Washington  Trump leidet unter chronischer Venenschwäche – das steckt hinter der Erkrankung

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 19.07.2025 06:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ärzte haben bei US-Präsident Donald Trump eine chronische Venenschwäche festgestellt. Foto: dpa/AP/Evan Vucci
Ärzte haben bei US-Präsident Donald Trump eine chronische Venenschwäche festgestellt. Foto: dpa/AP/Evan Vucci
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Donald Trump gehört zu den ältesten Präsidenten in der Geschichte der USA. Entsprechend ist der Gesundheitszustand des 79-Jährigen immer wieder Thema. Das Weiße Haus erklärte nun, dass der Republikaner an einer chronischen Venenschwäche leidet. Was hat es mit der Krankheit auf sich?

Als Staatsoberhaupt ist es US-Präsident Donald Trump wichtig, einen gesunden Eindruck zu vermitteln – körperlich fit, geistig auf der Höhe. Umso überraschender war es, als das Weiße Haus am Donnerstag mitteilte, der 79-Jährige leide unter einer chronischen Venenschwäche.

Es gebe jedoch „keine Hinweise auf eine tiefe Venenthrombose oder arterielle Erkrankungen“, betonte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. „Der Präsident ist weiterhin bei bester Gesundheit“, versicherte sie.

Dennoch stellt sich die Frage, was die Diagnose für die weitere Amtszeit des US-Präsidenten bedeutet. Tatsächlich ist eine chronische Venenschwäche – auch chronisch-venöse Insuffizienz genannt – nicht ungewöhnlich für Menschen in Trumps Alter. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) handelt es sich um eine Erkrankung der Beinvenen, die zu schweren Venen- und Hautveränderungen führen kann.

Normalerweise transportieren die Venen das sauerstoffarme Blut gegen die Schwerkraft von den Beinen zurück zum Herzen. Dabei helfen die Wadenmuskelpumpe und die Venenklappen, einen Rückfluss beziehungsweise eine Anstauung des Blutes zu verhindern. Bei einer chronischen Venenschwäche funktionieren diese Mechanismen nicht mehr.

Bei Betroffenen schließen die Venenklappen nicht richtig, wodurch das Blut zurück in die Beine fließt und sich staut. Zudem sind die Venenwände erweitert und weniger elastisch, was den Blutfluss zusätzlich erschwert. Bewegungsmangel verstärkt den Effekt, dass die Wadenmuskelpumpe nicht ausreichend aktiviert wird.

Neben ästhetischen Faktoren wie Schwellungen, Krampfadern und Hautveränderungen haben Betroffene mit zum Teil heftigen Schmerzen zu kämpfen. Vor allem nach längerem Sitzen oder Stehen stellt sich ein Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen ein. Nachts kommt es häufig zu Wadenkrämpfen, hinzu kommen Symptome wie Kribbeln, Brennen und Juckreiz.

Ist die chronische Venenschwäche bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, heilen Wunden häufig nur noch schlecht beziehungsweise sehr langsam. In diesem Zusammenhang ist oft von einem „offenen Bein“ die Rede.

Eine Studie des DZHK hat darüber hinaus ergeben, dass eine chronische Venenschwäche das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit die Sterblichkeit erhöht. „Die Sterblichkeit von Personen mit fortgeschrittener Venenschwäche war im Beobachtungszeitraum von etwas mehr als sechs Jahren um etwa das 1,7-fache höher als bei Personen ohne diese Erkrankung“, heißt es dazu.

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine chronische Venenschwäche auslösen können. So gibt es häufig eine genetische Veranlagung, wenn die Erkrankung familiär gehäuft auftritt. Dabei sind Frauen eher betroffen als Männer, was auch mit hormonellen Einflüssen wie einer Schwangerschaft zusammenhängen kann. Ein weiterer gewichtiger Punkt ist das Alter. Je älter ein Mensch ist, desto mehr verlieren die Venen an Elastizität.

Hinzu kommen Faktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder ein ungesunder Lebensstil (Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum). Doch auch intensives Sonnen, Saunabesuche und heiße Bäder können die Gefäße erweitern und den Blutrückfluss erschweren.

Eine chronische Venenschwäche ist nicht heilbar, allerdings können durch verschiedene Maßnahmen die Symptome gelindert und der Krankheitsverlauf insgesamt verlangsamt werden. Dazu gehören beispielsweise Kompressionsstrümpfe, die den Blutfluss unterstützen und die Schwellungen reduzieren können.

Neben speziellen Medikamenten und Gymnastikübungen helfen meist auch Änderungen am Lebensstil. Dazu gehört regelmäßige Bewegung, das Hochlagern der Beine, eine Reduzierung des Übergewichts sowie die Vermeidung von langem Stehen oder Sitzen. Darüber hinaus empfehlen Ärzte eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung sowie den Verzicht auf Nikotin und Alkohol.

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