Sommer, Sonne, Badezeit  So steht es um die Wasserqualität an Ostfrieslands Badestellen

| | 24.06.2025 12:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Badesee Veenhusen: Klein aber fein. Foto: Archiv
Der Badesee Veenhusen: Klein aber fein. Foto: Archiv
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Droht Gefahr durch Blaualgen und Darm-Bakterien an Ostfrieslands Badeseen und Stränden? Das zeigt der Badegewässer-Atlas Niedersachsen.

Ostfriesland - Sommer, Sonne, Badezeit: Wer in Ostfriesland Abkühlung in einem der Badeseen oder an den Nordsee- und Dollartstränden sucht, braucht sich keine Sorgen um die Wasserqualität zu machen: Laut Badegewässer-Atlas Niedersachsen (https://link.zgo.de/gse716) sind alle offiziellen Badestellen Ostfrieslands mit „gut“ oder „ausgezeichnet“ bewertet. Einzige Ausnahme ist die Badestelle Bohrinsel Dyksterhusen im Dollart: Dort ist die Gewässerqualität zum Baden „ausreichend“. Insgesamt sind gut 20 Badeseen von der Freizeitanlage Tannenhausen/Aurich über den Kiessee Berum bis zum Uphuser Meer aufgelistet, außerdem acht Nordseestrände von der Knock bis Harlesiel und natürlich die Inselstrände.

Der Badegewässer-Atlas: Beim Klick auf den Punkt öffnet sich eine ausführliche Beschreibung des Badesees. Screenshot: Hanz
Der Badegewässer-Atlas: Beim Klick auf den Punkt öffnet sich eine ausführliche Beschreibung des Badesees. Screenshot: Hanz

Zweimal pro Monat werden Proben genommen

Das Landesgesundheitsamt stellt im Badegewässer-Atlas ausführliche Beschreibungen der Badestellen zur Verfügung. Dazu gehören neben der Bewertung auch die erhobenen aktuellen Messwerte, die Qualitäts-Einstufungen der vergangenen Jahre und die erwartete Algen-Entwicklung. Sollte es mit fortschreitendem Sommer zu Problemen durch Algenwachstum oder Verschmutzung kommen, werden für jede betroffene Badestelle Warnmeldungen herausgegeben.

Deutsche Badegewässer mit Bestnoten

Die Europäische Umweltagentur veröffentlicht jedes Jahr im Juni ihren Jahresbericht zur Qualität der europäischen Badegewässer. Darin glänzen die deutschen Badestellen mit sehr guten Noten: Die fast 2300 offiziellen deutschen Badegewässer an Seen, Flüssen und Küsten erfüllten 2024 zu 98 Prozent die Mindestanforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie. 97 Prozent der Badegewässer erreichten sogar die Bestnoten „ausgezeichnet“ und „gut“. Mit diesen Werten belegen die deutschen Badegewässer im europaweiten Vergleich Platz acht.

Nur neun der genau 2291 deutschen Badegewässer wurden laut dem EU-Badegewässerbericht in der Badesaison 2024 mit „mangelhaft“ bewertet. Zum Schutz der Gesundheit Badender wurde vorsorglich 148 Mal ein Badeverbot verhängt oder vom Baden abgeraten. Hauptgründe hierfür waren das massenhafte Auftreten von ⁠ Cyanobakterien ⁠ („Blaualgen“) in den Badegewässern sowie Starkniederschläge und anhaltender Regen – was im vergangenen Jahr besonders in Süddeutschland mitunter zu Hochwasser geführt hat. In der Folge von ⁠Starkregen ⁠kam es durch Abschwemmungen und Schmutzwassereinträge zu einer Beeinträchtigung der hygienischen Wasserqualität, was ebenfalls zu Badeverboten führte. In weiteren Fällen warnten ⁠Vorhersage⁠- und Frühwarnsysteme vor einer möglichen Verschmutzung in Badegewässern. Mehr Infos: www.eea.europa.eu/en/analysis/publications/european-bathing-water-quality-in-2024

Zweimal im Monat beproben die Städte und Gemeinden im Auftrag des Landesgesundheitsamts im Zeitraum Mai bis September die Badegewässer, um die Konzentration von Escherichia coli und Darm-Enterokokken zu messen. Beide Bakterienarten weisen auf Wasser-Verschmutzung mit Fäkalien etwa durch Abwasser und Gülle hin. Wenn solches Wasser beim Schwimmen oder Baden geschluckt wird, kann es Magenverstimmungen und Durchfall verursachen. Der Befall des Badesees mit Blaualgen kann neben Durchfall und Übelkeit auch Ohrenschmerzen und Bindehautentzündung und sogar Infektionen der oberen Atemwege verursachen.

Das Freizeitgelände Tannenhausen ist sehr beliebt und im Sommer teilweise recht voll. Foto: Archiv
Das Freizeitgelände Tannenhausen ist sehr beliebt und im Sommer teilweise recht voll. Foto: Archiv

Hinweis zu PFAS im Meeresschaum

Nachdem in den vergangenen beiden Jahren die Niederlande und Dänemark teilweise mit Badeverboten auf große Mengen verunreinigten Meeresschaums an den Stränden reagiert hatten, warnt auch das Landesgesundheitsamt Niedersachsen. Das Problem: Im ganz natürlich auftretenden Meeresschaum können PFAS – Per- und polyfluorierte Chemikalien – angereichert sein. Diese sogenannten Ewigkeitschemikalien gelten als krebserregend. In den Körper gelangen sie durch Verschlucken des Schaums. „Durch die Haut dringt PFAS nicht direkt ein“, betont das Landesgesundheitsamt.

Meeresschaum entsteht auf natürliche Weise, wenn Eiweiße, Gelatine und andere Komponenten aus abgestorbenen Algen durch Wellen aufgeschlagen werden. Er treibt als gelblich bis bräunliche Schaumschicht auf dem Wasser und wird natürlich auch an den Stränden angespült. Foto: Melanie Hanz
Meeresschaum entsteht auf natürliche Weise, wenn Eiweiße, Gelatine und andere Komponenten aus abgestorbenen Algen durch Wellen aufgeschlagen werden. Er treibt als gelblich bis bräunliche Schaumschicht auf dem Wasser und wird natürlich auch an den Stränden angespült. Foto: Melanie Hanz

Die Experten raten deshalb vorsorglich, nicht in oder mit Meeresschaum zu spielen, ihn nicht in den Mund zu nehmen oder zu schlucken. Nach einem Tag am Strand sollte man sich komplett abduschen und die Hände waschen, insbesondere vor dem Essen. „Sollte aus Versehen Meeresschaum geschluckt werden, so ist die Aufnahme von PFAS sehr gering und es besteht kein gesundheitliches Risiko“, betonen die Experten zudem. Und: „Aufgrund der sehr geringen Konzentration an PFAS im Meer stellen Schwimmen, Baden und Spielen im Meerwasser kein gesundheitliches Risiko dar.“ Weitere Informationen zu PFAS gibt das Bundesministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz unter https://www.bmuv.de/faqs/per-und-polyfluorierte-chemikalien-pfa

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