Frankfurt  Spargel- und Erdbeerernte mies: Ist uns heimischer Spargel nichts wert?

Mischa Ehrhardt
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Von Mischa Ehrhardt
| 18.07.2025 18:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Erträge für regional angebaute Erdbeeren und Spargel sinken in Deutschland seit Jahren. Foto: IMAGO/penofoto
Die Erträge für regional angebaute Erdbeeren und Spargel sinken in Deutschland seit Jahren. Foto: IMAGO/penofoto
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Die Erdbeer- und Spargelernte ist auf dem Tiefpunkt der letzten 30 Jahre angekommen. Hohe Kosten und schrumpfende Anbauflächen fordern die regionale Landwirtschaft. Worum es wirklich geht, wenn regionale Produkte erhalten bleiben sollen.

Trockenheit im Frühjahr, kühles Wetter im Norden – nicht immer läuft alles nach Plan in der Landwirtschaft. Doch die Probleme von Spargel- und Erdbeerbauern liegen nicht in den Wolken, sie sind struktureller Art – und ziemlich bodenständig. Bundesweit sinken die Erträge auf den Spargel- und Erdbeerfeldern seit Jahren stark. Und das liegt eben nicht am schwankenden Wetter, sondern an zu hohen Kosten.

Es ist kein Zufall, dass die aktuell geschätzte Menge an hierzulande angebauten Erdbeeren um vier Prozent unter der bereits niedrigen Erntemenge des Vorjahres liegt und den niedrigsten Stand seit drei Jahrzehnten erreicht. Der Rückgang stimmt nämlich überein mit dem Rückgang der Anbaufläche für Freilanderdbeeren.

Beim Spargel die gleiche übereinstimmende Tendenz: Erntebilanz minus neun Prozent, Anbauflächen minus sechs Prozent. Ursache des Rückganges seien „verhältnismäßig kostenintensive“ Bewirtschaftungen, geben auch die Statistiker als Grund an – sprich: Hohe Energie, Lohn- und damit Produktionskosten belasten Betriebe und zwingen sie zur Aufgabe – mindestens von Feldern. Auf der anderen Seite stehen ihnen zurückhaltende Verbraucher gegenüber, weil die Preise angezogen haben und sich beim Verzicht auf diese frühlingshaften Leckerbissen sparen lässt.

Die Betriebe weisen zurecht darauf hin, dass der steigende Mindestlohn das Problem potenzieren dürfte. Nun aber den Mindestlohn deswegen für diese Branchen zu kippen, griffe zu kurz. Es sollte faire Bezahlung und die Möglichkeit geben, Spargel und Erdbeeren weiter in Deutschland anzubauen – und davon als Landwirt auch leben zu können.

Im Kern geht es um einen politische Frage: Was ist es unserer Gesellschaft wert, hochwertige regionale Produkte aus heimischer Landwirtschaft zu gewinnen. Für scheinbar einfache Probleme gibt es leider nicht immer einfache Lösungen.

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