Verkehrszählung  So wird an der L 30 in Rhauderfehn gerast – das Ergebnis überrascht

| | 11.06.2025 08:16 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
An dieser Stelle an der Langholter Straße hat der Landkreis den Verkehr gezählt. Foto: Dirk Hellmers
An dieser Stelle an der Langholter Straße hat der Landkreis den Verkehr gezählt. Foto: Dirk Hellmers
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Die Landesstraße 30 ist nach mehreren Unfällen in die Schlagzeilen geraten. Wie schnell wird dort wirklich gefahren? Die Antworten auf diese Frage könnte überraschend sein.

Langholt/Burlage - Die Landesstraße 30, die in Westrhauderfehn als Langholter Straße beginnt und unter anderem als Dorfstraße durch Langholt führt, steht nach drei schweren Unfällen in diesem Jahr im Fokus. Ist die kurvenreiche Straße zu gefährlich? Wird dort zu schnell gefahren? Und vor allem: Wie kann die Sicherheit dort für alle erhöht werden?

Verkehrsmessung durchführen und Daten auswerten

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat der Landkreis Leer dort eine Verkehrsmessung durchgeführt. Sie funktioniert ähnlich, wie die Zählung des Fahrradverkehrs, die derzeit an zahlreichen Stellen in Ostfriesland durchgeführt wird. Rückschlüsse auf einzelne Fahrzeuge oder deren Halter können nicht gezogen werden, sagt Philipp Koenen. Er ist Sprecher des Landkreises Leer. Er betont auch: „Es wurde nicht geblitzt.“

Messgeräte aufstellen und Unfallschwerpunkte erfassen

In der Woche vom 16. bis 23. Mai hat der Landkreis zwei der unscheinbaren Kästen aufgestellt. Einer wurde an der Langholter Straße am Buchweizenkamp platziert, also unmittelbar vor der Stelle an der es vor wenigen Wochen einen tödlichen Autounfall gab. Der zweite Kasten wurde an der Landesstraße in Burlage auf Höhe der Bergstraße auf gerader Strecke aufgestellt.

Fahrzeugzahlen und Geschwindigkeit analysieren

Insgesamt wurden an jedem Standort rund 2400 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Ob es sich dabei um dieselben Fahrzeuge handelt, kann nicht festgestellt werden. Dafür aber, wie schnell die Fahrer unterwegs waren.

Ergebnisse der Messung und Geschwindigkeitsüberschreitungen bewerten

Überraschend ist, dass ein Großteil der Verkehrsteilnehmer in Langholt die Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde gar nicht ausnutzt. 85 Prozent würden nicht schneller als 59 km/h fahren, heißt es in dem Ergebnis. Zu schnell durch die Kurve fuhren lediglich 1,8 Prozent. „Einige waren viel zu schnell; Spitzengeschwindigkeit war 101 km/h“, so Koenen.

Vergleich der Standorte und Auswertung der Extremwerte

An der anderen Stelle in Burlage waren die Fahrzeuge – zumindest teilweise – deutlich schneller unterwegs. Erlaubt ist dort Tempo 60. Der Großteil (84 Prozent) hielt sich auch daran. Aber 16 Prozent waren schneller unterwegs – und nicht nur das: „472 Fahrzeuge fuhren dort schneller als 100 km/h“, so Koenen. Die Spitzengeschwindigkeit lag bei 183 Kilometern pro Stunde.

Weitere Schritte und mögliche Maßnahmen diskutieren

Was der Landkreis mit den Daten anfängt, sei noch unklar, sagt Koenen. Auf dieser Grundlage soll mit weiteren Behörden gesprochen werden. Ob und welche Maßnahmen dann getroffen werden, sei Teil der Beratung.

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