Unfallstellen im Fokus  So geht es an der L 30 in Rhauderfehn nach der Verkehrszählung weiter

| | 17.06.2025 15:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An dieser Stelle an der Langholter Straße hat der Landkreis den Verkehr gezählt. Foto: Dirk Hellmers
An dieser Stelle an der Langholter Straße hat der Landkreis den Verkehr gezählt. Foto: Dirk Hellmers
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Die L 30 in Langholt und Burlage sorgt nach drei Unfällen für Diskussionen. Der Landkreis Leer hat reagiert und eine Verkehrszählung durchgeführt. So soll nun reagiert werden.

Langholt/Burlage - Nach drei schlimmen Unfällen in Langholt innerhalb weniger Wochen im Jahr 2025 steht die Straße im Fokus: Wie kann sie sicherer gemacht werden? Deshalb hat der Landkreis Leer kürzlich eine Verkehrszählung durchgeführt. Das Ergebnis: Ein Großteil der Fahrer fährt langsamer als die erlaubten 70 Kilometer pro Stunde, aber 1,8 Prozent fahren zu schnell. Die Spitzengeschwindigkeit war 101 km/h.

Verkehrszählung auswerten und Maßnahmen planen

Die Daten hat der Landkreis kürzlich verkündet. Offen war noch die Frage, wie der Landkreis Leer auf die Ergebnisse reagiert. Ende vergangener Woche wurde dann die erste Maßnahme beschlossen: „Es sind Geschwindigkeitskontrollen geplant“, schreibt Philipp Koenen in einer Mail. Er ist Pressesprecher des Landkreises Leer. Wann und wo, werde allerdings nicht bekannt gegeben.

Außer an der Unfallstelle nahe des Buchweizenkamps in Langholt gab es in Burlage in der Nähe der Bergstraße - dort wurden mehrere Verstöße und höhere Geschwindigkeiten registriert - ebenfalls noch eine Woche lang eine Zählung mit einem Messgerät. Damals wurde aber nicht geblitzt, sondern es wurden nur die Anzahl der Fahrzeuge und die Geschwindigkeiten erfasst. Ob nur diese beiden oder auch andere Stellen an der L 30 für die neuen Geschwindigkeitskontrollen in Frage kommen, ließ Koenen offen. „Über Messstellen und Messzeitpunkt werden wir vorher nichts bekannt geben.“

Neue Kontrollen und Bußgelder

Bei der Messung im Mai wurden allerdings keine Fahrzeugdaten erfasst. Das soll sich bei den nun angekündigten Kontrollen ändern. Bei den jüngsten Verkehrsmessungen wurde an der Landesstraße nahe der Bergstraße bei einem Fahrzeug ein Tempo von 183 km/h gemessen, hieß es. Erlaubt war dort lediglich Tempo 60. Laut Bußgeldkatolog.org blüht bei einem Verstoß von mehr als 70 km/h eine Strafe von 738,50 Euro, 2 Punkte sowie ein dreimonatiges Fahrverbot. Wäre die Messung mit einer Radarfalle durchgeführt worden, hätte allen 472 Fahrzeugführern, die mehr als 100 km/h gefahren sind, ein Fahrverbot gedroht. Laut der Seite wären bei 41 km/h 348,50 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot fällig. Zum Vergleich: In Langholt wurden 101 km/h gemessen. Bei einem Verstoß von 31 km/h würden laut Bußgeldkatalog 228,50 Euro sowie ein Punkt fällig. Ein Fahrverbot würde es nur geben, wenn ein zweiter gravierender Verstoß innerhalb eines Jahres hinzukommen würde.

Die Messungen

In der Woche vom 16. bis 23. Mai hatte der Landkreis Leer zwei der unscheinbaren Kästen an der L 30 aufgestellt. Insgesamt wurden an jedem Standort rund 2400 Fahrzeuge pro Tag gezählt. In Langholt (nahe der Kurve am Buchweizenkamp) waren 85 Prozent der gemessenen Fahrzeuge langsamer als das erlaubte Tempo 70. Nur 1,8 Prozent waren deutlich schneller, so der Landkreis. In Burlage auf gerader Strecke waren 16 Prozent zu schnell. Erlaubt ist Tempo 60. 472 Fahrzeuge fuhren mehr als 100 km/h.

Wann zuletzt und mit welchem Ergebnis an der L 30 geblitzt wurde, konnte Koenen nicht sagen. In einem Bericht unserer Zeitung aus dem Herbst 2023 hieß es, dass sowohl Polizei als auch Kreis dort regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen durchführen. Die soll es nun auch wieder geben.

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