Auftaktspiel  18-Jähriger rettet die Pewsumer Ostfriesland-Cup-Laune

| | 29.06.2025 20:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mit einer grandiosen Parade verhinderte Lasse Hoogestraat zu Beginn das 1:0 durch den Pewsumer Dirk Frerichs. Fotos: Jens Doden
Mit einer grandiosen Parade verhinderte Lasse Hoogestraat zu Beginn das 1:0 durch den Pewsumer Dirk Frerichs. Fotos: Jens Doden
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Der 8. Ostfriesland-Cup wurde in Pewsum feierlich eröffnet. Beim anschließenden Spiel hielt TuS Hinte lange ein 1:1. Doch dann wurde ein junger Neuzugang per Kurzeinsatz zum Helden.

Pewsum - Der Fußball-Ostfriesland-Cup ist eine Idee aus Leer. Doch aktuell wird der von Manfred Bloem aus Loga ins Leben gerufene Wettbewerb zu einer Pewsumer Erfolgsgeschichte. Nach dem Triumph 2024 folgte nun beim TuS Pewsum eine stimmungsvolle Eröffnungszeremonie der 8. Auflage vor mehr als 400 Zuschauern. „Alles ist perfekt gelaufen“, sagten Bloem und sein Mitstreiter Ewald Adden. Und aus Gastgeber-Sicht nahm auch das zähe Auftaktspiel gegen den Bezirksliga-Aufsteiger TuS Hinte ein grandioses Ende. Ein 18-jähriger Neuzugang rettete sieben Minuten vor Spielende mit seinem Tor zum 2:1 gegen TuS Hinte die Pewsumer Cup-Laune. Danach erhöhte Julian Jauken noch auf 3:1.

„So ein Einstieg macht mich glücklich“, frohlockte 2:1-Torschütze Hauke Westermann nach dem Abpfiff.

Auch die Kleinen hatten vor Spielbeginn ihren großen Auftritt.
Auch die Kleinen hatten vor Spielbeginn ihren großen Auftritt.

Erst in der 81. Minute wurde der Gymnasiast eingewechselt. Zwei Minuten später krönte der junge Mann, der aus der A-Jugend von Kickers Emden zum TuS wechselte, ein kraftvolles Solo mit dem herrlichen Treffer. „Das war natürlich Bombe“, kommentierte er das Tor im Jugend-Jargon.

600 Euro für TuS Pewsum

Der Erfolg ließ auch den TuS-Vorsitzenden Eggo Schreitling strahlen, der schon ein wenig auf das nächste Sommermärchen spekuliert. Denn das Losglück zeugt scheinbar von einer innigen Liebe zwischen Pewsum und dem Ostfriesland-Cup. „Wenn wir Gruppensieger würden, wäre das Halbfinale wieder in Pewsum“, blickte Schreitling nach vorne. Und das Finale im Falle eines Falles würde auch an der Olympia-Straße auf der schmucken TuS-Anlage ausgetragen. „Deswegen ist mir das Ergebnis wirklich nicht egal“, sagt der TuS-Chef lächelnd.

Um diese stattliche Trophäe geht es beim Turnier.
Um diese stattliche Trophäe geht es beim Turnier.

Mit dem Sieg sammelte die Mannschaft die erste 500-Euro-Prämie des mit 40.000 Euro dotierten Wettbewerbs ein. Hinzu kamen noch 100 Euro durch den 5:2-Sieg im Elfmeterschießen, das nach jedem Gruppenspiel ausgetragen wird.

Doch die Finanzen waren am Sonntag Nebensache. Die stimmungsvolle Eröffnung bereitete allen Freude. Dabei fanden nicht nur die Organisatoren, der TuS-Vorsitzende und die Bürgermeisterin Hilke Looden („ich bin begeistert von dieser Veranstaltung“) den richtigen Ton. Das glückte auch dem Chor der Pewsumer „Sportplatzknoijers“, der seine Ständchen auf der Klubheim-Dachterrasse anstimmte.

Klublegende trägt den Pokal

Beim sonstigen Programm standen neben Alt auch Jung im Rampenlicht. So trug der 84-jährige Pewsumer Fußballveteran Theo Cirksena als Klublegende zusammen mit dem seit drei Jahrzehnten umtriebigen Platzwart und „Grillmeister“ Gerald Schoon den Pokal aufs Feld. Und für das bunte Bild auf dem Rasen sorgten Jungs und Mädchen mit Fahnen und Vereinslogos. Als dann die Bambini – manch einer war erst vier Jahre alt – an der Hand der Spieler aufs Feld liefen, ging vielen Zuschauern ein Herz auf.

Manfred Bloem
Manfred Bloem

Danach mussten die Besucher auf emotionale Momente lange warten. Die Pewsumer begannen temporeich, betrieben aber in den ersten 30 Minuten Chancenwucher. Bei den allergrößten Gelegenheiten traf der äußerst agile Derk Schoneboom nur den Pfosten, während Neuzugang Dirk Frerichs (vorher Aurich) am Gäste-Keeper Lasse Hoogestraat verzweifelte. Der Tormann parierte auch danach prächtig. Der einstige Pewsumer Akteur hatte zuletzt in Osnabrück beim TuS Hilter in der Bezirksliga gespielt und als Lokführer gearbeitet. Nun hat er sich beruflich umorientiert und kehrte mit seiner Freundin zurück nach Ostfriesland. „Vossi hat mich dann überredet, in Hinte zu spielen.“ Mit „Vossi“ ist Hintes Ex-Trainer Matthias Voss gemeint, der nun beim Aufsteiger als Sportlicher Leiter fungiert. Hoogestraat und Co. retteten das 0:0 in die Pause.

Training vor dem Spiel

Als gleich nach dem Wechsel Derk Schoneboom per Kopf das 1:0 glückte, schien der Favorit in der Erfolgsspur. Aber denkste. Die Gastgeber-Kräfte ließen nach. „Wir haben Freitag erstmals trainiert, am Sonnabend dann gleich noch zweimal und am Morgen vor dem Spiel ein weiteres Mal“, erklärte Trainer Jonas Petersen die müder werdenden Beine der „Roten“ und auch etliche Krämpfe. Der Gast war nun ebenbürtig und erzielte durch einen Kopfball von Juri Kiefel das 1:1.

Ewald Adden fungierte als Moderator.
Ewald Adden fungierte als Moderator.

Am Ende schickte Pewsums Coach fünf frische Kräfte aufs Feld. Und jener Jüngling, der sich am längsten gedulden musste, ließ die Gastgeber jubeln. Der in Freepsum aufgewachsene Hauke Westermann, der mittlerweile in Pewsum wohnt, erzielte mit Mini-Pensum maximalen Ertrag und verließ als Held des Tages das Feld.

Pewsum: Popp, Folkerts, Frerichs (70. Risto), Schoneboom (77. Stomberg), Hempelmann, Visser (75. Piazza), Jauken, Ringena (66. Lübbers), Bamezon (81. Westermann), Poppenga, Gwosdenko.

Hinte: L. Hoogestraat, van Grieken (68. Li Gregni), Kiefel, Flessner, Rehn, Gerjets (65. Dirks), Grensemann (63. Oltrop), Brümmer (46. Smit), Geiken (87. O. Hoogestraat), Janssen, Klingenberg.

Tore: 1:0 Schoneboom (51.), 1:1 Kiefel (56.), 2:1 Westermann (83.), 3:1 Jauken (94.).

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