperrig“, sagt Brookmann. Daher bitte man am Sonntag auch um Namensvorschläge. Ab sofort können sich Besucherinnen und Besucher die Ruhe in der Naturoase an der Fährstraße in Loga genießen.

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