173 Feuerwehrleute ausgerückt Brand in Auricher Ubbo-Emmius-Klinik
Am Freitagabend ist in der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich ein Feuer ausgebrochen. Zwei Stationen wurden evakuiert. Verletzt wurde niemand, aber rund 30 Patienten wurden auf andere Stationen verteilt.
Aurich - In der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich hat es am Freitagabend, 4. Juli 2025, einen Brand gegeben. Dieser brach nach Angaben von Krankenhausdirektor Heiko Goldenstein auf der Station 3 aus, der kardiologischen Station. Verletzt wurde niemand, die Mitarbeiter der Klinik hätten die rund 30 Patienten binnen kurzer Zeit auf einer anderen Station in Sicherheit gebracht, berichtete Goldenstein.
173 Feuerwehrleute plus zahlreiche Sanitäter vor Ort
Wie der Auricher Ortsbrandmeister und Einsatzleiter der Feuerwehr, Bernd Saathoff, im Rahmen einer Pressekonferenz um kurz nach Mitternacht berichtete, war die Auricher Ortswehr um 22.15 Uhr alarmiert worden, weil die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst hatte. Das sei nichts Ungewöhnliches, so Saathoff, das Gebäude sei groß. Doch schon auf der Anfahrt habe die Leitstelle gemeldet, dass es einen Notruf mit einer Brandmeldung auf Station 3 gegeben habe. Entsprechend sei die Einsatzstärke umgehend erhöht worden. Neben der Ortswehr Aurich seien sechs weitere Auricher Ortswehren sowie Einsatzleitwagen alarmiert worden. Laut Saathoff machten sich insgesamt 173 Feuerwehrleute auf den Weg zur Klinik.
Auch der Rettungsdienst des Landkreises sowie Einsatzkräfte des DRK und der Johanniter wurden hinzugerufen, um bei Bedarf Patienten versorgen oder verlegen zu können. Neben acht Einsatzfahrzeugen des Rettungsdienstes waren nach Angaben von Timo Müller, dem organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes, zwölf Fahrzeuge der Hilfsorganisationen plus entsprechendes Personal vor Ort.
Dichter Rauch auf der Station
Das Feuer erwies sich dann aber als noch überschaubar. Laut Saathoff sei hinter der geschlossenen Brandschutztür der Station zwar dichter Rauch zu erkennen gewesen. Mehrere Trupps seien vorgerückt, um sicherheitshalber die Zimmer nach Patienten zu durchsuchen und den Brand zu lokalisieren. Dieser sei in einem Lagerraum ausgebrochen und mithilfe des Wassers aus den Wandhydranten gegen 22.40 Uhr bereits gelöscht gewesen. Dann habe das Belüften des betroffenen Bereichs begonnen.
„Station 3 wurde von den Mitarbeitern vorbildlich geräumt“, lobte der Ortsbrandmeister. Lob für die Mitarbeiter gab es auch von Heiko Goldenstein sowie dem ärztlichen Direktor am Standort Aurich, Dr. Karl Friedemann Hopf und dem Geschäftsführer der Trägergesellschaft, Dirk Balster, der telefonisch zugeschaltet war.
Station bleibt vorerst geschlossen
Laut Goldenstein ist die Station 3 nun geschlossen. „Und das bleibt auch erst mal so.“ Die Räume seien verrußt und müssten zunächst von einer Fachfirma hergerichtet werden. Das werde mehrere Tage in Anspruch nehmen. Zuallererst müsse aber die Brandursache untersucht werden. Der Bereich sei dafür versiegelt worden.
Kardiologische Untersuchungsräume seien von den Schäden nicht betroffen. Wo die Kardiologie-Patienten bis zur Wiederinbetriebnahme der Station untergebracht würden, müsse man nun sehen, sagte der Klinikdirektor. Vorläufig seien sie im Haus verteilt, was sich nicht negativ auf die Versorgung auswirke, sondern nur längere Wege bedeute. „Das ist aber gut zu handeln“, so Goldenstein.
Die UEK habe sich in der akuten Brandsituation zeitweise von der Notfallversorgung abgemeldet, berichtete er weiter. Die Notfallversorgung sei aber schnell und ohne Einschränkungen wieder aufgenommen worden. Die Kinder, die ihre Betten hätten verlassen müssen, hätten den Feuerwehreinsatz mit Interesse verfolgt. Er und Dr. Hopf seien zu jedem einzelnen Kind ins Zimmer gegangen und hätten eine gute Nacht gewünscht.
Dritter Brand in drei Jahren
Balster zeigte sich erfreut, dass die Mitarbeiter „sehr schnell und gut“ reagiert hätten. Er habe umgehend Landrat Olaf Meinen über die Geschehnisse informiert.
Der hat in letzter Zeit schon mehrfach solche Anrufe erhalten. Denn zum einen gab es im vergangenen August nach heftigem Starkregen einen Wasserschaden.
Es war zudem der dritte Brand in drei Jahren in der UEK Aurich. Im September 2022 war der Schadensumfang deutlich größer. Damals brach nach einem technischen Defekt ein Feuer im Facharztzentrum aus. Mehrere Stationen mussten evakuiert werden. Im Juni 2023 legte dann ein Patient ein Feuer, das aber schnell gelöscht werden konnte. Was nun die Brandursache ist, müsse erst festgestellt werden, so Saathoff. Einen Zusammenhang sehe er nicht. „Man darf nicht vergessen, wie groß das Haus ist“, sagte er.