Polizei ermittelt Empörung über Reichsfahne am Ortseingang von Bunde
Böse Überraschung am Mittwochmorgen: Anstelle der Gemeindeflagge von Bunde flatterte am Ortseingang eine Reichsflagge. Die Reaktionen in den sozialen Medien fallen unterschiedlich aus.
Bunde - In der Ortseinfahrt von Bunde heißen seit einigen Tagen Flaggen die Besucher willkommen und laden zum Pfingstmarkt am Wochenende ein. Die Flagge, die am Mittwochmorgen dort im Wind flatterte, war dagegen keine gute Werbung für die Gemeinde. Unbekannte hatten eine der Fahnen gegen die schwarz-weiß-rote Reichsflagge mit der Aufschrift „Vorsicht Sie betreten Deutsches Reich“ ausgetauscht.
Die Fahne wird beim Bundesamt für Verfassungsschutz nicht in der Liste der verfassungsfeindlichen Symbole aufgeführt. Allerdings wird die Flagge häufig von Reichsbürgern als Symbol für die Ablehnung des aktuellen politischen Systems verwendet. Mit großer Bestürzung und Entschiedenheit verurteilt die Gemeinde Bunde das Anbringen einer sogenannten Reichsflagge an einem der öffentlichen Fahnenmasten. „Dieses Bild steht in krassem Widerspruch zu unseren demokratischen Grundwerten und dem friedlichen Zusammenleben in unserer Gemeinde“, sagt Bürgermeister Uwe Sap.
„Befremdlich und beschämend“
Für ihn sei es mehr als befremdlich und beschämend, dass eine solche Flagge, die eindeutig in der Szene der verfassungsfeindlichen Gruppierungen verwendet werde, an einem Ort angebracht wurde, der eigentlich die Gäste willkommen heißen solle. „Die Gemeinde Bunde duldet keinerlei extremistische oder demokratiefeindliche Symbolik an öffentlichen Einrichtungen“, stellt Uwe Sap klar, „wer eine solche Flagge vorsätzlich aufhängt, weiß genau, welches Zeichen er damit setzen will. Und dieses Zeichen ist inakzeptabel.“
Von einer rechten Szene oder Reichsbürgern in der Gemeinde ist Sap nichts bekannt. Wenn man die Ergebnisse der letzten Wahlen betrachte, könne man aber nicht ausschließen, dass es auch in Bunde solche Strukturen gebe.
Vorgang wird konsequent zur Anzeige gebracht
Laut Sap sei der Staatsschutz informiert und werde den Vorfall prüfen. „Darüber hinaus bringt die Gemeinde Bunde diesen Vorgang konsequent zur Anzeige.“
In den sozialen Medien wird der Vorfall heiß diskutiert, die Bilder werden auf vielen Plattformen geteilt. „Dafür kann man sich nur schämen“, kommentiert eine Rheiderländerin. Ein anderer wiegelt ab: „Natürlich ist so etwas nicht schön. Aber mir ist immer noch lieber, wenn solche Leute eine Fahne aufhängen, Wände bemalen oder Plakate aufhängen, als wenn sie andere Menschen verletzen oder Schlimmeres.“ Ein anderer Nutzer sieht es locker: „...es gibt natürlich Menschen, denen es gefällt und dann wiederum andere Menschen, denen es absolut nicht gefällt.“