Burdenski-Cup mit vielen Stars Werder und Sarah Connor lockten Ailton nach Carolinensiel
Einen bunten Fußballabend erlebten mehr als 900 Zuschauer. Werders Oldies schossen ein Tor des Monats, der Gastgeber überraschte und Timo Schultz erlebte eine Reise in die Vergangenheit.
Carolinensiel - Für Timo Schultz war die Reise zum Dieter-Burdenski-Cup nach Carolinensiel auch eine in die Vergangenheit. „Dahinten habe ich die ersten drei, vier Jahre meines Lebens mit meiner Familie gewohnt, und da vorne war meine Mutter Grundschullehrerin“, erzählte der aus Esens stammende Fußballtrainer, als er vor dem Sportplatz des TSV Carolinensiel die Umgebung anschaute.
Der neue Coach des Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück war am Freitag, 20. Juni 2025, extra aus seiner Wahlheimat Hamburg angereist, um die „ostfriesische Nationalmannschaft“ als Kapitän aufs Feld zu führen. Dass diese bei ihrem dritten und vierten Auftritt nun die ersten Niederlagen kassierte, war aber kein Grund für schlechte Laune bei allen Beteiligten.
Burdenski-Witwe reiste an
„Das war eine tolle Veranstaltung, die super organisiert war. Alle hatten ihren Spaß und einige sind auch in der dritten Halbzeit noch lange geblieben“, sagte „Nationalelf“-Teamchef Kai Schoolmann. Das Nordseeheilbad Carolinensiel/Harlesiel hatte das Turnier organisiert. Mehr als 900 Zuschauer kamen, um die Werder-Traditionself, die Ostfriesland-Auswahl und die 1. Herren des TSV Carolinensiel zu sehen. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Kurdirektor Kai Koch.
Vor dem ersten der drei Spiele (jeweils 2 x 20 Minuten) wurde es auch etwas emotional. Der „Vater“ der Werder-Traditionself, Dieter Burdenski, war im vergangenen Jahr im Alter von 73 Jahren verstorben. Das Turnier trug deshalb auch den Namen des langjährigen Bundesliga-Torwarts von Werder. Nach einer Erinnerungsansprache schallte großer Applaus über den Platz. Auch die Witwe Claudia Burdenski war angereist und berührt. Im Interview mit den beiden aus Ostfriesland stammenden Moderatoren Okka Gundel und Rollo Fuhrmann, die durch den Abend führten, sagte Werder-Spieler Torsten Frings später. „Wir vermissen Budde alle sehr.“
Tor von der Mittellinie
Was die Werder-Mannschaft zeigte, hätte Dieter Burdenski gefallen. Nach drei schönen Toren von Ailton (2) und Aaron Hunt besiegte Werder die frisch aufspielenden Carolinensieler aus der B-Klasse, die auch die eine oder andere Chance hatten. Dabei gelang Hunt mit einem Treffer fast von der Mittellinie ein Tor des Monats.
Danach traf die Schoolmann-Elf auf Werder. Mit Jens Wemmer, Karsten Fischer, Frank Löning, Timo Schultz und Christian Alder waren auch einige Ex-Profis dabei, die allesamt in Ostfriesland geboren sind. Der frühere Bielefeld-Profi Christian Alder hatte die mit Abstand weiteste Anreise - aus Südafrika. „Ich bin nun einige Wochen in Deutschland, bei meiner Familie in Ostwestfalen. Meine Eltern sind heute euch mit gekommen“, erzählte der 46-Jährige. Bis zu seinem 7. Lebensjahr lebte er mit seinen Eltern in Wittmund, sein Vater war Soldat. „Ich liebe die Küste mehr als die Berge. Ich lebe ja in Kapstadt am Wasser und bin ja auch in Ostfriesland geboren.“
Ailton kommt nochmal
Nach Toren von Ivan Klasnic und Daniel Franziskus siegte Werder dann gegen Alder und Co. mit 2:0. Der neue Aurich-Trainer Franziskus spielt öfters mal in der Traditionself mit, er hat eine Jugend-Vergangenheit bei Werder. Jens Wemmer, Julian Bennert und Maik-Kevin Eeten vergaben dabei große Chancen für die Ostfriesen, die im abschließenden Spiel noch 0:4 gegen den TSV Carolinensiel verloren. Den TSV betreute erstmals der neue Trainer Tim Ahlrichs. Der Vorgänger und langjährige Coach Bernd Bremer-Kebel wurde an dem Abend auch noch auf großer Bühne verabschiedet.
Manche Spieler der „Nationalelf“ übernachteten noch in der Heimat oder gar in Harlesiel. Nicht so Timo Schultz, der aus Hamburg angereist war und nach der Reise in seine persönliche Vergangenheit nach Carolinensiel sich auf den Weg in die Zukunft machte: „Ich fahre jetzt von hier weiter nach Osnabrück. Dort geht es nun los, ich freue mich sehr darauf“, sagte der 47-Jährige. Der beliebte Ailton düste auch los, wollte am Sonntag aber schon wiederkommen nach Harlesiel. „Zum Konzert von Sarah Connor am Strand.“