Hamburg  Bürokratie-Monster Jobcenter: Helft Arbeitslosen besser und spart Geld!

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 13.08.2025 16:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Agentur für Arbeit ist schlechter im Vermitteln von Jobs geworden. Foto: dpa/Soeren Stache
Die Agentur für Arbeit ist schlechter im Vermitteln von Jobs geworden. Foto: dpa/Soeren Stache
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Obwohl die Arbeitsagentur immer teurer wird, vermittelt sie immer weniger Jobs. Dabei gibt es eine Lösung, die auch Arbeitslosen hilft, anstatt sie zu bestrafen.

Die Agentur für Arbeit vermittelt immer weniger Menschen in neue Jobs. Keine fünf Prozent aller Jobwechsel gehen auf eine Vermittlung der Arbeitsagentur zurück. Deutlich weniger, als vor zehn Jahren. Das führt nicht nur zu Menschen,die jedes Jahr ein bisschen weiter abgehängt werden: Es ist auch teuer. 

Allein die Vermittlung der 230.000 Bürgergeldempfänger ohne Vermittlungshindernisse in Mindestlohnjobs würde laut Zahlen der Bertelsmann-Stiftung 3,5 Milliarden Euro in Sozialleistungen sparen. Hinzu kommen 1,3 Milliarden Euro in Sozialversicherungsbeiträgen und 350 Millionen Euro in Einkommensteuer, die diese zahlen würden. Doch dieses Potenzial von über fünf Milliarden Euro verfällt ungenutzt.

Während die Verwaltungskosten der Bundesbehörde immer weiter zunehmen, stagniert das Budget für die Förderung und Vermittlung. Das ist ein Problem.

Als „Fordern und Fördern“ wird die Aufgabe der Arbeitsagentur oft umschrieben. Die Lösungsvorschläge der Politik und die öffentliche Debatte konzentrieren sich vor allem auf das Fordern: härtere Sanktionen, weniger Anforderungen an zumutbare Jobs und intensives Gehetze über „Totalverweigerer“. Letztere sind zwar der Hauptfokus der öffentlichen Debatte, aber in Wahrheit sehr selten. Statt den Ärmsten das Leben noch ein bisschen schwerer zu machen, sollte man in Politik und Medien darüber reden, wie man ihnen effektiver helfen kann. 

Ein Punkt mit Verbesserungspotenzial wäre hingegen das Fördern. Etwa durch mehr individuelles Coaching und persönliche Beratung. Wenn diese Maßnahmen gut gemacht sind, würde das auch die Vermittlungszahlen deutlich erhöhen.

Eine motivierende Wirkung könnte es auch haben, die Zuverdienstgrenzen zu erhöhen. Wer sich zum Bürgergeld ein bisschen was dazuverdient, muss im Moment den größten Teil davon wieder abgeben. Und auch wenn diese Einkommen nicht ausreichen, um ohne Sozialleistungen klarzukommen: Sie können durchaus der Einstieg in einen sozialversicherungspflichtigen Job sein, wenn man sich dort gut anstellt. Und zwar ganz ohne Jobvermittlung. 

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