Leuchtturm-Ranking So (un-)beliebt ist der Otto-Turm im Netz
Der Pilsumer Leuchtturm landet beim Tripz.de-Ranking auf einem hinteren Platz. Doch die Auswertung wirft Fragen auf: Müsste das rot-gelb-gestreifte Wahrzeichen nicht viel weiter vorne landen?
Krummhörn - Deutschland liebt seine Leuchttürme. Das zeigt auch das aktuelle Ranking auf Tripz.de. Das Online-Reiseportal hat mehr als 90 bekannte Signalfeuer in Deutschland in den Blick genommen. Die Reiseexperten haben dabei insbesondere Google-Bewertungen und Instagram-Beiträge ausgewertet, um daraus ein Ranking zu erstellen.
Das Ergebnis ist eine Liste mit den beliebtesten Leuchttürmen in Deutschland. Auf den vorderen Plätzen finden sich prominente Kandidaten wie der Westerhever Leuchtturm in Schleswig-Holstein oder der Leuchtturm Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern – malerisch und millionenfach geknipst.
Wo landen die ostfriesischen Schmuckstücke?
Obwohl auch Ostfriesland für seine Leuchttürme bekannt ist, sind nicht alle in den Top-Platzierungen vertreten. Der Pilsumer Leuchtturm ist wohl der bekannteste Vertreter in diesem Ranking und belegt Platz Nummer 28.
Der Leuchtturm Campen findet sich in der Liste noch weiter hinten, auf Platz 31. Der Norderneyer Leuchtturm steht auf Platz 48, der elektrische Leuchtturm auf Borkum auf Platz 54. Weiter hinten auf Platz 78 taucht der Leuchtturm Memmertfeuer bei Juist auf.
Warum landet der Otto-Turm so weit hinten?
Kurios: Auf Platz 83 taucht der „Otto-Leuchtturm“ in der Krummhörn auf. War den Machern des Rankings etwa nicht bekannt, dass es sich dabei um den Pilsumer Leuchtturm handelt? Oder warum taucht der Leuchtturm gleich zweimal – nur mit verschiedenen Namen – in der Liste auf?
Wir haben bei Tripz.de nachgefragt, was es damit auf sich hat. Nach kurzer Recherche wird klar, dass das Portal einen Fehler gemacht hat, den es auch einräumt. „Um möglichst viele Leuchttürme zu identifizieren, haben wir uns an den Google-Maps-Einträgen orientiert. Der Pilsumer Leuchtturm wurde hier mit zwei Einträgen mit unterschiedlicher Bezeichnung erfasst, sodass übersehen wurde, dass es sich hierbei um denselben Leuchtturm handelt“, erklärt Annalena Stretz, Managerin für Presse und Marketing bei Tripz.de. Sie kündigt an, den Fehler zu beheben.
Ein Fehler mit Folgen?
Heißt das nun etwa, dass der Pilsumer Leuchtturm doch weiter vorne im Ranking liegt? Rechnet man die Punktzahlen beider Platzierungen zusammen, würde das den Leuchtturm nämlich direkt auf Platz 6 und damit in die Top Ten der beliebtesten Leuchttürme Deutschlands bringen – noch vor dem Leuchtturm List West auf Sylt.
Doch Annalena Stretz muss die Fans des Pilsumer Leuchtturms enttäuschen: „Im gesamten Ranking wurden Dopplungen so behandelt, dass „nur“ die besseren Bewertungen berücksichtigt wurden. Es wäre also nicht einheitlich, in diesem Fall die Punkte zu addieren“, erklärt sie. Der Pilsumer Leuchtturm bleibt deshalb auf Platz 28.
Was sagt das Ranking eigentlich aus?
Das Tripz.de-Ranking misst Popularität anhand digitaler Spuren: Google-Bewertungen und Instagram-Hashtags. Das heißt: Wer viel geteilt wird, steigt im Ranking. Wer weniger fotografiert wird – oder von weniger Menschen online bewertet – landet weiter unten. Dieser Maßstab bildet daher eher die digitale Sichtbarkeit als die historische oder architektonische Bedeutung ab. Hier haben touristisch stärker vermarktete Regionen oft die Nase vorn. Je Kriterium konnte ein Leuchtturm 92 Punkte erreichen, sodass eine Gesamtpunktzahl von maximal 184 Zählern möglich war. Stichtag der Datenerhebung war der 8. Mai 2025.
Das sind die beliebtesten Leuchttürme Deutschlands (korrigiert)
Platz 1: Leuchtturm Warnemünde – Warnemünde/Rostock, Mecklenburg-Vorpommern Platz 2: Leuchtturm Dornbusch – Insel Hiddensee, Mecklenburg-Vorpommern Platz 3: Leuchtturm Moritzburg – Moritzburg, Sachsen Platz 4: Leuchtturmdenkmal Obereversand – Wurster Nordseeküste, Niedersachsen Platz 5: Leuchtturm Westerheversand – Westerhever, Schleswig-Holstein Platz 6: Leuchtturm Falshöft – Pommerby, Schleswig-Holstein Platz 8: Leuchtturm List West – List auf Sylt, Schleswig-Holstein Platz 9: Leuchtturm Amrum – Nebel, Schleswig-Holstein, und Leuchtturm Blankenese – Hamburg Platz 11: Leuchtturm Gellen – Insel Hiddensee, Mecklenburg-Vorpommern, und Leuchtturm Roter Sand – Butjadingen, Niedersachsen
Auch ohne Top-Ranking ganz besonders
Doch auch ohne Top-Ranking sind die Krummhörner Leuchttürme etwas Besonderes. Das Exemplar in Campen ist der Gigant unter den Leuchttürmen: Er misst stolze 65,3 Meter und ist damit der höchste Leuchtturm Deutschlands. Seit 1891 weist er Schiffen den Weg durch die Emsmündung – Tag und Nacht. Sein filigranes Stahlfachwerk erinnert viele Besucher an den Eiffelturm, was ihm liebevoll den Spitznamen „ostfriesischer Eiffelturm“ eingebracht hat. Wer die 308 Stufen bis zur Aussichtsplattform erklimmt, wird mit einem Blick über die ostfriesische Landschaft und das Wattenmeer belohnt.
Ganz anders – aber nicht weniger charmant – präsentiert sich sein kleiner Bruder: der Pilsumer Leuchtturm. Nur knapp elf Meter hoch, aber umso auffälliger durch seine rot-gelbe Ringelbemalung. Einst diente er der Schifffahrt, heute ist er vor allem eins: ein Kultobjekt. Bekannt wurde der Turm vor allem durch den Emder Komiker Otto Waalkes, der ihn in seinem Film „Otto – Der Außerfriesische“ verewigte. Seitdem ist er das wahrscheinlich meistfotografierte Bauwerk Ostfrieslands. Zudem dient er als beliebter Ort für standesamtliche Eheschließungen.