Kolumne „Larsklar Älterwerden mit Humor – Haarprobleme und das Ende des Wurfzelts
Was passiert, wenn das Alter Spuren hinterlässt – vom Friseur-Besuch mit Haarspray und dem Abschied vom geliebten Wurfzelt. Ein persönlicher Blick auf kleine Alltagsdramen und das Loslassen liebgewonnener Gewohnheiten.
Das Problem mit dem Älterwerden ist, zumindest bei mir, dass ich mich damit nicht abfinden möchte. Ich blase jetzt nicht permanent Trübsal, aber es nervt mich schon, dass immer mehr Haare nach dem Duschen im Ausguss liegen. Letztens benutzte mein Friseur Spray für meine Haare. Als ich die Druckluft auf dem Hinterkopf spürte, erinnerte ich ihn daran, dass ich lediglich etwas Haargel für den Pony nutze; das müsste er doch wissen. „Nein, nein, das ist Spray, um die Hinterkopfglatze zu verdecken“, korrigierte er mich. So weit ist es schon gekommen!
Zur Person
Lars Reckermann (55) ist Chefredakteur der Ostfriesen-Zeitung, des General Anzeigers Rhauderfehn und der Borkumer Zeitung. Seit 2016 lebt der gebürtige Westfale in Norddeutschland. Er plaudert gerne mit Menschen aus Ostfriesland. Deshalb hat er den Podcast „Ein Glas mit Lars“ ins Leben gerufen.
Es kommt noch schlimmer: Das Resultat gefiel mir. Bis mich meine Familie auf den ehemaligen US-Politiker Rudy Giuliani aufmerksam machte. Erinnern Sie sich noch? Auf einer Pressekonferenz im Sommer vor fünf Jahren – es war brutal heiß – lief ihm sein Haar-Mascara die Wangen herunter. Zum Glück war es während meines Friseurbesuchs nicht heiß. Denn dass meine Farbe alles andere als wasserfest ist, konnte ich morgens am Kopfkissen erkennen.
Gut, diese Lektion habe ich gelernt. Kein Abdeckspray fürs Haar mehr. Auch vom Wurfzelt verabschiede ich mich. Mehr als 20 Jahre lang war dieses Minizelt über Pfingsten mein Zuhause. Einfach hochwerfen, in der Luft faltet sich dieses Zelt auf und landet fertig aufgebaut auf dem Boden des Campingplatzes. Das Zelt ist hüfthoch, aber ich möchte darin ja auch nur liegen. Nun ist es so, dass ich die Zeit, die ich beim Aufbauen spare, dafür aufbringen muss, nach einer Nacht wieder gerade stehen zu können. Wenn ich morgens aus dem Zelt steige, können Sie quasi binnen einer Stunde an meinem Körper die komplette Evolution nacherleben. Vom Kriechen auf Händen und Füßen über den affenartigen Gang mit vorgebeugter Körperhaltung und gleichzeitigen unkoordinierten Bewegungen bis hin zum aufrechten Gang.
Das Zelt ist für mich aber sowieso nicht mehr zeitgemäß. Ich verliere in den weitläufigen Innentaschen immer meine blutdrucksenkenden Tabletten. Nebenbei: Wurfzelt zu verschenken. Mail direkt an mich.