173 Feuerwehrleute ausgerückt  Brand in Auricher Ubbo-Emmius-Klinik

Karin Böhmer
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Von Karin Böhmer
| 04.07.2025 23:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Brandherd lag auf Station 3. Die benachbarte Kinderklinik wurde aber ebenfalls zeitweise evakuiert. Foto: Volker Altrock
Der Brandherd lag auf Station 3. Die benachbarte Kinderklinik wurde aber ebenfalls zeitweise evakuiert. Foto: Volker Altrock
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Am Freitagabend ist in der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich ein Feuer ausgebrochen. Zwei Stationen wurden evakuiert. Verletzt wurde niemand, aber rund 30 Patienten wurden auf andere Stationen verteilt.

Aurich - In der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich hat es am Freitagabend, 4. Juli 2025, einen Brand gegeben. Dieser brach nach Angaben von Krankenhausdirektor Heiko Goldenstein auf der Station 3 aus, der kardiologischen Station. Verletzt wurde niemand, die Mitarbeiter der Klinik hätten die rund 30 Patienten binnen kurzer Zeit auf einer anderen Station in Sicherheit gebracht, berichtete Goldenstein.

Am Freitagabend gab es einen Feuerwehreinsatz am Auricher Krankenhaus. Foto: Jutta Martens
Am Freitagabend gab es einen Feuerwehreinsatz am Auricher Krankenhaus. Foto: Jutta Martens
Ebenso sei die benachbarte Kinderstation sicherheitshalber evakuiert worden. Die acht bis zehn Kinder hätten mit den Eltern, die ohnehin bei ihnen gewesen seien, im Foyer den Ausgang der Löscharbeiten abgewartet und hätten dann auf ihre Zimmer zurückkehren können. Anders die Patienten der kardiologischen Station: Sie seien auf freie Betten auf anderen Stationen verteilt worden.

173 Feuerwehrleute plus zahlreiche Sanitäter vor Ort

Wie der Auricher Ortsbrandmeister und Einsatzleiter der Feuerwehr, Bernd Saathoff, im Rahmen einer Pressekonferenz um kurz nach Mitternacht berichtete, war die Auricher Ortswehr um 22.15 Uhr alarmiert worden, weil die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst hatte. Das sei nichts Ungewöhnliches, so Saathoff, das Gebäude sei groß. Doch schon auf der Anfahrt habe die Leitstelle gemeldet, dass es einen Notruf mit einer Brandmeldung auf Station 3 gegeben habe. Entsprechend sei die Einsatzstärke umgehend erhöht worden. Neben der Ortswehr Aurich seien sechs weitere Auricher Ortswehren sowie Einsatzleitwagen alarmiert worden. Laut Saathoff machten sich insgesamt 173 Feuerwehrleute auf den Weg zur Klinik.

Insgesamt rückten 173 Feuerwehrleute aus sieben Ortsfeuerwehren zur UEK aus. Foto: Volker Altrock
Insgesamt rückten 173 Feuerwehrleute aus sieben Ortsfeuerwehren zur UEK aus. Foto: Volker Altrock

Auch der Rettungsdienst des Landkreises sowie Einsatzkräfte des DRK und der Johanniter wurden hinzugerufen, um bei Bedarf Patienten versorgen oder verlegen zu können. Neben acht Einsatzfahrzeugen des Rettungsdienstes waren nach Angaben von Timo Müller, dem organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes, zwölf Fahrzeuge der Hilfsorganisationen plus entsprechendes Personal vor Ort.

Dichter Rauch auf der Station

Das Feuer erwies sich dann aber als noch überschaubar. Laut Saathoff sei hinter der geschlossenen Brandschutztür der Station zwar dichter Rauch zu erkennen gewesen. Mehrere Trupps seien vorgerückt, um sicherheitshalber die Zimmer nach Patienten zu durchsuchen und den Brand zu lokalisieren. Dieser sei in einem Lagerraum ausgebrochen und mithilfe des Wassers aus den Wandhydranten gegen 22.40 Uhr bereits gelöscht gewesen. Dann habe das Belüften des betroffenen Bereichs begonnen.

