Quartier Hasenburg  Neues Wohngebiet in Remels – Gemeinde sucht Interessenten

Lars Löschen
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Von Lars Löschen
| 16.06.2025 13:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bürgermeister Heinz Trauernicht (von links), Frauke Jelden und Marcus Schumacher von der Diakoniestation und Remels‘ Ortsvorsteher Peter Walde freuen sich auf das Projekt Hasenburg. Foto: Lars Löschen
Bürgermeister Heinz Trauernicht (von links), Frauke Jelden und Marcus Schumacher von der Diakoniestation und Remels‘ Ortsvorsteher Peter Walde freuen sich auf das Projekt Hasenburg. Foto: Lars Löschen
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Im neuen Wohngebiet mitten in Remels geht die Planung weiter voran. Zwei Grundstücke sind bereits vergeben worden. Für die weiteren sucht die Gemeinde Uplengen nun Interessenten.

Remels - Mitten im Ortskern in Remels soll ein Wohngebiet entstehen: das Quartier Hasenburg. Direkt am Nordgeorgsfehnkanal sollen dafür etwa 3,8 Hektar bebaut werden. Das Konzept dahinter wurde von der Arbeitsgemeinschaft aus Verwaltung und Politikern der Gemeinde Uplengen über einen langen Zeitraum erdacht. Fest steht: Die Diakoniestation Hesel-Jümme-Uplengen kriegt ein Grundstück, genauso wie die Lebenshilfe Leer. Für die Bebauung des restlichen Platzes brauche es jetzt Investoren, macht Gemeindebürgermeister Heinz Trauernicht bei einem Vorstellungstermin klar. Ab jetzt kann sich auf die Grundstücke beworben werden. „Das ist ein Novum für eine Gemeinde unserer Größe“, sagt Trauernicht.

Wohngebiet in Remels – Was ist das Quartier Hasenburg?

Das Quartier Hasenburg, der Name lässt es bereits erahnen, liegt zwischen der Hasenburgstraße und dem Nordgeorgsfehnkanal auf der einen sowie Südring und der Straße Am Kanal auf der anderen Seite. Um die einzelnen Grundstücke später erreichen zu können, sind vor Ort zwei neue Straßen enstanden.

Die Straßen im Quartier Hasenburg sind schon da. Der Rest fehlt noch. Foto: Lars Löschen
Die Straßen im Quartier Hasenburg sind schon da. Der Rest fehlt noch. Foto: Lars Löschen

„Wir brauchen Wohnungen in allen Größen – für Singles, Paare und Familien“, sagt Malte van Mark, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters aus Uplengen. Der Grundgedanke hinter dem Quartier Hasenburg sei es bezahlbaren, aber auch qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Dadurch, dass die Gemeinde selbst Eigentümer der Fläche ist, könne sie diese auch selbst vermarkten und die Mietpreise regeln. Van Mark rechnet mit etwa 100 Wohnungen, die im Quartier Hasenburg entstehen werden.

Eingeteilt ist das Wohnquartier in mehrere Grundstücke. Sechs Grundstücke sind für den Einfamilien- und Doppelhausbau verplant. Jeweils eins ist für den sozial geförderten Wohnraum und für das Service-Wohnen im Alter. Der Rest wird von der Diakonie und der Lebenshilfe beansprucht.

Bezahlbares Wohnen im Alter – Was plant die Diakonie?

Bei dem Vorstellungstermin war auch Marcus Schumacher vor Ort. Er ist Geschäftsführer der Diakoniestation Hesel-Jümme-Uplengen. „Die Miet- und Baupreise sind explosionsartig gestiegen“, sagt er. Dem gegenüber stehe eine durchschnittliche Rente von 800 Euro im Monat. Daher brauche man kleine, günstige und barrierefreien Wohnraum.

Ein Wohnpark mit Grünanlage: So könnte das Grundstück der Diakoniestation Hesel-Jümme-Uplengen einmal aussehen. Grafik: Gemeinde Uplengen
Ein Wohnpark mit Grünanlage: So könnte das Grundstück der Diakoniestation Hesel-Jümme-Uplengen einmal aussehen. Grafik: Gemeinde Uplengen

Biegt man von der Hasenburgstraße in das neue Wohngebiet, dann befindet sich das 4200-Quadratmeter-große Grundstück der Diakonie direkt auf der linken Seite. Hier soll ein Wohnpark für Senioren entstehen, auch eine Tagespflege soll hier untergebracht werden. Vier Gebäude mit insgesamt 24 Wohnungen werden dafür gebaut. Am Ende sollen sie für eine „sozialverträgliche Warmmiete“ angeboten werden. Dabei werde bewusst nicht jeder Quadratmeter belegt. „Der Platz soll für Grünanlagen genutzt werden“, sagt Schumacher. Mittig soll ein Teich mit Parkanlage entstehen. „Wenn alles gut läuft, dann kriegen wir in diesem Jahr den Bauantrag bewilligt“, sagt der Geschäftsführer. Dann würde im Frühjahr 2026 der Bau beginnen.

Wohnen für Menschen mit Behinderungen – Was plant die Lebenshilfe Leer?

Die Lebenshilfe Leer will Mikroappartements für Menschen mit Behinderungen bauen, sagt Malte van Mark. Das Grundstück erreicht man, wenn man auf der neuen Straße entlang des Kanals fährt – es ist ganz am Ende auf der linken Seite und rund 1700 Quadratmeter groß. Acht Wohnungen sollen hier entstehen.

Konzeptvergabe – Wie läuft das Verfahren?

Die Gemeinde Uplengen habe bereits viele Käufer ausgeschlagen – besonders für die „Filetstücke an der Kanalseite“, sagt Malte van Mark. Man suche keine Käufer, sondern Investoren, die unter den Vorstellungen der Gemeinde in der Hasenburg Wohnraum schaffen wollen.

Links ist die Hasenburgstraße, rechts der Nordgeorgsfehnkanal: So soll der Platz im Quartier Hasenburg genutzt werden. Grafik: Gemeinde Uplengen
Links ist die Hasenburgstraße, rechts der Nordgeorgsfehnkanal: So soll der Platz im Quartier Hasenburg genutzt werden. Grafik: Gemeinde Uplengen

Für den bezahlbaren Wohnraum werden sechs Grundstücke zur Verfügung gestellt. Die Größen liegen zwischen 636 und 1224 Quadratmeter. Der Veräußerungspreis beträgt 109 Euro pro Quadratmeter, zuzüglich der Vermessungskosten, heißt es. Zudem gibt es ein Grundstück für Service-Wohnen im Alter (2506 Quadratmeter) und eins für sozial geförderten Wohnraum (1731 Quadratmeter). Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Gemeinde.

Die Gemeinde Uplengen verteilt Lose an die Investoren, die ein Konzept vorgelegt haben. Wer den Zuschlag bekommt, soll ein Punktesystem entscheiden. Anfragen gibt es laut Bürgermeister Heinz Trauernicht bereits. Die Bewerbungsphase soll allerdings noch bis Ende September laufen. Dann werde im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen.

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