Rat Barßel  Müllerhaus und Marienschule im Fokus – Barßel erweitert Stadtumbaugebiet

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 02.07.2025 12:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Gemeinde Barßel hofft durch die Erweiterung der Gebietskulisse im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept das Müllerhaus sanieren zu können. Foto: Hans Passmann
Die Gemeinde Barßel hofft durch die Erweiterung der Gebietskulisse im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept das Müllerhaus sanieren zu können. Foto: Hans Passmann
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Das historische Müllerhaus und das Umfeld der Marienschule sollen von der geplanten Gebietserweiterung profitieren. Die Gemeinde Barßel setzt auf Fördermittel und neue Impulse für die Ortsentwicklung.

Barßel - Die Gemeinde Barßel möchte die bereits festgesetzte Gebietskulisse in der Ortsmitte des Kernorts Barßel im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK), um ein weiteres Gebiet erweitern. Dazu gab es vom Rat der Gemeinde Barßel auf der 22. Sitzung, die am 30. Juni in der Mehrzweckhalle Reekenfeld stattfand, grünes Licht.

Das bisher festgelegte Stadtumbaugebiet umfaßte den zentralen Ortsbereich mit südlicher Begrenzung entlang der Bahnlinie. Eine Erweiterung soll nun in Richtung Süden und Südosten erfolgen. Die neue Abgrenzung soll künftig die Bereiche entlang der Friesoyther Straße und des Mühlenwegs bis zur Pestalozzistraße erfassen.

Sanierung des Müllerhauses wird teuer

In dieser Erweiterung verbergen sich zwei besondere Aspekte: Da ist zum einen das marode und seit Jahren leerstehende historische Müllerhaus am Mühlenweg. Es gab zahlreiche Nutzungskonzepte. Umgesetzt ist noch nichts.

Nach ersten Schätzungen kostet die Sanierung des um 1900 erbauten Gebäudes rund 1,1 Millionen Euro.

Verkehrsfluss vor Grundschule soll verbessert werden

Das andere, was durch die Neu-Festsetzung der Gebietskulisse verbessert werden soll, ist die missliche Verkehrssituation rund umd die Grundschule Marienschule durch Bring- und Holdienst von Eltern. „Wir sehen einen städtebaulichen Handlungsbedarf bei der bisherigen Förderkulisse. Ziele der geplanten Gebietserweiterung ist eine weitere städtebauliche Aufwertung, zur Verbesserung der öffentlich Infrastruktur sowie zur Sicherung denkmalgeschützter Bausubtanz umzusetzen“, erklärte Sachbearbeiter Andreas Freesemann.

„Wir haben bereits erste positive Signale für die Umsetzung vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems und das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bau erhalten. Die Entscheidung bleibt abzuwarten“, stellte dazu Barßels Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos) fest.

Damals war die CDU dagegen

„Diese Erweiterung ist keineswegs rein formaler Natur, vielmehr ermöglicht sie uns, zentrale Maßnahmen zur städtebaulichen Entwicklung in Angriff zu nehmen“, so der Fraktionsvorsitzende der CDU, Ralph Schröder. Die Fraktion habe schon bei Festlegung des ersten Gebietes darauf hingewiesen, dass dieser Schritt und damit die Aufnahme der Bereiches Müllerhaus /Marienschule unbedingt notwendig sei. „Angeblich war das damals nicht möglich. Diese jetzt geplanten Schritte werden die Gemeinde nachhaltig aufwerten“, so Schröder. Eigentlich haben wir fünf Jahre verschenkt. Zeit, in denen das Müllerhaus leer steht und langsam in seine Einzelteile verfällt“, richtete Schröder Vorwürfe an die Verwaltung.

„Wir haben keine fünf Jahre verschenkt. Die jetzt vorgesehen Erweiterung ist uns damals abgelehnt worden. Diesen Schuh der CDU-Fraktion ziehen wir uns von der Verwaltung nicht an“, konterte Sachbearbeiter Andreas Freesemann. „Wie begrüßen die Erweiterung des Gebietskulisse. Uns liegt schon immer der Erhalt des Müllerhauses am Herzen“, sagte Ratsfrau Annegret Meyer von der Bürgerfraktion.

Fertigstellung der Straßen in Barßelermoor

„Wenn wir noch länger diskutieren, fällt das Müllerhaus auseinander“, meinte Ratsherr Hartmut Wrede (SPD). Dem schloss sich auch Ratsherr Hannes Coners (Grüne) an. „Das Müllerhaus steht schon zu lange leer. Die Erweiterung ist der richtige Schritt. Auch Privatleute können in den Genuss der Förderung kommen. Leider hat das bisher nur eine Privatperson in Anspruch genommen“, bedauerte Coners.

Nachdem im ersten Bauabschnitt die Siedlungsstraße im Baugebiet Barßelermoor Ost Barsch- und Döbelstraße sowie Hechtgang und Möhnedamm fertiggestellt wurde, sollen nun im zweiten Bauabschnitt die Straßen Anker-, Karpfendamm, Ostend und Zanderstraße saniert werden. „Der zweite Bauabschnitt steht in den Startlöchern.

Erste Sanierung stockte immer wieder

Wir hoffen, dass wir diesmal nicht unangenehm, wie im ersten Bauabschnitt erlebt, überrascht werden, sondern davon verschont bleiben. Wir hoffen auf einen reibungslosen Ablauf, der im ersten Bauabschnitt nicht gegeben war“, so CDU-Fraktionschef Ralph Schröder. „Für kommenden Straßensanierungen muss es schneller gehen. Es darf nicht sein, dass die Anlieger wieder beim Ausbau Probleme bekommen. Das kann man den Anwohnern nicht zumuten“, findet auch Grünen-Ratsherr Coners.

Die erste Sanierung war immer wieder ins Stocken geraten - sehr zum Ärger der Anwohner. Denen werden demnächst die Beitragsbescheide ins Haus flattern, sobald die noch in Prüfung befindlichen Schlußabrechnungen abgeschlossen ist. „Wir müssen hier noch klärende Gespräche mit den Unternehmen führen“, kündigte Bauamtsmitarbeiter Freesemann an.

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