Berlin  Beatrix von Storch: Warum sich die AfD Trump als Vorbild nehmen sollte

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 29.07.2025 13:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Beatrix von Storch im Gespräch mit Parteichefin Alice Weidel im Bundestag. Foto: IMAGO/Future Image
Beatrix von Storch im Gespräch mit Parteichefin Alice Weidel im Bundestag. Foto: IMAGO/Future Image
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In einem Interview mit der „New York Times“ verrät die AfD-Politikerin Beatrix von Storch, mit welcher Strategie ihre Partei die nächsten Wahlen gewinnen will und warum der aktuelle US-Präsident ein gutes Vorbild dafür ist.

Bei der vergangenen Bundestagswahl erreichte die AfD mit 20,8 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis und verdoppelte ihre Prozentzahlen aus 2021. Eine Regierungsbeteiligung blieb bislang jedoch aus, weil alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen. Aktuelle Umfragen sehen die Partei sogar bei bis zu 25 Prozent.

In einem Interview mit der „New York Times“ hat die AfD-Politikerin Beatrix von Storch einen Einblick gegeben, wie die AfD den Machtwechsel in Deutschland weiter forcieren möchte. Sie zeigte sich auch besorgt, dass die neue härtere Migrationspolitik der neuen Bundesregierung der eigenen Partei Wähler kosten könnte. Mit verschärften Grenzkontrollen, verstärkten Abschiebungen und Diskussionen um Leistungskürzungen für Geflüchtete könnten, so Storch, unzufriedene Wähler von der Union zurückgewonnen werden. Die Migrationspolitik bleibe auch weiterhin das Kernthema der AfD.

Gleichzeitig glaubt von Storch nicht daran, dass die schwarz-rote Koalition dauerhaft eine restriktive Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik durchsetzen könne, da sie am Widerstand der SPD scheitern werde.

Außerdem stellte von Storch klar, dass die AfD im kommenden Wahlkampf auf eine Strategie wie die von Donald Trump setzen will. Ihrer Ansicht nach findet in westlichen Ländern ein Kulturkampf statt, den die AfD gewinnen wolle, indem sie die Gesellschaft weiter spaltet – insbesondere zwischen eher linken und eher rechten Wählern.

Von Storch verwies darauf, dass auch moderate Republikaner für Trump gestimmt hätten, obwohl sie ihn nicht in allem gutheißen. Die Kluft zwischen den politischen Lagern sei inzwischen so groß, dass Bedenken inhaltlich keine Rolle mehr spielten. „Gemäßigte Republikaner haben für Donald Trump gestimmt, obwohl sie nicht alles gutheißen, was er sagt oder tut. Aber die Kluft zwischen gemäßigten Republikanern und progressiven Demokraten ist so tief, dass diese Vorbehalte keine Rolle mehr spielten“, erklärte sie.

In einer Stellungnahme gegenüber der „Bild“ wandte sich Beatrix von Storch gegen die Darstellung der US-Zeitung. Sie betonte: „Die ‚New York Times‘ übertreibt und verdreht meine Aussagen. Ich habe gesagt, dass die CDU/CSU dann AfD-Wähler für sich gewinnen könnte, wenn sie unsere migrationspolitischen Forderungen in der Regierung umsetzen würde.“ Gleichzeitig meinte von Storch, sei die Union keinesfalls bereit, einen derart weitgehenden Kurs einzuschlagen.

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