Die Feuerwehrleute hatten schon einen Hinweis auf den Brandort bekommen und trafen auf von den Mitarbeitern bereits evakuierte Stationen. Foto: Volker Altrock
Die Feuerwehrleute hatten schon einen Hinweis auf den Brandort bekommen und trafen auf von den Mitarbeitern bereits evakuierte Stationen. Foto: Volker Altrock

„Station 3 wurde von den Mitarbeitern vorbildlich geräumt“, lobte der Ortsbrandmeister. Lob für die Mitarbeiter gab es auch von Heiko Goldenstein sowie dem ärztlichen Direktor am Standort Aurich, Dr. Karl Friedemann Hopf und dem Geschäftsführer der Trägergesellschaft, Dirk Balster, der telefonisch zugeschaltet war.

Station bleibt vorerst geschlossen

Laut Goldenstein ist die Station 3 nun geschlossen. „Und das bleibt auch erst mal so.“ Die Räume seien verrußt und müssten zunächst von einer Fachfirma hergerichtet werden. Das werde mehrere Tage in Anspruch nehmen. Zuallererst müsse aber die Brandursache untersucht werden. Der Bereich sei dafür versiegelt worden.

Der Bereich um die Klinik war den Rettungskräften vorbehalten und weiträumig abgesperrt. Foto: Volker Altrock
Der Bereich um die Klinik war den Rettungskräften vorbehalten und weiträumig abgesperrt. Foto: Volker Altrock

Kardiologische Untersuchungsräume seien von den Schäden nicht betroffen. Wo die Kardiologie-Patienten bis zur Wiederinbetriebnahme der Station untergebracht würden, müsse man nun sehen, sagte der Klinikdirektor. Vorläufig seien sie im Haus verteilt, was sich nicht negativ auf die Versorgung auswirke, sondern nur längere Wege bedeute. „Das ist aber gut zu handeln“, so Goldenstein.

Der Rettungsdienst des Landkreises hatte alle verfügbaren Fahrzeuge nach Aurich geschickt. Dabei wurde die Versorgung in der Fläche aber aufrechterhalten. Zur Verstärkung wurden Kräfte von DRK und Johannitern hinzugerufen. Foto: Karin Böhmer
Der Rettungsdienst des Landkreises hatte alle verfügbaren Fahrzeuge nach Aurich geschickt. Dabei wurde die Versorgung in der Fläche aber aufrechterhalten. Zur Verstärkung wurden Kräfte von DRK und Johannitern hinzugerufen. Foto: Karin Böhmer

Die UEK habe sich in der akuten Brandsituation zeitweise von der Notfallversorgung abgemeldet, berichtete er weiter. Die Notfallversorgung sei aber schnell und ohne Einschränkungen wieder aufgenommen worden. Die Kinder, die ihre Betten hätten verlassen müssen, hätten den Feuerwehreinsatz mit Interesse verfolgt. Er und Dr. Hopf seien zu jedem einzelnen Kind ins Zimmer gegangen und hätten eine gute Nacht gewünscht.

Dritter Brand in drei Jahren

Balster zeigte sich erfreut, dass die Mitarbeiter „sehr schnell und gut“ reagiert hätten. Er habe umgehend Landrat Olaf Meinen über die Geschehnisse informiert.

Der hat in letzter Zeit schon mehrfach solche Anrufe erhalten. Denn zum einen gab es im vergangenen August nach heftigem Starkregen einen Wasserschaden.

Im Umfeld des Krankenhauses hatten sich zahlreiche Sanitätskräfte in Stellung gebracht, um bei Bedarf Patienten versorgen zu können. Foto: Karin Böhmer
Im Umfeld des Krankenhauses hatten sich zahlreiche Sanitätskräfte in Stellung gebracht, um bei Bedarf Patienten versorgen zu können. Foto: Karin Böhmer

Es war zudem der dritte Brand in drei Jahren in der UEK Aurich. Im September 2022 war der Schadensumfang deutlich größer. Damals brach nach einem technischen Defekt ein Feuer im Facharztzentrum aus. Mehrere Stationen mussten evakuiert werden. Im Juni 2023 legte dann ein Patient ein Feuer, das aber schnell gelöscht werden konnte. Was nun die Brandursache ist, müsse erst festgestellt werden, so Saathoff. Einen Zusammenhang sehe er nicht. „Man darf nicht vergessen, wie groß das Haus ist“, sagte er.

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