Kolumne „Larsklar“ Scheiße sagt man nicht oder wie ein Ruhrpott-Spruch in der Kirche von Loga landete
Was passiert, wenn jemand im Gottesdienst das Wort „Scheiße“ sagt? In der Kolumne treffen Alltag, Kirche und Leser aufeinander – mit Wendungen, Begegnungen und einem besonderen Termin.
Ich habe das Wort „Scheiße“ gesagt… in einem Gotteshaus. Ich kann Ihnen das aber erklären. In dieser Kolumne versuche ich regelmäßig mit meinen Leserinnen und Lesern ins Gespräch zu kommen. Als ich etwa über den (altersbedingten) Abschied meines Wurfzeltes geschrieben habe, meldete sich Lara. Ob ich das mit dem Verschenken des Zeltes ernst gemeint habe, fragte sie. Kurzum: Lars‘ Wurfzelt ist jetzt Laras Festivalzelt. Sie schickte mir sogar ein Foto zu. Lara und mein Zelt scheinen sich gut zu verstehen.
Durch diese Kolumne gelangte auch das Wort „Scheiße“ in einen Gottesdienst. Auf meinen Text zum Thema „Zuversicht und Optimismus“ meldete sich Pastor Ingo Brookmann von der evangelisch-reformierten Kirche in Loga. Wir könnten doch einmal in seinem Gottesdienst über das Thema „Optimismus“ plaudern – statt einer Predigt. Wir nahmen also auf einer extra bereitgestellten kleinen Kirchenbank im Altarraum Platz und plauderten. Auf die Frage, was für mich Optimismus sei, antwortete ich, das sei unter anderem ein schöner Satz aus dem Ruhrgebiet. Der Satz lautet: „Woanders is auch scheiße.“ Zumindest die Gäste in der vollbesetzten Kirche lachten.
Meine Kolumne, dass die Politik junge Menschen braucht, und der Nachwuchs aber auch durchhalten muss, wenn es Probleme gibt, provozierte direkt Widerstand. Es entstand ein E-Mail-Austausch mit einem Leser. Wir verteidigten unsere Sichtweisen ohne dem anderen mangelnde Einsicht vorzuwerfen. Das Ende vom Lied: In der kommenden Woche gehen wir gemeinsam Abendessen und tauschen uns persönlich aus. Allesamt sind tolle Begegnungen, die ich nur deshalb habe, weil Sie eben diese Kolumne lesen.
Zur Person
Lars Reckermann (55) ist Chefredakteur der Ostfriesen-Zeitung, des General-Anzeigers Rhauderfehn und der Borkumer Zeitung. Seit 2016 lebt der gebürtige Westfale in Norddeutschland. Er plaudert gerne mit Menschen aus Ostfriesland. Deshalb hat er den Podcast „Ein Glas mit Lars“ ins Leben gerufen.
Am meisten wahrgenommen werden übrigens die Kolumnen, in denen ich Privates aufschreibe. Sie glauben gar nicht, wie viele Menschen mich gefragt haben, ob meine Frau wirklich einen schlecht gesicherten Treckerreifen auf meinem Autodach einmal festhalten musste, während ich über die Autobahn fuhr… Ja, die Geschichte ist wahr. Dafür schäme ich mich heute.
Ins Gespräch kommen. Zuhören. Sich austauschen. Gemeinsam lachen. Merken Sie sich doch schon einmal den 27. August 2025, 19 Uhr, vor. Dann startet unsere erste Pecha-Kucha-Nacht im wunderschönen Innenhof des Heimatmuseums in Leer. Eintritt frei. Es wird kurzweilig. Versprochen. Und wenn es Ihnen trotzdem nicht gefällt… denken Sie daran: Woanders is auch …