Ostfriesland-Cup  SV Großefehn enttäuscht – SV Wallinghausen jubelt

Wolf-Rüdiger Saathoff
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Von Wolf-Rüdiger Saathoff
| 06.07.2025 14:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
SVG-Trainer Bi Le Tran (links) im Gespräch mit den Schiedsrichtern vor dem obligatorischen Elfmeterschießen nach Spielschluss, das die Fehntjer zu ihren Gunsten entschieden.
SVG-Trainer Bi Le Tran (links) im Gespräch mit den Schiedsrichtern vor dem obligatorischen Elfmeterschießen nach Spielschluss, das die Fehntjer zu ihren Gunsten entschieden.
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Dem SVW gelang im Mühlenstadion ein Traumstart beim Ostfriesland-Cup. Ein Rückkehrer feierte einen gelungenen Einstand.

Großefehn - Der Rasen im Fehntjer Mühlenstadion entwickelt sich für den SV Wallinghausen beim Fußballturnier um den „Ostfriesland Cup - Only the Best“ zu einem erfolgsträchtigen Untergrund. Vor zwei Jahren setzten sich die Grün-Weißen im Finale gegen den SV Großefehn vor rund 900 Zuschauern in der Verlängerung mit 2:1 durch.

Zum Auftakt der Gruppenphase Nord des geldträchtigen Turniers besiegte Wallinghausen am Sonnabendnachmittag, 5. Juli 2025, erneut den SVG. Diesmal deutlich höher mit 4:2 Toren. Dabei führte Wallinghausen wenige Minute vor dem Abpfiff noch 4:0, ehe die Gastgeber vor rund 250 Zuschauern noch etwas Ergebniskosmetik betrieben.

Für den neuen Trainer des SV Wallinghausen, Max Beccard, war es ein gelungener Einstand. Er gestand nach Spielende: „Ich war innerlich ganz schön nervös, aber die Mannschaft hat es gut gemacht.“

Rückkehr an die alte Wirkungsstätte

Für Beccard war es auch die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte als Spieler. Von 2011 bis 2017 spielte er für den SVG. Um so mehr freute er sich über den Sieg zum Auftakt beim Ostfriesland Cup.

SVW-Neutrainer Max Beccard (rechts) im Gespräch mit seinem Torwart Julian-Till Ahlers, der mehr als 80 Minuten lang beschäftigungslos war. Erst in der Schlussphase musste er zweimal hinter sich greifen. Fotos: Wolf-Rüdiger Saathoff
SVW-Neutrainer Max Beccard (rechts) im Gespräch mit seinem Torwart Julian-Till Ahlers, der mehr als 80 Minuten lang beschäftigungslos war. Erst in der Schlussphase musste er zweimal hinter sich greifen. Fotos: Wolf-Rüdiger Saathoff

In der Anfangsviertelstunde kam der SVW defensiv daher. Die Gäste überließen den Fehntjern den Ball. Großefehn punktete zwar mit einem deutlichen Plus beim Ballbesitz, aber daraus entstanden keine gefährlichen Aktionen vor dem SVW-Strafraum.

Kompromisslos zerstörten die Wallinghausener früh die ideenlosen SVG-Angriffsbemühungen und warteten auf Konter.

So wie in der 16. Minute, als die Wallinghausener blitzschnell den Ball über die rechte Seite transportierten und Yanic Konda mit einem gescheiten Pass Angreifer Bent Bogena im Strafraum bediente. Er legte sich ungestört den Ball zurecht und schoss zum 1:0 für den SVW ein.

Bogena war mit einem kleinen Handicap ins Spiel gegangen. Er trug eine blaue Bandage an der rechten Hand. Sie verdeckte die Blasen an der Hand, die er sich vom Renovieren eingefangen hatte. Die Bandage störte aber weder beim Toreschießen noch beim Jubeln. Und die Wallinghausener sollten sich noch einige Male über Tore freuen.

SVW zielstrebiger und konsequenter

Erneut hatten die SVW-Fans den Torschrei in der 36. Minute auf den Lippen, als Lukas Günsel nach Zuspiel von Bogena frei vor SVG-Torwart Tim Kuhlmann auftauchte. Kuhlmann verhinderte den zweiten Gegentreffer mit einer guten Parade. Sein Konkurrent Julian-Till Ahlers erlebte eine erste Hälfte ohne heranziehende Gefahr vor seinem Arbeitsplatz. Die sollte erst viel später einsetzen.

Die Wallinghausener gingen mit einer verdienten 1:0-Führung in die Pause. Sie waren zuvor einfach zielstrebiger und konsequenter bei der Sache gegen einen fahrigen, ungefährlichen SVG, lautete die Zwischenbilanz einiger Zuschauer.

Interessante Zaungäste

Als Zaungäste verfolgten ehemalige Bezirksligatrainer das Duell. Der Ex-Wiesmoorer Trainer in Ruhestand Jürgen Zimmermann sah den Auftritt seiner Söhne Leon und Jürgen. Die beiden SVG-Neuzugänge blieben unauffällig und setzten keine Akzente.

Der ehemalige SVW-Trainer Ewald Mühlenbrock begutachtete das Spielgeschehen der Grün-Weißen. Sein Sohn Jasper spielte gefällig.

Auch der ehemalige Coach der SpVg Aurich Wilfrid Böhling mischte sich unter das Publikum. Sein Sohn Tom, Stürmer beim SVG, war nicht mit von der Partie. Der 24-Jährige hatte sich kürzlich einer Knie-OP unterzogen und fällt laut seines Vaters für die Hinserie der neuen Saison aus.

Wer zu Beginn der zweiten Hälfte auf einen Umschwung beim SVG gehofft hatte, wurde enttäuscht. Wallinghausen kam mit Macht aus der Kabine und markierte in der 47. Minute das 2:0. Erneut hatte der blauhändige Bogena getroffen. Ein Tiefschlag für die Fehntjer. Für die Vorentscheidung sorgte Marten Ackermann. Ihm gelang wenige Sekunden nach seiner Einwechselung in der 61. Minute das 3:0.

Lieber Kartoffeln und Kohlrabi schälen

„Das war´s es dann“, meinte ein SVG-Fan und ließ tief in seine Seele blicken: „Ich gehe jetzt nach Hause und schäle Kartoffeln und Kohlrabi. Das ist spannender als das Spiel unserer Mannschaft.“

Er ging zu früh, denn es fielen noch drei weitere Treffer. Wallinghausen kombinierte sich in der 78. Minute mit Bangaly Conde und Kevin Genske an den SVG-Strafraum, ehe Tim Alberts zum 4:0 traf.

In der Schlussphase bekam Großefehn die zweite Luft und gestaltete die 2:4-Niederlage mit zwei Toren etwas ansehnlicher. Diese Tore waren es auch, die SVG-Trainer Bi Le Tran etwas versöhnlicher stimmten. Er bekannte: „Wir sind noch nicht so weit. Wir haben uns zu viele Fehler erlaubt. Besonders im Aufbauspiel. Wallinghausen hat verdient gewonnen.“

Das befand auch Neu-Trainer Beccard: “Unsere Neuzugänge haben sich gut eingefügt. Auch die Wechsel passten und unser Umschaltspiel war klasse.“

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