Bundesweite Aktion  Durchsuchung in Emden wegen Hetze im Netz

| | 25.06.2025 12:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Bundeskriminalamt koordinierte am Mittwoch Maßnahmen gegen mutmaßliche Verfasser von Hass- und Hetz-Postings im Internet. Die Polizei schlug in allen 16 Bundesländern zu.
Das Bundeskriminalamt koordinierte am Mittwoch Maßnahmen gegen mutmaßliche Verfasser von Hass- und Hetz-Postings im Internet. Die Polizei schlug in allen 16 Bundesländern zu.
Artikel teilen:

Die Polizei hat in allen Bundesländern Wohnungen durchsucht, um gegen strafbare Hasskommentare im Netz vorzugehen. In Emden stand ein 18-Jähriger im Fokus der Ermittlungen.

Emden - In einer großangelegten Aktion ist die Polizei in Deutschland erneut gegen Hass und Hetze im Internet vorgegangen. Am Mittwoch, 25. Juni 2025, gab es in allen Bundesländern Durchsuchungen bei Menschen, die Hasspostings im Internet veröffentlicht haben. Eine dieser Durchsuchungen fand in Emden statt.

Das bestätigte die Polizeidirektion Osnabrück gegenüber dieser Zeitung. Ziel der Durchsuchung war ein 18-jähriger Mann. Eine Festnahme erfolgte nicht. Die Durchsuchungen waren Teil des 12. Aktionstags gegen Hasspostings, das Bundeskriminalamt hat die Durchsuchungen koordiniert.

Emder zeigte sich laut Polizei kooperativ

Der junge Emder steht im Verdacht, „über eine Social-Media-Plattform ein Bild mit verfassungswidrigem Inhalt veröffentlicht zu haben“, so die Polizei gegenüber dieser Zeitung. Laut Deutscher Presse-Agentur (DPA) habe sich der 18-Jährige kooperativ gezeigt. „Ihm wird das Verbreiten von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen“, so die DPA weiter. Im Zuge der Durchsuchung wurde laut Polizei ein Mobiltelefon sichergestellt. Die Auswertung der sichergestellten Daten stehe noch aus. Es handelte sich dabei um die einzige Durchsuchung in Ostfriesland. Auch im Zuständigkeitsbereich der benachbarten Polizeidirektion Oldenburg gab es, wie eine Nachfrage ergeben hat, keine Durchsuchungen.

Bundesweit haben die Strafverfolgungsbehörden laut Agenturmeldung seit dem Mittwochmorgen 65 Durchsuchungsbeschlüsse umgesetzt und zahlreiche Beschuldigte vernommen. Zwei Drittel der strafbaren Hasspostings waren laut Bundeskriminalamt (BKA) dem rechten Spektrum zuzuordnen. Einzelne Fälle gebe es auch aus den Bereichen der linken, religiösen und ausländischen Ideologie oder ohne Zuordnung.

Zahl von strafbaren Hasspostings steigt stark an

Die häufigsten Straftaten waren demnach Volksverhetzung, das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen, die Belohnung und Billigung von Straftaten und Beleidigung.

Die Fallzahlen von strafbaren Hasspostings stiegen seit Jahren stark an, teilte das BKA weiter mit. Die Zahlen hätten sich von 2021 (2.411 Fälle) bis 2024 (10.732 Fälle) mehr als vervierfacht. Ein Grund für die Anstiege sei auch die zunehmende „Aufhellung des Dunkelfelds“.

Mit Material der DPA.

Ähnliche Artikel