Geld für die Seehäfen  IHK Ostfriesland verlangt Hunderte Millionen aus Berlin

| | 18.06.2025 13:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wird wieder auf Vordermann gebracht: die Große Seeschleuse in Emden. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich
Wird wieder auf Vordermann gebracht: die Große Seeschleuse in Emden. Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich
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Ist die Wettbewerbsfähigkeit unserer Seehäfen in Gefahr? Die IHK meint: Ja – und verlangt vom Bund, Hunderte Millionen zu überweisen. Es geht um Tausende Arbeitsplätze.

Ostfriesland/Papenburg - Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostfriesland hat den Bund aufgefordert, die finanzielle Unterstützung für die Seehäfen in der Region spürbar aufzustocken. Derzeit unterstützt der Bund die Länder mit 38,5 Millionen Euro. Ostfrieslands IHK-Präsident Theo Eilers fordert eine Aufstockung auf mindestens 400 bis 500 Millionen Euro jährlich. Das teilte die IHK jetzt mit.

„Unsere Seehäfen Papenburg, Emden und Leer sind Wirtschaftsmotoren für die gesamte Region“, sagte Eilers laut einer Mitteilung bei der jüngsten Sitzung der IHK-Vollversammlung am Dienstag in Papenburg. „Insgesamt hängen mehr als 16.000 Arbeitsplätze im IHK-Bezirk von ihnen ab. Um im Wettbewerb mit anderen Häfen mithalten zu können, brauchen sie mehr Unterstützung beim Ausbau der Infrastruktur durch den Bund“, betonte Eilers.

Konkreter Fall von Bürokratie-Unsinn

Kritik an der angeblich ausufernden Bürokratie gehört bei solchen Sitzungen zum Standardrepertoire. Dieses Mal brachte der IHK-Präsident allerdings ein konkretes Beispiel mit. Eilers nannte den Fall eines türkischen Bewerbers, der eine Ausbildung in der Tourismusbranche beginnen möchte, jedoch laut Behördenauskunft über ein Jahr auf ein Visum warten muss – trotz vollständiger Unterlagen und tatkräftiger Unterstützung des ausbildenden Betriebs. „Das ist ein unhaltbarer Zustand. Wir brauchen endlich Tempo beim Bürokratieabbau“, meinte Eilers. „Fachkräfte gewinnen wir nicht mit neuen Vorschriften, sondern mit effizienten Verfahren.“

Die IHK hatte aber auch Positives im Gepäck. Wichtiger Hoffnungsträger für Ostfriesland bleibe der Energiesektor, so Eilers. Zwar verliere der Ausbau der Erneuerbaren aktuell an Tempo, doch die Energiewende sei nach wie vor ein zukunftsträchtiger Wirtschaftszweig – auch für die Region. Eilers verwies auf die geplante 500-Millionen-Euro-Investition der EWE in einen Wasserstoff-Elektrolyseur als positives Signal. „Solche Projekte zeigen, welches Potenzial die Region hat – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“

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