Hotelprojekt am Wasser  Barßels Gemeinderat ringt um neues Hotel am Hafen

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 18.07.2025 07:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf dieser Fläche am Hafen soll das Hotel gebaut werden. Nun ist es zum Streitobjekt geworden. Foto: Hans Passmann
Auf dieser Fläche am Hafen soll das Hotel gebaut werden. Nun ist es zum Streitobjekt geworden. Foto: Hans Passmann
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Im Gemeinderat Barßel wird weiter über den Bau eines Hotels am Hafen diskutiert. Noch ist unklar, ob das Projekt nach der Sommerpause voranschreitet.

Barßel - Die Diskussionen um den Bau eines neuen Hotels im Bereich des Barßeler Hafens reißen nicht ab. Neben den bisherigen kritischen Stimmen aus der Bevölkerung und aus den Reihen des Gemeinderates melden sich zunehmend Befürworter für das Bauvorhaben direkt am Wasser zu Wort. Geplant ist ein Gebäude mit rund 40 Betten und einem Investitionsvolumen von rund sieben Millionen Euro.

Tourismus stärken und Image verbessern

„So ein Hotel direkt am Wasser würde sicherlich den Tourismus in unserem Erholungsgebiet Barßel und das Image der Gemeinde aufwerten. Es wäre eine Bereicherung für den Ort. Ich kann verstehen, dass der Investor lieber direkt am Wasser bauen möchte“, betonte Bürgermeister Nils Anhuth (Parteilos). Allerdings bezeichnete er auf der Ratssitzung am Mittwoch, 16. Juli 2025, im Pfarrheim Barßel die ganze Geschichte als „ungelegte Eier“ und sie sorge nur Gesprächsstoff.

Schon seit elf Jahren sei die Grundstücksfläche immer wieder im Gespräch. Aber noch nie hat sich etwas handfestes ergeben, erläuterte der Bürgermeister weiter. Nun könnte das Projekt konkrete Formen annehmen – aber erst nach der Sommerpause. Nach Informationen unserer Zeitung sollte auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch eigentlich erneut über den Verkauf des Grundstücks beraten werden. Aufgrund gesetzlicher Fristen konnte dieser Punkt jedoch nicht mehr auf die Tagesordnung gesetzt werden. Stattdessen soll es kurz vor dem vom 25. bis 27. August stattfindenden Hafenfest eine erneute, interne und nicht öffentliche Sitzung des Gemeinderates geben. Die Bevölkerung ist dann nicht zugelassen. In dieser Sitzung werden der Barßeler Geschäftsmann und die Architekten den Ratsmitgliedern das geplante Projekt noch einmal vorstellen, bevor letztlich entschieden wird, wie es weitergeht. Vorerst wird darüber noch in nichtöffentlichen Sitzungen beraten. Anhuth sagte dazu: „Derzeit geht es um den Schutz der Beteiligten, die da bauen wollen.“ Weiter erklärte der Verwaltungschef den Fahrplan. Sollte das Projekt vom Rat gewünscht werde, gehe es wie folgt weiter: „Dann müssen die Gremien des Rates entscheiden, ob es eine Bauleitplanung gibt. Sollte es so sein, dann werden Behörden und die Bevölkerung beteiligt. Eventuell gibt es auch eine öffentliche Informationsveranstaltung.“

Das Projekt ist umstritten. Ratsherr Johannes Geesen (CDU) spricht sich für den Bau aus: „Es ist doch wunderbar, wenn so ein Hotel direkt am Wasser entstehen könnte. Man muss doch nicht alles gleich im Vorfeld zerreden.“ Er verweist dabei auf das verhinderte Demenzzentrum, das ein Barßeler Unternehmen auf einer Fläche bei der Mühle errichten wollte. „So ein Hotel am Wasser bietet den Gästen doch ein wunderbares Ambiente. So etwas fehlt in Barßel. Bevor man ‚nein‘ sagt, sollte man sich das Konzept doch etwas genauer anschauen. Die Attraktivität des Urlaubsortes Barßel wird gestärkt.“ Geesen verweist zudem auf ähnliche Gebäude direkt am Wasser, etwa am Küstenkanal kurz vor Oldenburg, auf der sogenannten „Nesse“ in Leer oder an der Talsperre.

Uneinigkeit in den Fraktionen

In den Reihen der CDU-Fraktion herrscht jedoch keine Einigkeit, ebenso wenig in der SPD-Fraktion. Der Vorsitzende der Sozialdemokraten Hartmut Wrede sagt: „Ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite wäre so ein Hotel wunderbar. Dann könnten auch ganze Busse untergebracht werden. Aber passt so ein Gebäude dahin?“ Bevor er sich entscheiden möchte, fordert er eine Informationsveranstaltung, in der das Projekt der gesamten Bevölkerung vorgestellt wird.

Damit das Projekt verwirklicht werden kann, müsste die Gemeinde als Eigentümerin des Grundstücks die vorgesehene Fläche in Hafen-Nähe an den Investor verkaufen. Ein entsprechender Kaufantrag liegt vor. Für den Verkauf ist die Zustimmung des Verwaltungsausschusses (VA) beziehungsweise des Rates erforderlich. In der ersten Sitzung konnte der Rat keine Einigung erzielen und verwies die Angelegenheit an den VA.

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