Neue Pläne für gerodete Fläche Geschäftsmann plant Hotel am Hafen in Barßel
Ein Hotel am Barßeler Bootshafen könnte Realität werden. Ein Unternehmer hat konkrete Pläne, doch die Vergangenheit mahnt zur Vorsicht. Wird das Projekt diesmal umgesetzt?
Barßel - Anfang des Jahres ließ die Gemeinde Barßel das kleine Wäldchen gegenüber dem Bootshafen und am Fasanendamm, wo früher die Volksschule Barßelermoor stand, roden. Sehr zum Ärger von SPD, Grünen und Bürgerfraktion, die die Aktion stark kritisierten. Die Rodungsaktion hatte einen aktuellen Hintergrund. Auf der frei gewordenen Fläche sollte nach den Vorstellungen der Gemeinde Barßel ein zusätzlicher, dringend benötigter Wohnmobilstellplatz angelegt werden, da der Platz am Hafen immer ausgebucht ist. Es gab dafür auch schon erste Detailpläne.
Doch nach Informationen dieser Zeitung scheint sich das Blatt zu wenden, denn es gibt einen Barßeler Geschäftsmann, der Interesse bekundet, auf der gerodeten Fläche ein Hotel zu errichten. Zulässig wäre das, denn die Fläche ist als Sonderbaufläche ausgewiesen und erlaubt den Standort eines Hotels. Alternativ kommt ein Areal direkt am Hafen in Frage. Die politischen Gremien sollen bereits informiert sein, halten sich auf Anfrage unserer Zeitung aber bedeckt beziehungsweise scheinen ahnungslos.
Hotel mit 40 Betten geplant
Auf Nachfrage bei mehreren Ratsmitgliedern wollten diese die Anfrage des Geschäftsmannes wegen der Errichtung eines Hotels weder bestätigen, noch verneinen. Barßels Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos) meinte dazu: „Es gibt immer wieder lose Anfragen wegen einer möglichen Hotel-Ansiedlung. Doch derzeit gibt es nichts Konkretes“.
Der Bürgermeister irrt, was eine Anfrage beim Barßeler Unternehmer ergab. „Ja, es ist richtig, dass ich dort ein Hotel für 40 Betten plane und bauen möchte. Die Pläne liegen bereits vor. Es ist konkret. Die Gemeinde muss nun entscheiden, ob ich das Projekt umsetzen kann“, erklärte der 54-jährige Geschäftsmann. Als möglicher Standort kommt nicht nur die Rodungsfläche, sondern auch eine Fläche direkt am Hafen am Wasser in Frage – neben dem Restaurant Queen of Texas und dem Spielplatz.
Investiert werden sollen rund sieben Millionen Euro. Auf der Internetseite der Gemeinde wird um einen Hotelstandort Barßel geworben. Dort heißt es: „Um dem steigenden touristischen Interesse gerecht zu werden, hat die Gemeinde ein in ihrem Besitz befindliches Grundstück zur Bebauung ausgewiesen, das sich für die Nutzung durch ein Hotel sehr gut eignet. Das Grundstück mit einer Fläche von 6079 Quadratmetern ist direkt am Barßeler Hafen gelegen. Der Hafen ist Anziehungspunkt für Freizeitaktivitäten und würde sich somit für eine touristische Nutzung bestens eignen“.
Es klopfte schon einmal ein „Geschäftsmann“ an
Die Errichtung eines Hotels auf der jetzt gerodeten Fläche ist schon lange im Gespräch. Doch es hat sich immer wieder zerschlagen. Auch, weil sich die politischen Gremien nie auf eine Nutzung einigen konnten. Ob Hotel, Wohnmobilstellplatz, Bebauung mit Wohnhäusern oder Ferienwohnungen, war stets die Streitfrage.
Vor mehr als 30 Jahren hatte schon einmal ein Geschäftsmann aus Belgien an der Rathaustür in Barßel angeklopft, um dort ein Hotel zu errichten. Der Mann stellte den Politikern vor Ort sein Projekt vor. Damals war die Rede von rund 50 Millionen Mark, die der Belgier investieren wollte. Ein gehobenes Hotel mit zahlreichen Betten und ein Brücke über die Deichstraße zum Bootshafen sollte entstehen. Doch einem damaligen Ratsherr schien die Sache nicht geheuer. Er stellte Nachforschungen an – und siehe, es erwies sich als „Luftschloss“. „Der Mann hatte keine Kohle“, wie der damalige Ratsherr es formulierte.